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Wohnungsgenossenschaft Oschatz-Mügeln feiert 60-jähriges Bestehen

Wirtschaft Wohnungsgenossenschaft Oschatz-Mügeln feiert 60-jähriges Bestehen

Mit einem großen Fest haben die Genossenschaftsmitglieder und ihre Gäste das 60-jährige Bestehen der Wohnungsgenossenschaft Oschatz-Mügeln gefeiert. Die Genossenschaft verfügt über 844 Wohnungen in Oschatz, Mügeln und Wermsdorf.

Mit einem bunten Programm feierten die Genossenschaftsmitglieder das Jubiläum.

Quelle: christian kunze

Oschatz/Mügeln/Wermsdorf. 60 Jahre alt und kein bisschen leise – die Wohnungsgenossenschaft Oschatz-Mügeln blickte am Wochenende gemeinsam mit ihren Genossenschaftsmitgliedern und weiteren Gästen auf eine erfolgreiche Geschichte in der Collm-Region zurück.

Was am 28. Mai 1957 im Oschatzer Rathaus mit 20 mutigen Gründern der Arbeiterwohnungsgenossenschaft „Einheit“ begann und fortan vor allem den Mitarbeitern in volkseigenen Betrieben und ihren Familien dienen sollte, ist heute eine Genossenschaft mit Standbeinen in Oschatz, Mügeln und Wermsdorf. Die Fusion mit der Genossenschaft in Wermsdorf ist der jüngste Meilenstein in der sechs Jahrzehnte umfassenden Geschichte.

Insgesamt verfügt die Institution über einen Bestand von reichlich 844 Wohnungen, die meisten davon in Oschatz mit je einem Wohngebiet im Stadtteil West (454 Wohnungen), Straße der Einheit und Am Wasserturm (146) und im Fliegerhorst (40) sowie Neue Straße in Mügeln (132) und Oschatzer Straße in Wermsdorf (72). Bis 1989 expandierte die Genossenschaft, mit der politischen Wende und der Einheit Deutschland kehrte sich das um. „Fortan hieß es für uns sanieren, konsolidieren und uns auch von Wohnraum trennen, sprich Wohnblöcke abreißen“, sagte Vorstandsmitglied Sven Petzold. Investiert wird demnächst auch, und zwar in einen neuen Verwaltungsstandort. Die Genossenschaft hat das Gebäude in der Brüderstraße gekauft, in dem einst das Deutsche Rote Kreuz untergebracht war und wird dort 2018 neue Büroräume schaffen.

Irene Ludwig war rund 30 Jahre lang in der Genossenschaft tätig und erinnert sich an die Anfänge. „Die Situation damals war nicht mit der heute vergleichbar. Es herrschte eine exztreme Wohnungsnot und in den ersten Tagen war es unheimlich schwierig, Mitglieder zu gewinnen“, sagt sie. Heute kann dagegen von Wohnungsnot keine Rede mehr sein. „Alle Mitglieder haben Mitspracherecht und Dauerwohnrecht in gut sanierten Wohnungen. Fast alle davon haben einen Balkon. Auf Wunsch werden die Wohnungen altersgerecht und mit Duschen ausgestattet und für Familien mit vielen Kindern größerer Raum geschaffen“, betont die Ehemalige.

Alles begann in der Rosa-Luxemburg-Straße in Mügeln und Am Wasserturm in Oschatz. Im Jahr 1961 war die Zahl der Familien, die in Oschatz unter dem Dach der Genossenschaft wohnten, auf 128 angestiegen. Ebenfalls von Bedeutung war das Jahr 1996, als in Mügeln mit einer finanziellen Beteiligung der Mitglieder die Versorgung mit Erdgas begann.

Für die Bürgermeister der Städte und Kommunen, in denen die Wohnungsgenossenschaft Oschatz-Mügeln Wohnungen anbietet, sind Sven Petzold, der seit dem Jahr 2003 dazugehört, und sein Team wichtige, ja unverzichtbare Partner. Der Oschatzer Oberbürgermeister Andreas Kretschmar (parteilos) brachte das im Rahmen der Festveranstaltung zum 60. Grünungsjubiläum auf den Punkt: „Wir können Straßen und Wege für Autofahrer, Radfahrer und Fußgänger schaffen und ausbauen. Aber keine dieser Investitionen erfüllt ihren Zweck, wenn das Geschaffene nicht von denen genutzt wird, die sich entschieden haben, hier zu wohnen. Für die Entwicklung unserer Stadt Oschatz ist deshalb ein attraktives Wohnungsangebot von zentraler Bedeutung“.

Zur Entwicklung gehört auch, dass in Oschatz bis zum Jahr 2007 knapp 150 Wohnungen vom Markt genommen wurden, weil der Bedarf schlicht gesättigt war.

Von Christian Kunze

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Oschatz
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