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Oschatz Wermsdorfer Fußballer trainieren mit Flüchtlingen aus Afrika
Region Oschatz Wermsdorfer Fußballer trainieren mit Flüchtlingen aus Afrika
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06:00 20.05.2016
A-Jugend-Spieler und Flüchtlinge trainieren in Wermsdorf gemeinsam und erhalten dafür jetzt auch Unterstützung von der Egidius-Braun-Stiftung des DFB. Quelle: Dirk Hunger
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Wermsdorf

Mit der Verständigung hapert es noch, Kontakt zur Heimat gibt es nur übers Internet und die Zukunft ist ungewiss: Die jugendlichen Flüchtlinge, die als sogenannte unbegleitete, minderjährige Ausländer – Umas – im Wermsdorfer Rüstzeitheim leben, haben keine leichte Zeit. Ablenkung und Bestätigung bietet ihnen da das gemeinsame Fußballtraining mit den A-Jugend-Spielern des FSV Blau-Weiß Wermsdorf. Für die jungen Afrikaner ist die Übungszeit am Mittwochabend ein echter Lichtblick und ein Termin, den keiner verpassen will.

500 Euro für zusätzliche Ausrüstung

Das unterstützt jetzt auch die Egidius-Braun-Stiftung des Deutschen Fußballbundes (DFB). Unter dem Motto „1:0 für ein Willkommen“ hat diese ein Förderprogramm für Vereine aufgelegt, das mit Mitteln der Bundesbeauftragten für Migration, Flüchtlinge und Integration die Arbeit mit Geflüchteten bezuschusst. „Wir können diese Hilfe gut gebrauchen“, freut sich Bürgermeister Matthias Müller (CDU), der im Vorstand des Wermsdorfer Fußballvereins ist. Immerhin würden mittlerweile zehn Jugendliche aus dem Rüstzeitheim regelmäßig am Trainingsbetrieb teilnehmen, hinzu kommen seit einiger Zeit auch sieben Flüchtlinge aus dem Dahlener Heim. Die 500 Euro aus der Stiftung habe man deshalb in Leibchen, Hürden, Bälle und Schienbeinschoner investiert und auch gleich beim nächsten Training eingesetzt.

Bald auch Punktspielbetrieb möglich

Die Integration sei spielerisch erfolgt, betont Vereinsvorsitzender René Naujoks: „Das hat sich letztlich ganz allein ergeben: Die Jugendlichen haben einfach beim Training vorbeigeschaut und unsere A-Jugend-Spieler haben sie angesprochen. Die Jungs und auch unser Trainergespann leisten da wirklich Großartiges, nehmen die Ausländer ganz selbstverständlich auf und gehen auf sie zu.“ Gerade bei den Kickern gebe es nur wenig Verständigungsprobleme, weil die Schüler sich auf Englisch und zum Teil Französisch gut unterhalten können, und so allmählich werde auch das Deutsch der Jungs aus Somalia, Guinea oder von der Elfenbeinküste besser. Die zehn fußballbegeisterten Flüchtlinge sind mittlerweile auch Vereinsmitglieder beim FSV Blau-Weiß und können ab nächster Saison am Punktspielbetrieb teilnehmen, kündigt Naujoks an.

Neue Mitglieder beleben Training

Bisher trainieren die Afrikaner zwar mit der A-Jugend, doch womöglich könnten sie künftig noch andere Teams verstärken, blickt Trainer Juri Juretschke voraus. „Weil Jüngere dabei sind, könnten sie auch in der B- oder C-Jugend spielen. Aber wir wollten die Jungs nicht gleich auseinander reißen, sie sollten sich erst einmal einleben“, begründet er. Technisch seien die Zugänge auf einem guten Stand: „Da kann ich mich nicht beschweren, an den Spielzügen müssen wir noch arbeiten“, so der Trainer. Für die Mitglieder der A-Jugend sind die neuen Mitspieler eine Bereicherung, sagt Kapitän Justus Keller. „Fußballerisch sind wir auf einem ähnlichen Level, auch wenn sie eigensinniger sind und es dauert, ehe sie den Ball abspielen. Aber das lernen sie schon noch und ihre Art zu spielen belebt auch unser Training.“

Von Jana Brechlin

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