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Oschatz Wilde Kerle und scharfe Bräute
Region Oschatz Wilde Kerle und scharfe Bräute
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14:42 17.11.2013

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Von Janett Petermann

Mit leichtem Vorsprung starteten die Dahlener Narren in die närrische Saison. Pünktlich 19.11 Uhr krachten die Konfettikanonen des DCC (Dahlener Carneval Club) - und das frische Prinzenpaar übernahm das Kommando im Saal. Netti I. und Olli I. verlasen wie gewohnt die Saalordnung, und keiner der Gäste wäre auf die Idee gekommen, zu widersprechen.

Zum 20. Jubiläum des Dahlener Faschings hatten sich die Karnevalsfreunde filmreif zurechtgemacht. Die Narren stellten jede Oscar-Verleihung in den Schatten. Den schottischen Nationalhelden William Wallace gab es gleich in mehrfacher Ausführung. "Wir haben uns alle als Wallace verkleidet, weil wir uns nicht einigen konnten", gab Heino Vieweg aus Luppa zu. Die einheitliche Kostümierung der Freunde sorgte für Aufsehen. Alle waren in alte Jutesäcke gehüllt und klapperten laut mit ihren Schilden und Keulen.

Etwas ruhiger ging es da bei Lars vom Mars zu, der sich am Tisch gegenüber gemeinsam mit seiner Frau noch an das Klima auf der Erde gewöhnen musste. "Wir sind regelrechte Faschingsfans und zählen hier schon fast zum Inventar", berichtete Karla Schuster. Für die Kostümierung hatten sie sich ganz einfach Dinge aus dem Haushalt geschnappt und mit viel Kreativität umfunktioniert. "Der Weltall-Helm ist ein uralter Fahrradhelm, der mit Aluminiumfolie umwickelt ist", erklärte Frank Schuster die glänzende Kopfbedeckung. Gegen kosmische Strahlung, aber auch den Konfettiregen war dieser die beste Wahl.

Den Dahlener Karnevalisten war es freigestellt, wie sie das Aussehen ihres filmischen Vorbildes interpretieren. "Ich habe einfach im Internet gesucht und fand das, was ich heute trage, am schicksten", so Nicole Knorr, die als Piratenbraut ganz in Pink die Blicke auf sich zog.

Eines hatten die Karnevalisten in Oschatz und Dahlen aber gemeinsam. Sowohl im Elferrat der Dahlener als auch in Oschatz hatte die Erkältungswelle für Lücken gesorgt. Diese wurden aber von den übrigen Mitgliedern ausgefüllt.

Die Oschatzer ließen sich für ihren Faschingsauftakt von den Helden ihrer Kindheit inspirieren. Diese tummelten sich zwischen der bunten Dekoration mit Pittiplatsch und Titanic-Kulisse im Foyer des Thomas-Müntzer-Hauses.

"Ich freue mich sehr, dass die Resonanz seit unserer ersten Veranstaltung stetig steigt und die Oschatzer wieder Gefallen am Fasching finden", sagte Angela Leopold, die Präsidentin des OCC (Oschatzer Carneval Club).

Nicht nur die Dekoration stimmte, auch die Gestaltung des Abends können die OCC-Mitglieder als Erfolg verbuchen. Die Mischung aus Tanzmusik und kleinen Pausen für das unterhaltsame Programm gefiel den Teilnehmern und auch den Zuschauern, die sich vor Lachen bogen.

Bestens unterhalten fühlten sich besonders die "Oschatzer Narrenkappen", wie sich die Gruppe um Puppendoktorin Pille nannte. Die Puppenheilerin, mit bürgerlichem Namen Silke Lösch, hatte als Ergänzung zu Brille und Arztkittel auch zwei ihrer Patientinnen bei sich am Tisch. "Ich habe die zwei Puppen, mit denen ich damals leidenschaftlich gern spielte, extra für den heutigen Abend vom Dachboden geholt", so die Oschatzerin. Für sie und ihre "Narrenkappen" ist Fasching jedes Jahr Pflicht.

Das sah auch Grit Marsch so, die ihre Kostüm einer ganzen Ära ihrer Jugend widmete. Wie eine lebendige Discokugel tänzelte sie über die Tanzfläche, wo kleine Glitzerkugeln an ihr funkelten. "Ich finde, es ist sonst schon alles grau genug, da kann man es zum Fasching wenigstens krachen lassen", so die Oschatzerin, die Erinnerungen an ihre Kindheit mit Disco-Musik verbindet.

Janett Petermann

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