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Oschatz Wie ein Schweizer Käse: Kleingärtner sorgen sich um leer stehende Lauben
Region Oschatz Wie ein Schweizer Käse: Kleingärtner sorgen sich um leer stehende Lauben
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16:15 10.02.2015
Christoph Senkel Quelle: Dirk Hunger

Was beschäftigt den Vorstand am meisten?

Es geht um den Rückbau von Gartenlauben. Dafür hat der Landkreis kürzlich ein Konzept geschmiedet. Das ist in Ordnung, aber wir haben noch eigene Ideen dazu entwickelt. In den vergangenen zehn Jahren wurden durch den Vorstand schon 19 vernachlässigte oder einsturzgefährdete Lauben abgerissen. Jetzt gibt es vielleicht noch zehn. Einige stehen in freien Gärten, darüber entscheidet der Vorstand selbst. Wenn es aber Gärten gibt, die bewirtschaftet werden, finden wir mit den Pächtern auch eine finanzielle Lösung.

Das klingt, als hätten Sie noch einen Trumpf im Ärmel...

Unser Anliegen ist es, die Gartenanlage so weit es geht in ihrer Fläche zu erhalten und damit auch die Lauben, die noch zu retten sind. Die ersten in monolithischer Bauweise in der Anlage waren ganz kleine Lauben mit maximal zehn Quadratmetern Grundfläche. Einige wenige haben wir mit unseren Mitteln restauriert. Und wenn ein Garten mit Häuschen in Ordnung ist, kann er schneller vergeben werden. Beim Umbau der Anlage hilft uns eine Professorin von der Hochschule Erfurt.

Haben Sie auch mit hohem Leerstand zu kämpfen?

Da muss ich etwas weiter ausholen. In DDR-Zeiten hatte fast jeder Zweite einen Garten. Jetzt schlägt der demografische Wandel in der Region gnadenlos zu. Nicht nur in unserer Anlage. Junge Menschen für einen Garten zu gewinnen ist schwer. Jeder Gartenverein muss daher überlegen, wie es bei ihm weiter gehen könnte. Hier helfen uns zum Beispiel die Themen- und Tafelgärten, die wir angelegt haben. Manches Vereinsmitglied hat auch zwei Gärten. So ist gewährleistet, dass die Anlage nach außen doch einen recht ordentlichen Eindruck macht. Wir sind sehr stolz darauf, dass wir 2002 beim Bundeskleingartenwettbewerb mit der Silbermedaille geehrt wurden. Außerdem wurden wir 2010 und 2013 zu Nordsachsens bester Gartenanlage gekürt.

Wie groß ist die Anlage, und wie viele Gärten haben Sie?

Die 258 Gärten stehen auf etwa zehn Hektar. Mitglieder haben wir 211. Wirklich zu vergeben haben wir aktuell fünf Gärten.

Gibt es schon Vorstellungen, wie die Anlage umgebaut werden soll?

Die Anlage kann durch die leerstehenden Gärten mit einem Schweizer Käse verglichen werden. Da ist dort oder da ein Garten frei. Diese möchten wir mit einbeziehen, kleine Parks errichten und so das Vereinsleben fördern. Ein Verein sollte leben. Das ist nicht einfach. Junge Menschen sind nur schwer zu überzeugen.

Das sind weitreichende Ziele. Und was liegt unmittelbar an?

Da der Winter so gut wie ausgefallen ist, kommen ab und zu Pächter in ihre Gärten. Jetzt zum Beispiel können Obstbäume geschnitten und Gewächshäuser vorbereitet werden.

Interview: Gabi Liebegall

Gabi Liebegall

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