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Oschatz Wertvoller Altaraufsatz in der Oschatzer Friedhofskirche
Region Oschatz Wertvoller Altaraufsatz in der Oschatzer Friedhofskirche
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13:36 12.03.2018
Nach dem Vortrag kam es zu interessanten Gesprächen der Besucher am Altar wie hier zwischen Günter Sirrenberg und Gert Jubisch (r.). Quelle: Foto: Bärbel Schumann
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Oschatz

Das Interesse an einem Vortrag von Dr. Iris Ritschel über den Altaraufsatz der Gottesackerkirche St. Georg und die Vorstellung ihres Buches über diesen Kunstschatz war groß. Doch auch überregionale Interessenten fanden am Sonntag den Weg, um mehr über den aus dem 16. Jahrhundert stammenden Aufsatz zu erfahren.

Oberbürgermeister Andreas Kretschmar informierte zu Beginn, wie die Zusammenarbeit mit Iris Ritschel entstand und wie es zu dem Buch kam. Er machte kein Hehl daraus, wie schlimm der Zustand der Kirche zu Beginn seiner Amtszeit war und dass es ihn schmerzte, dass ausgerechnet der Ort in Oschatz, wo Einwohner und Angehörige Abschied von einem lieben Menschen nehmen, jahrzehntelang verkam. Ein Glücksumstand für die Stadt als Eigentümerin von Friedhof und Kapelle sei das Auftun von Fördermitteln gewesen. So konnte in den Jahren 2004 und 2005 die Kapelle umfassend saniert werden. „Dank vieler privater Spender gelang es uns 2005 und 2006 noch, den Altaraufsatz zu restaurieren“, so der Bürgermeister.

Begeistert von Altaraufsatz

Iris Ritschel hat diese Arbeiten von Anfang an als Kunsthistorikerin begleitet. Alle, die damals damit zu tun hatten, seien begeistert von dem gewesen, was nach den ersten Handgriffen der Restauratoren sichtbar wurde, erinnert sich Gert Jubisch, damals Mitarbeiter der Stadtverwaltung. Schnell stand für alle Eingeweihten und Beteiligten fest, dass der aufklappbare Altaraufsatz mit Bildnissen von Maria mit Kind sowie Heiliger Elisabeth sowie auf der Rückseite mit den Bildnissen des Heiligen Antonius sowie des Heiligen Erasmus samt Schrein mit der Darstellung einer Hausgeburt etwas ganz Besonderes ist.

Fast zehn Jahre hat es nun gedauert, bis nach monatelangem Durchkämmen von Archiven wie dem Oschatzer sowie umfangreichen Literaturrecherchen die Spezialistin für Skulptur- und Tafelmalerei des 15. und 16. Jahrhunderts sagen konnte: „Der aufklappbare Oschatzer Altaraufsatz ist ein bedeutendes Kunstwerk und Teil der sächsischen Kunstgeschichte.“ Besonders in der Zeit vom 15. bis 17. Jahrhundert sei es üblich gewesen, Altarunterbau und Platte mit aufwendig handgearbeiteten Aufsätzen zu bestücken. Diese seien hochwertige Handwerkskunst und heute selten.

Aufsatz stammt aus Vorgängerkirche

Während ihres Vortrages konnte man nur erahnen, wie umfangreich diese Arbeiten war. Dabei konnte sie auch klären, woher der Aufsatz stammt. Ritschel erklärte in ihrem Vortrag, dass der Aufsatz von der abgerissenen Vorgängerkirche an gleichem Ort stammen musste und nach dem Bau der heutigen St. Georgenkapelle darin aufgestellt wurde. Gefundenes Eichenholz und Nägel zur Befestigung sprechen dafür. Zudem, so Ritschel, seien in den alten Rechnungen des Baus nur sehr geringe Kosten für die Altaraufstellung enthalten. Werkstätten und Maler, die den Aufsatz anfertigten, sind weiter unbekannt und bieten, da ist sich Iris Rietschel sicher, Stoff für weitere Forschungen. Somit konnte sie auch widerlegen, dass der Altaraufsatz angeblich nicht in der Klosterkirche gestanden haben soll. Jahrzehntelang wurde das nicht nur von Oschatzer Gläubigen angenommen.

Was die einzelnen Darstellungen verkörpern, welche Besonderheiten sie haben und wie der Oschatzer Altaraufsatz in Deutschland, ja Europa eingeordnet werden muss, darüber stehen viele interessante Fakten im Buch „Geburt, Krankentrost und Jenseitshoffnung in der Friedhofskirche zu Oschatz“, das Iris Rietschel geschrieben hat. Erschienen ist das Werk im Verlag Beier und Beran für Archäologische Fachliteratur.

Von bärbel schumann

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