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Oschatz Wermsdorfer Experten informieren zu Schlaganfall
Region Oschatz Wermsdorfer Experten informieren zu Schlaganfall
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00:23 08.05.2018
Chefarzt Dr. Piotr Sokolowski (l.) mit Oberarzt Dr. Sven Ehrlich und den Schwestern Susanne Hempel (r.) und Silke Hölzel auf der Spezialstation. Quelle: Foto: Jana Brechlin
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Wermsdorf

Bei einem Schlaganfall zählt jede Sekunde, denn: „Zeit ist Hirn“, sagen Neurologen. Warum es so wichtig ist, schnell die passende Hilfe zu bekommen und was zu tun ist, wenn ein Angehöriger einen Schlaganfall erleidet, darüber informiert das Fachkrankenhaus Hubertusburg zum 2. Wermsdorfer Gesundheitstag am 9. Mai.

Risiko für Behinderungen

Schlaganfälle gelten als zweithäufigste Todesursache und bergen das größte Risiko, eine Behinderung zu erleiden. Dabei haben sich die Therapien in den vergangenen Jahren deutlich verbessert und jeder einzelne kann etwas zur Vorbeugung tun – auch darum wird es beim Gesundheitstag in der Ergotherapiezentrale des Fachkrankenhauses gehen.

Zertifikat für Spezialstation

„Zur Behandlung bietet das Fachkrankenhaus Hubertusburg eine zertifizierte Stroke Unit – eine Schlaganfall-Spezialstation, die es so nur 300mal in Deutschland gibt“, erklärt Dr. Iris Minde, Geschäftsführerin der St. Georg Unternehmensgruppe, zu der das Fachkrankenhaus gehört. Das Einzugsgebiet der Wermsdorfer Klinik reicht dabei bis nach Torgau, Eilenburg, Leisnig, Grimma, Wurzen und Delitzsch. Darüber hinaus betreuen die Experten telemedizinisch auch Patienten in anderen Krankenhäusern.

Fälle nehmen zu

Aktuell werden in Wermsdorf jährlich rund 500 Schlaganfälle behandelt, so der Leitende Oberarzt Dr. Sven Ehrlich – Tendenz steigend. „In der Vergangenheit haben wir auf der Stroke Unit vier Betten zertifiziert. Ab 2017, wegen erhöhten Bedarfs, rezertifizierten wir fünf Betten“, macht er deutlich. Dabei kann ein Schlaganfall auch jüngere Patienten, schon 30- und 40-Jährige treffen. „Ein Schlaganfall unter 60 Jahren ist keine absolute Seltenheit“, macht der Mediziner deutlich.

Bessere Möglichkeiten bei der Therapie

Der Chefarzt der Klinik für Neurologie und neurologische Intensivmedizin Dr. Piotr Sokolowski versichert, die diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten seien in den vergangenen Jahren deutlich verbessert worden. „Unser Ziel ist es, sehr schnell die Situation zu erkennen und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. Dazu gehört auch, falls es nötig ist, die Patienten in das nächste überregionale Zentrum nach Leipzig zu vermitteln“, sagt er.

Reha von Anfang an

Neben der Gabe von Blutverdünnern oder dem Einsatz von Kathetern bis hin zur Neurochirurgie reichen die Möglichkeiten bei der Behandlung. Mindestens ebenso wichtig wie die Akuttherapie sei die anschließende Rehabilitation, so der Chefarzt. „Hier bei uns bekommen die Patienten ab dem ersten Tag Ergo-, Logo- und Physiotherapie“, betont Oberarzt Dr. Sven Ehrlich. Viele Betroffene könnten so wieder sprechen und laufen lernen und zurück ins Leben finden.

Jeder kann vorbeugen

Dabei, so beide Ärzte, gehe es ihnen vor allem auch darum, die Besucher zum Gesundheitstag aufzuklären, wie man sein Schlaganfall-Risiko minimieren kann: Wer aufs Rauchen verzichtet, sich gesund ernährt und regelmäßig bewegt, tue viel dafür, sich zu schützen. Wichtig sei außerdem, im Ernstfall schnell zu reagieren. „Ein Schlaganfall tut nicht weh. Deshalb erleben wir es immer, dass sich Betroffene ins Bett legen, abwarten und erst am nächsten Tag einen Arzt aufsuchen“, beschreibt Sokolowski.

Im Ernstfall schnell handeln

Angehörige könnten anhand deutlicher Marker erkennen, ob womöglich ein Schlaganfall aufgetreten ist: Wie sieht das Gesicht des Betroffenen aus, gibt es hängende Mundwinkel? Kann ein Satz deutlich nachgesprochen werden? Können beide Arme angehoben werden? Gibt es hier Aussetzer, sollte schnell die 112 gewählt werden. „Zeit ist immer das Wichtigste. Jede Minute sterben schätzungsweise zwei Millionen Nervenzellen“, sagt der Chefarzt.

Mehr dazu erfahren Interessierte am Mittwoch, dem 9. Mai, von 15 bis 17.15 Uhr zum 2. Wermsdorfer Gesundheitstag im Fachkrankenhaus Hubertusburg. Dabei wird die Stroke Unit vorgestellt, zu Symptomen, Risikofaktoren, Pflegegraden sowie Diagnostik und Therapie informiert. Außerdem berichtet ein Betroffener über seinen Weg zurück ins Leben.

www.schlaganfall-test.de

Von Jana Brechlin

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