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Oschatz Wohnheim für 150 Asylbewerber auf Oschatzer DHL-Gelände geplant
Region Oschatz Wohnheim für 150 Asylbewerber auf Oschatzer DHL-Gelände geplant
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Das ehemalige Oschatzer DHL-Gelände ist als geplante Erstaufnahmeeinrichtung im Gespräch. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Oschatz

"Im Freistaat Sachsen sind momentan 16.000 Asylbewerber in Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht. Die kommen vor allem aus dem Bereich Syrien beziehungsweise dem arabischen Raum", informiert Oberbürgermeister Andreas Kretschmar. Diese 16.000 Menschen, die sich bereits in Sachsen befinden, sollen in der nächsten Zeit auf die Landkreise verteilt werden. "Die Zuständigkeit liegt hier bei der Ausländerbehörde des Landkreises. Die Asylbewerber werden auf die Kommunen aufgeteilt. Dazu haben sich die Bürgermeisterkollegen verständigt", so Kretschmar. Noch im Dezember und dann auch im Januar wird der Landkreis pro Monat 600 Asylbewerber aufnehmen.

Das Oschatzer Objekt Wellerswalder Weg 2 ist bei der Unterbringung von Flüchtlingen aus dem Rennen. "Das Grundstück hatte der Landkreis ins Auge gefasst und als Unterbringungsmöglichkeit geprüft. Die Prüfung hat jedoch ergeben, dass dort keine Asylberwerber untergebracht werden können. Die Kosten für die Herrichtung sind einfach zu hoch und man hat festgestellt, dass es auch andere Objekte gibt, die genutzt werden können", so der Oschatzer Oberbürgermeister. Unterdessen wurden von der Kreisbehörde weitere Unterbringungsangebote geprüft. Dabei ist aktuell das ehemalige Stabsgebäude auf dem alten DHL-Gelände in den Fokus gerückt. "Inzwischen ist man schon seit längerer Zeit dabei, das Gebäude leer zu lenken. Das hatte meines Wissens nach mit dem Asyl nichts zu tun, passt aber jetzt den Vermarktern des Geländes gut ins Konzept", so Kretschmar. In der ersten Ausbaustufe soll in dem Gebäude Platz für 90 Menschen geschaffen werden. Allerdings sind noch nicht alle Randbedingungen abgeklärt. Klarheit erhofft sich die Ausländerbehörde in dieser Woche.

Im Endausbau sollen hier zwischen 150 und 160 Personen, die einen Asylantrag gestellt haben, Unterkunft finden. Die Belegung des Objektes ist ab Januar des kommenden Jahres vorgesehen. Damit wird das Oschatzer Aufnahmekontingent für 2015 und teilweise schon für 2016 erfüllt. Sollte es aber zu Engpässen beim Bereitstellen von Unterkünften in Oschatz kommen, gibt es zwei Varianten. Entweder wird das Stabsgebäude etwas eher mit weniger Personen belegt oder der Landkreis nutzt seine Turnhallen der Beruflichen Schulzentren (BSZ) als Notunterkunft. Die Turnhalle mit der höchsten Belegungspriorität befindet sich nicht in Oschatz. Dabei ist aber nicht ausgeschlossen, dass auch die BSZ-Turnhalle am Zeugamt genutzt werden kann.

Von Hagen Rösner

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