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Wermsdorfer Wahlkampf eröffnet: Erste Runde für Müller und Lehmann

Wermsdorfer Wahlkampf eröffnet: Erste Runde für Müller und Lehmann

Die Glocke als Ordnungsruf hat Günter Grosch nur wenig gebraucht. Das erste offizielle Aufeinandertreffen der Bürgermeisterkandidaten von Wermsdorf im Calbitzer "Lämmchen" lief überwiegend sachlich ab.

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Auf Einladung von Günter Grosch (M.) stehen Matthias Müller (l.) und Bernd-Dieter Lehmann Rede und Antwort.

Quelle: D. Hunger

Calbitz. Von Jana Brechlin

 

Die meisten Zuhörer im gut gefüllten Saal waren darauf aus, konkrete Antworten von Amtsinhaber Matthias Müller (CDU) und Herausforderer Bernd-Dieter Lehmann (Einzelkandidat) zu erhalten. Während Müller auf Geschaffenes und neue Aufgaben verwies (Gerätehäuser, Schulneubau, Seniorenheim oder Hubertusburg), zählte Lehmann auf, was seiner Meinung nach schief läuft: Die Gemeinde schrumpft, vielerorts sehe es schlimm aus und Kontakt zur Bevölkerung sei kaum vorhanden.

 

Dagegen verwahrte sich der Amtsinhaber und nahm Verwaltung sowie Gemeinderat ausdrücklich in Schutz: "Ich lebe Bürgernähe. Was die Menschen bewegt, kommt auch bei uns an." Während Müller gewohnt souverän agierte, konkrete Zahlen und Angaben zur Hand hatte, fuhr Lehmann eine andere Strategie. Auf Fragen - etwa die von Bernhard Müller aus Malkwitz - mit welchem Leitungsstil er als Bürgermeister arbeiten würde, reagierte er allgemein und schwenkte auf Kritik um. Und überhaupt könne er aus rechtlichen Gründen nicht viel sagen, schließlich sei er vor Jahren "politisch abgesetzt" worden, so der einstige Bürgermeister, der suspendiert wurde. Freimütig war dagegen seine Reaktion auf die Frage von Günter Grosch, warum er sich zur Wahl stelle. Die Entscheidung, so Lehmann, komme nicht von ihm, sondern von Bürgern, die an ihn herangetreten seien. "Ich hätte es mir einfach machen, in den Urlaub fahren und von meiner Pension leben können, mein Eigenheim ist abbezahlt", ließ er wissen. Dass seine neuerlichen politischen Ambitionen nicht überall auf Gegenliebe stoßen, scheint ihn zu wundern: "Einige scheinen Angst zu haben, dass ich wiederkomme." Die Malkwitzerin Veronika Ullrich betonte, es sei viel entstanden im Gemeindegebiet, darüber würden Gäste stets staunen. "Wenn Sie sich die letzten Jahre nicht politisch interessiert haben, wie wollen Sie dann von jetzt auf gleich eine Gemeinde leiten?", wollte sie von Bernd-Dieter Lehmann wissen. Das traue er sich jederzeit zu, versicherte dieser.

 

Andere Themen gab es dann auch noch: die Pflege von Radwegen etwa, den Erhalt der Luppaer Kindertagesstätte oder die Aufnahme von Flüchtlingen. Für letztere habe in Luppa ein privater Vermieter dem Landratsamt Wohnungen angeboten, informierte Matthias Müller, eventuell werde im Sommer die erste Familie in das Gebäude der ehemaligen LPG einziehen. Größere Zahlen könnten die kleinen dörflichen Gemeinden nicht verkraften. "Wermsdorf wird sich dem stellen müssen", meinte auch Bernd-Dieter Lehmann, "eventuell gibt es ja auch in der Hubertusburg Möglichkeiten, Flüchtlinge unterzubringen." Mit Blick auf die Kita in Luppa, sagte Müller: "Es ist gar keine Frage, dass wir an unserem breit gefächerten Betreuungsangebot festhalten." Ansonsten würden die Wege in der 105 Quadratkilometer großen Gemeinde mit elf Ortsteilen zu weit. "Die Kita muss bleiben, natürlich müssen auch die Kinderzahlen stimmen", fand Lehmann.

 

"Die vergangenen Jahre waren die erfolgreichsten in der Gemeinde, auch wenn vorher viel erreicht worden ist", wandte sich der Bürgermeister an die Gäste, "ich möchte diesen Weg weitergehen und die Aufgaben gemeinsam mit ihnen gestalten." Der Herausforderer kündigte an, im Falle eines Wahlsieges mehr mit den Bürgern arbeiten zu wollen: "Ich werde jeden Tag im Amt sein und keine Aufgaben übernehmen, wenn nichts für die Gemeinde rausspringt."

 

Heute Abend geht es in Runde zwei: Ab 19 Uhr hat Günter Schmidt beide Bewerber im Alten Jagdschloss Wermsdorf zu Gast. Interessierte Zuhörer sind eingeladen und können auch Fragen stellen.

Jana Brechlin

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