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Oschatz Wermsdorfer Rüstzeitheim wieder belegt
Region Oschatz Wermsdorfer Rüstzeitheim wieder belegt
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06:00 18.04.2017
Das Wermsdorfer Rüstzeitheim ist wieder hergerichtet worden und erwartet schon in dieser Woche neue Gäste. Quelle: Foto: Jana Brechlin
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Wermsdorf

Gerade einmal zwei Wochen lagen zwischen dem Auszug der jugendlichen Flüchtlinge aus dem Rüstzeitheim Wermsdorf und dem Einzug der nächsten Besucher. Zwei Wochen, in denen die Räume neu gemalert wurden und eine Grundreinigung erfolgt ist. Nachdem das Haus über ein Jahr lang dauerhaft mit einer Gruppe unbegleiteter minderjähriger Ausländer, kurz Umas, belegt war, kann es nun wieder als Rüstzeitheim benutzt werden.

Um Reservierungen dafür kümmert sich seit 20 Jahren Uta Knittel – und hat bereits wieder gut zu tun. „Direkt nach Ostern erwarten wir schon wieder die ersten Gäste“, freut sie sich. Obwohl sie seit Dezember 2015 keine Buchungen entgegen nehmen konnte, habe es offenbar keinen Abbruch gegeben. „Auf der Internetplattform der Rüstzeitheime wurde das deutlich kommuniziert und ich habe auch alle Interessenten darauf verwiesen, dass ab April dieses Jahres wieder eine Nutzung durch Gruppen möglich ist“, beschreibt sie.

Nachdem im Jahr 2015 innerhalb kurzer Zeit viele Geflüchtete auf die Kommunen verteilt wurden und untergebracht werden mussten, mietete der Landkreis Nordsachsen auch das Wermsdorfer Rüstzeitheim an. Als Träger übernahm ein Torgauer Verein die Betreuung der Jugendlichen (wir berichteten). Ende März eröffnete dann das Bildungs- und Sozialwerk Muldental in einem neu gebauten Holzhaus in Olganitz eine Wohngruppe, in die die bisher in Wermsdorf lebenden Flüchtlinge eingezogen sind. Für Uta Knittel war das der Startschuss, das Rüstzeithaus wieder für die künftigen Gästegruppen herzurichten. Größere Reparaturen müssen jetzt nicht erledigt werden, versichert sie. „Natürlich geht bei dauerhafter Nutzung auch einmal etwas kaputt, aber das haben wir immer umgehend in Ordnung gebracht. Abgesehen davon haben hier im Haus wirklich sehr liebe Jungs gelebt, die auf die Sachen geachtet haben“, sagt er. Dazu komme, dass man bei der Einrichtung in solide Möbel und Ausstattung investiert habe. „Unsere Sachen sind robust und halten viel aus, das kommt uns jetzt zugute.“ In die Kosten für Malerarbeiten und Reinigung teile man sich mit dem Betreiberverein.

Für die kommenden Monate haben sich bereits wieder zahlreiche Gruppen in Wermsdorf angemeldet. Reservierungen kann Uta Knittel allerdings nur bis Jahresende entgegen nehmen. Grund: Der Kirchenbezirk, der das Haus von der evangelischen Kirchgemeinde Wermsdorf zur Nutzung übertragen bekommen hat, will sich von dessen Betrieb trennen und gibt das Gebäude an die Kirchgemeinde als Eigentümer zurück. „Was dann in Zukunft damit wird, kann ich nicht sagen“, so Uta Knittel. Sie beobachte ringsum einen Trend hin zu größeren Häusern mit Vollverpflegung – gegensätzlich zu der Einrichtung in Wermsdorf. Das Rüstzeitheim in der Clara-Zetkin-Straße in unmittelbarer Nachbarschaft zu Kirche und Pfarrhaus ist vergleichsweise klein: Hier haben maximal 25 Personen Platz. Die Zimmer sind einfach und zweckmäßig eingerichtet, zudem ist es ein Selbstversorgerhaus, wobei den Gästen eine voll ausgestattete Küche zur Verfügung steht. Das alles halte den Preis niedrig. „Für kleine Gruppen ist das wichtig. Nicht jeder kann sich eine Übernachtung mit Vollpension leisten. Und unsere Gäste schätzen dieses Rüstzeitheim“, weiß sie. Rico Riese, Pfarrer der Kirchgemeinde, bestätigt, dass derzeit „vieles im Wandel“ ist. Unstrittig sei der Wunsch nach einer ordentlichen Nutzung für das Rüstzeitheim. „Wir sind im Gespräch, um eine Regelung zu finden“, sagt er. Genaueres gebe es allerdings noch nicht.

Es sind längst nicht nur kirchliche Gruppen, die nach Wermsdorf kommen, sondern auch Familien oder etwa eine Professoren-Runde, die sich hier zu Männerwochenenden trifft. „Als ich die Herren darauf hingewiesen habe, dass es hier Stockbetten und eine Selbstversorger-Küche gibt, meinten sie, genau das suche man, weil es sie an die Ausflüge ihrer Jugend erinnert“, erzählt Uta Knittel.

Von Jana Brechlin

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