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Oschatz Wermsdorfer Gänsezüchter appelliert an Politik
Region Oschatz Wermsdorfer Gänsezüchter appelliert an Politik
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00:21 25.09.2017
Gänsezüchter Lorenz Eskildsen wünscht sich eine starke Lobby für Freilandhaltung Quelle: Frank Schmidt
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Wermsdorf

Diese Gelegenheit wollte Lorenz Eskildsen nicht ungenutzt verstreichen lassen: Als am Dienstagabend Thomas de Maizière die CDU-Kandidaten für den Bundestag bei einer Veranstaltung in der Gänsefarm Wermsdorf vor Ort unterstützte, ergriff der Hausherr zu Beginn selbst das Wort. Es seien ja einige Politiker und auch Landtagsabgeordnete vor Ort, auf deren Unterstützung Erzeuger wie er angewiesen sind, so der Gänsezüchter. „Genießen sie den Ausblick und schauen sie auf eine ordentliche Gänsefarm“, machte er die versammelte Politprominenz auf das frei laufende Geflügel vor der Tür aufmerksamen.

Freilandhaltung immer wieder in Gefahr

Gerade diese praktizierte Freilandhaltung gerät immer wieder in Gefahr, durch vorgeschriebene Einschränkungen beschnitten zu werden. So soll eine Stallpflicht das Risiko einer Vogelgrippe verringern und ein Ausbreiten vermeiden. Für Züchter wie Lorenz Eskildsen bedeutet dies, dass die Tiere nicht artgerecht in Ställen gehalten werden müssen, wo Platz knapp ist. Unterm Strich können so nur deutlich weniger Gänse aufgezogen und vermarktet werden. Und dann fehlen wiederum Zuchtgänse, die die Grundlage für die Produktion im Folgejahr sind.

Stärke Lobby für Gänsezucht

Er wünsche sich eine stärkere Lobby für die artgerechte Gänsezucht in Deutschland, so Lorenz Eskildsen. Seine Begrüßung verband er deshalb mit einem Appell und Landtags- und Bundestagsabgeordnete: „Ich brauche jeden von ihnen, der sich für uns Züchter einsetzt“, sagte er und machte deutlich: „Gänse brauchen Freiland und können nicht im Stall gehalten werden. Behalten sie das bitte im Kopf, wenn mal wieder die Vogelgrippe ausbricht.“ Von den Besuchern am Mittwoch in Wermsdorf – darunter auch weitere Landwirte aus der Region – gab es für diese klaren Worte viel Beifall.

Zentralverband bezweifelt Nutzen

Zuletzt war das Unternehmen von Vogelgrippefällen Ende vergangenen Jahres betroffen, als in einem Betriebsteil in Schleswig-Holstein 2000 Gänse vorsorglich getötet wurden. Dabei hatte der Zentralverband der Deutschen Geflügelwirtschaft wiederholt darauf verwiesen, dass die für Vogelgrippe kritische Zeit mit dem Vogelzug Mitte November beginnt und im Frühjahr endet – lange bevor die neuen Gänse im Juni erstmals ins Freiland kommen. Genützt hat es nichts, die Keulung wurde angeordnet.

Von Jana Brechlin

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