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Oschatz Wermsdorfer Heimatverein lüftet Schatzkiste mit historischen Fotos
Region Oschatz Wermsdorfer Heimatverein lüftet Schatzkiste mit historischen Fotos
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13:22 21.11.2016
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Wermsdorf

Die Mitglieder des Wermsdorfer Heimatvereins hatten am Sonntag zu einer Veranstaltung eingeladen, die es so noch nicht gab und sicher auch nicht gleich wieder geben wird. Sie gaben Mitgliedern und Gästen unter dem Motto „Wermsdorf analog“ die Möglichkeit, Fotos und andere Dokumente aus ihrem Privatbesitz zur Geschichte und zum aktuellen Zeitgeschehen in der Öffentlichkeit zu

Im Rahmen der Veranstaltung „Wermsdorf analog“ stellte jetzt der Heimat- und Verschönerungsverein historische Ansichten des Dorfes vor.

. „Wenn wir Mitglieder uns sonst trafen, brachte oft jemand aufgestöbertes historisches Material mit. Da wurde dann anfangs fast immer gesagt: Das schauen wir uns am Ende unseres Treffens an. Doch meist kam es nicht dazu, weil es spät wurde und jeder nach dem offiziellen Teil rasch nach Hause wollte“, nennt Vereinsvorsitzender Gundolf Schmidt die Vorgeschichte.

Knapp 30 Frauen und Männer zeigten Interesse. Ihnen wurde eine interessante Zeitreise geboten und sie erfuhren, was der Heimatverein in den vergangenen Monaten von ehemaligen und heutigen Wermsdorfern an geschichtlichem Material geschenkt bekam. Dazu gehören zum Beispiel ein Fotoalbum von der 750-Jahrfeier, ein Gästebuch oder eine alte handschriftliche Aufstellung mit Einwohnerzahlen.

Als erstes zeigte Marcel Billig Bilder aus der Diasammlung seines Vaters. Dazu gehörten vor allem landschaftliche Motive aus den Wäldern rings um Wermsdorf oder mit einem der örtlichen Seen aus der Zeit um 19550 und 1960. Billig zeigte aber auch interessante Aufnahmen, die er selbst während der Entkernung von Gebäuden auf Hubertusburg gemacht hatte. Dabei spürte er Elemente wie einen Judenstern an einer Giebelspitze auf, die auf eine mögliche jüdische Gedächtnishalle oder Kapelle Rückschlüsse zulassen.

Der Wermsdorfer Bau- und Denkmalexperte Manfred John bekräftigte die Fakten. „Gemeinsam mit einem Denkmalexperten haben wir das schon vor Jahren festgestellt und dokumentiert, wurden aber nicht erhört“, so John.

Einer vorgezogenen weihnachtlichen Bescherung für heimatgeschichtlich Interessierte gleich kam all das, was folgte. Thomas Pfüller zeigte erstmals in der Öffentlichkeit Abzüge von historischen Fotoaufnahmen, die von Glasfotoplatten stammen. Gemeinsam mit seinem Sammlerfreund Frank Straube hat er sie bei einem Trödelhändler aufgespürt und erworben. „Dann war es schwierig, einen Experten zu finden, der die Platten restaurieren konnte. Ein Jahr hat es schon gebraucht, bis davon nun Bilder angefertigt werden konnten“, erzählte Pfüller. Die meisten der Aufnahmen sind in der Zeit um 1900 entstanden, einige aber auch früher. Die Papierabzüge davon präsentierte der 36-Jährige nun: Ungewöhnliche Dorfansichten, Bilder von Häusern, die inzwischen nicht mehr existieren, Aufnahmen von Geschäftshäusern, von einem Turnfest, von Denkmälern, stolzen Jägern und aus einem Steinbruch, Soldatenaufmärschen, Familienbildern.

„Das sind ja richtige Schätze“, sagte Gundolf Schmidt immer dann, wenn wieder einmal Dorfansichten zu sehen waren, die keiner mehr kennt. In mancher seiner Erläuterung zeigte Thomas Pfüller, dass er viel Zeit investieren musste, um die jeweiligen Gebäude zu finden oder deren Standort ausfindig zu machen. Die Aufnahmen offenbarten aber auch, wie wundervoll sich einst der Innenhof der Hubertusburg mit Bäumen, Sträuchern und Hecken präsentierte oder wie der Hof des Alten Jagdschosses einmal ausgesehen hat. Ein Zustand, der so auch für Denkmalschützer und Planer Neues bereithalten dürfte. So gesehen sind die aufgespürten Dokumente wirkliche Wermsdorfer Schätze.

Von Bärbel Schumann

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