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Wermsdorfer Gänsemarkt mit Gänsebraten und mehr

Martinstag Wermsdorfer Gänsemarkt mit Gänsebraten und mehr

Die Worte Weihnachten oder Advent kommen in der Bezeichnung „Wermsdorfer Gänsemarkt“ nicht vor. Dennoch bietet diese Veranstaltung eine Einstimmung auf die bevorstehende Adventszeit – für alle Sinne.

Für viele Besucher ist das der Grund für einen Abstecher zum Wermsdorfer Gänsemarkt: frisch zubereiteter Gänsebraten mit Klößen und Rotkraut.

Quelle: Axel Kaminski

Wermsdorf. Fährt man von der Autobahnabfahrt Mutzschen in Richtung Wermsdorf oder umgekehrt, dann ist der Gänsemarkt nicht zu verfehlen. Selbst wer den Stall 15 oder gar den großen Parkplatz daneben übersehen sollte, kann den Markt nicht verpassen. Er ist auf den amtlichen Wegweisern ausgeschildert.

Sicher, auf dem Parkplatz überwiegen die Kennzeichen der beiden Landkreise, die hier aneinanderstoßen. Aber es ist nichts Ungewöhnliches, hier Autos mit EE, DD oder gar ERZ auf dem Nummernschild zu sehen. „Ja, wir kommen direkt aus Dresden“, bestätigt Annelies Müller. „Ich wollte schon immer mal hierher kommen und Gänsebraten essen“, erzählt sie. Ihrem Mann sei das zwar als sehr weiter Weg für ein Mittagessen erschienen, aber da ihre Bekannten ebenfalls mal den Markt in Augenschein nehmen wollten, habe man sich gemeinsam auf den Weg gemacht. Tatsächlich benötige man ja aus der Landeshauptstadt nur rund eine Stunde Fahrzeit bis zum Wermsdorfer Gänsemarkt.

Sinnliches für Augen, Mund und Nase

Wer dann die Tür zum Stall 15 geöffnet hat, muss eine Fülle von Reizen verarbeiten. Klar, es gibt viel zu sehen. Aber wonach riecht es hier genau? Ist das tatsächlich schon der Gänsebraten? Wahrscheinlich nicht, denn zwischen Eingang und Tresen gibt es eine ganze Reihe anderer Angebote. Dazu gehört eine Abteilung mit Adventsdekorationen und Geschenkideen – alles im nordischen Stil. Neben Baumschmuck, Figuren oder Futterhäuschen gehören dazu auch Kerzen, Räucherstäbchen und handgemachte Seife. Ein echter Nasenkitzel.

Gleich daneben wird die Nase ganz anderen Reizen ausgesetzt. Hier gibt es frische Ware aus dem Backhaus Wentzlaff. Vielleicht ist es aber der frische Tannenduft, der hier dem Gehirn signalisiert, dass es inzwischen tatsächlich auf die Adventszeit zugeht. „Wir haben hier nur echte Tannenbäume als Dekoration“, betont Marktleiterin Cornelia Freund. Mitte Dezember beginnt auf dem Wermsdorfer Gänsemarkt übrigens der Weihnachtsbaumverkauf ...

Vorbei an der Daunenstube mit Kissen und Decken verschiedener Größe gelangt man wieder zu neuen Duftmarken: zu den Verkaufsständen für (Gänse-)Fleisch und Fisch. Danach folgen Obst, Gemüse und andere Naturprodukte wie Saft und Honig bis die Besucher den Tresen erreicht haben, über den das Gänsefleisch geht. Auf einer Seite gibt es das Frischfleisch, auf der anderen frisch gebratene Keulen und Bruststücke – mit Klößen und Rotkohl.

Dort nimmt auch Wolfgang Steinbrück aus Trages seine Portion im Empfang. Sein Grund, sich in seinem Dorf bei Espenhain zeitig auf den Weg zu machen, war allerdings nicht, als Erster an diesem Tag Gänsebraten zu essen. Das lässt sich auch an seinem relativ großen Einkaufskorb ablesen. Er will auch auf dem Gänsemarkt den Weihnachtsbraten für die Familie kaufen.

Längst ist dieser 1995 aus der Taufe gehobene Markt mehr als nur ein Ort, an dem es frische, in der Region erzeugte Lebensmittel gibt. Knapp 20 Veranstaltungen sind im Kalender des Gänsemarktes aufgelistet. Der Schwerpunkt liegt auf Kabarettprogrammen. Damit hat Chef Lorenz Eskildsen offenbar den Nerv seines Publikums getroffen. Akademixer, Pfeffermühle, Herkuleskeule oder Kathy Leen – deren Auftritte sind bereits ausverkauft, obwohl sie nicht alle am Wochenende stattfinden.

Kabarett und Stimmungsmusik

Für alle, die es gesellig mögen, hat Cornelia Freund noch einen Tipp: Am Dienstag, dem 14. November gastieren hier die mecklenburgischen „Korl Boi’s“.

Zu allen Veranstaltungen gibt es ein Drei-Gänge-Menü. Mit Gans. Doch warum kommen derart viele Besucher in den Stall 15, um hier Gänsebraten zu essen? Vielleicht ist da ein bisschen Bequemlichkeit dabei. Immerhin ist die Zubereitung mit einigem Aufwand verbunden. Man muss die Gans zwar während der mehrstündigen Garzeit nicht ständig beobachten, sollte sie aber eben auch nicht zu lange aus den Augen lassen. Da lässt sich die Vorfreude aufs Fest doch besser genießen, wenn man Gans und Klöße fertig auf dem Teller bekommt.

„Gans ist ein Festtagsbraten. Wer ihn sich leisten will, genießt ihn zuhause bei einem besonderen Anlass. Da stellt sich niemand in die Küche und bereitet das einfach so zwischendurch zu“, ist sich Lorenz Eskildsen sicher. Aber wenn man beim Kauf der Gans gleich die Möglichkeit habe, quasi schon einmal Witterung aufzunehmen, biete der Markt eine gute Gelegenheit. Dazu passe die Atmosphäre im Stall 15. „Hier kann man ungezwungen genießen. Wir bieten den Gänsebraten als gute Hausmannskost an – in einem mittleren Preissegment“, unterstreicht der Inhaber des Gänsezuchtbetriebes.

Gänsebraten schonend garen

Und welche Tipps zur Zubereitung des Festtagsbratens hat der Chef? „Wichtig ist das schonende Garen im Niedrigtemperaturbereich“, verrät Lorenz Eskildsen und erläutert: „Ich bereite die Gans bei 80, nicht bei 180 Grad Celsius zu.“ Pro Kilogramm Bratfertiggericht sollte man dann rund eine Stunde Garzeit einplanen.

Apropos Zeit: Die benötigte man für einen gelungenen Braten, wenn man tiefgekühltes Fleisch verwende, schon bevor das Fleisch in die Röhre komme. „Zum Auftauen gehört die Gans in den Kühlschrank und nicht ins Wasser“, rät Lorenz Eskildsen. Bei den Füllungen seien der Fantasie keine Grenzen gesetzt, dabei sei Beifuß immer sehr zu empfehlen. Zu der knusprigen Haut, die vielen besonders wichtig ist, hat der Züchter noch einen Kniff parat: „Kurz vor dem Ende des Garens bestreicht man die Brustseite der Gans mit Honig und stellt den Herd noch mal kurz auf 230 Grad Celsius ein.“

Von Axel Kaminski

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