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Oschatz Wird Tagebau in Kemmlitz nun doch Naturbad?
Region Oschatz Wird Tagebau in Kemmlitz nun doch Naturbad?
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15:00 02.04.2016
Glasklares Wasser und eine idyllische Lage bietet das Areal des gefluteten ehemaligen Tagebaus „Frieden“ in Kemmlitz. Doch als Badegewässer ist es noch nicht zugelassen. Das soll sich jedoch ändern, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt werden können. Quelle: Fotos: Dirk Hunger/Bildmontage
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Mügeln/Kemmlitz

Im vergangenen Herbst hatten Bürger der Region eine Unterschriftenaktion gestartet. Sie forderten den Ausbau und die Freigabe des einstigen Kaolintagebaues Frieden, der seit 2004 geflutet wird, zum offiziellen Badesee und übergaben das Ergebnis an Bürgermeister Johannes Ecke. Schon bei der Unterschriftenübergabe machte das Stadtoberhaupt klar, dass sich eine Stadt wie Mügeln nicht zwei Bäder leisten könne und andererseits die bergbaurechtliche Freigabe des entstandenen Gewässers noch nicht erfolgt sei.

Im Zuge der Stadtbadschließung kam das Thema erneut auf und der Bürgermeister sprach in dieser Woche erstmals in der Öffentlichkeit über den neuesten Stand in Sachen Kemmlitzer Badesee.

Johannes Ecke berichtete, dass Vertreter der Stadtverwaltung nach Groitzsch zum Erfahrungsaustausch gefahren seien, wo ein Bad an einem Tagebaurestloch entstanden ist. „Wenn alle rechtlichen Fragen geklärt werden können, wird es in Kemmlitz nur ein Baden auf eigene Gefahr geben. Wir wollen aber, dass es dann geordnet zugeht. Deshalb suchen wir einen Pächter“, so Ecke. Der solle sich nicht nur um die Ordnung und den Müll kümmern, sondern auch die Möglichkeit erhalten, Getränke, Bockwurst und andere Dinge zu verkaufen. „In der Zeit von 10 bis 20 Uhr muss dann einfach jemand da sein, der für das Gelände dann zuständig ist.“ Mit dem Kemmlitzer Sachsenklub sei man schon im Gespräch gewesen, ob ein Mitglied diese Aufgabe übernehmen könnte. Leider ohne Erfolg. Aber die Suche gehe weiter.

Eine endgültige Entscheidung, ob der offizielle Bad-Traum der Unterschriften-Aktivisten in Kemmlitz wahr wird, hängt jedoch maßgeblich vom Kemmlitzer Kaolinwerk ab, erklärte der Bürgermeister. Das gesamte Areal ist Betriebsgelände. Das Kaolinwerk nutzt zudem Wasser aus dem See als Schlämmwasser.

Werkleiter Dr. Thomas Wegner bestätigt dies. Er kennt die gegenwärtigen Bemühungen und nennt weitere Fakten. „Wir arbeiten daran, dass eine vertragliche Regelung zwischen uns und der Stadt zu Stande kommt. Zuvor muss aber die Geschäftsführung der Quarzwerke-Gruppe in Köln-Frechen ihre Zustimmung erteilen.“ Dem Kemmlitzer Werkleiter sind dabei besonders die Klärung aller rechtlichen Belange, Fragen der Ordnung, der Verkehrssicherung und auch die Müllentsorgung wichtig. „Außerdem müssen bei den Gesprächen auch die Angler mit an den Tisch, die das rund neun Hektar große Gewässer gepachtet haben und mit denen wir bisher hervorragend zusammen arbeiten“, erklärt Wegner.

Auch in das Thema des unkontrollierten Parkens ist Bewegung gekommen. Laut Bürgermeister Johannes Ecke werde gemeinsam mit dem Kemmlitzer Holger Schilke nach vertretbaren Lösungen gesucht. Der Gröppendorfer Weg und auch die Straße „Am Zechenhaus“ könnten dafür genutzt werden. Ein beidseitiges Parken an der Straße, die von der S 31 nach Kemmlitz führt, wird aus verkehrsrechtlicher Sicht in diesem Jahr auch aus einem anderen Umstand nicht gewährt werden können. Die S 31 wird zwischen Neusornzig bis nach Kleinpelsen wahrscheinlich ab Mai komplett wegen Bauarbeiten gesperrt werden. Die Umleitung sämtlichen Verkehrs wird über Kemmlitz und Ablaß zur Autobahn erfolgen.

Von Bärbel Schumann

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