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Wolfgang Berger aus Schweta sammelt Winterpilze

Ehrenamtlicher Pilzberater Wolfgang Berger aus Schweta sammelt Winterpilze

Die Hochsaison für Pilzesammler ist zwar längst vorüber, doch auch im Winter kann man noch essbare Pilze finden – wie zum Beispiel Austernseitlinge und Samtfußrüblinge, die an Weidenstämmen unmittelbar neben der Döllnitz wachsen. Pilzberater Wolfgang Berger aus Schweta hat sie gleich hinter seinem Grundstück in Schweta geerntet.

Wolfgang Berger aus Schweta ist Pilzberater und steht Pilzsammlern mit Rat und Tat zur Seite.

Quelle: Dirk Hunger

Schweta. Wer gern frische Pilze isst, der muss selbst im Winter auf eine solche Mahlzeit nicht verzichten. Wolfgang Berger aus Schweta kennt sich bestens aus. Hinter seinem Grundstück in Schweta erntet der 83-Jährige schmackhafte Austernseitlinge und Samtfußrüblinge, die an Weidenstämmen unmittelbar neben der Döllnitz wachsen. „Im vergangenen Jahr ist die Ernte ergiebiger ausgefallen. Da konnten wir etliche Mahlzeiten genießen und hatten außerdem einige Portionen in unserer Tiefkühltruhe gelagert“, sagt der 83-Jährige. In diesem Jahr sei der Ertrag allerdings geringer ausgefallen. Das hängt laut Berger einerseits mit der Witterung zusammen – es hat viel weniger geregnet – und andererseits sind die Weiden, an denen die Pilze gedeihen, ausgelaugt. „Für eine Pilzmahlzeit hat es aber gereicht“, so der Schwetaer. Erntezeit sei zwei Wochen vor Weihnachten bis Ende Februar, auch wenn es draußen bitterkalt ist.

Nur drei Pilzberater in der Region

„Der Frost macht nichts aus“, weiß Berger, der bereits seit 1975 sein Wissen als Pilzberater weiter gibt. „Ich habe damals in der Kranichau sehr schöne große Austernseitlinge gesehen und bin mit Pilzberater Rolf Herbst aus Oschatz zusammengekommen. Er hat mich gefragt, ob ich nicht mitmachen möchte, da Leute als Pilzberater fehlten. Schließlich habe ich einen Lehrgang an der Volkshochschule besucht und bin seitdem als Berater tätig.“ Das Angebot werde rege in Anspruch genommen, denn immerhin gebe es im Raum Oschatz lediglich drei Experten. Im vergangenen Jahr konnte der Rentner insgesamt 85 Leuten fachgerechte Auskunft geben und von ihnen 195 Pilze bestimmen. Meistens muss er dann aus den Körben Giftpilze wie Karbolegerlinge aussortieren. Die wachsen in Gärten am Rande von gut gedüngten Wiesen und verursachen beim Genuss Unwohlsein, Probleme mit dem Herzen, Darmbeschwerden sowie Erbrechen. „Manche waren bei mir, die hatten diese Pilze sogar schon eingekocht“, schmunzelt Berger.

Die meisten Speisepilze, die im Wermsdorfer Wald aus dem Boden schießen, seien unter anderem Steinpilze und Rotkappen, aber auch der Perlpilz. Dieser könne aber leicht mit dem hochgiftigen Pantherpilz verwechselt werden. „Der Perlpilz sieht rötlich aus und am Hut scheinen die Lamellen nicht durch. Der Pantherpilz hat dagegen liederliche Manschetten“, nennt Experte Berger einen kleinen, aber wesentlichen Unterschied. Er selbst ist leidenschaftlicher Pilzesser und mag am liebsten Mischgerichte von Steinpilzen, Perlpilzen und Rotkappen, aber auch die echten Wiesenchampignons gehören zu seinen Lieblingsspeisen.

Vorsicht vor Bitterpilzen

Acht geben sollten Pilzsammler auf jeden Fall auf Bitterpilze, die es oft in Hülle und Fülle in den Wäldern gibt. Selbst ein Pilz sorge schon dafür, dass die gesamte Mahlzeit ungenießbar werde. „Gut beraten ist, wer vor der Verarbeitung mal ein kleines Stück kostet.“ Der Weg zum Pilzberater nach Schweta lohne sich auf alle Fälle, wenn man auf der sicheren Seite sein möchte. Wolfgang Berger wohnt in der Schlanzschwitzer Straße 20 und ist für Pilzsammler von 10 bis 18 Uhr zu sprechen. Hochbetrieb von beratungsbedürftigen Bürgern sei vor allem von Ende August bis Ende September.

Seinen ehrenamtlichen Job möchte er noch so lange es die Gesundheit zulässt ausüben. „Es macht Spaß zu helfen“, begründet der Schwetaer sein Engagement. Das Pilzjahr im vergangenen Jahr sei übrigens kein so gutes gewesen, da der Regen fehlte. Eine Prognose zum kommenden Jahr könne Berger aber nicht abgeben.

Von Heinz Großnick

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Schweta
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