Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 3 ° stark bewölkt

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Wolfgang Berger aus Schweta sammelt Winterpilze

Ehrenamtlicher Pilzberater Wolfgang Berger aus Schweta sammelt Winterpilze

Die Hochsaison für Pilzesammler ist zwar längst vorüber, doch auch im Winter kann man noch essbare Pilze finden – wie zum Beispiel Austernseitlinge und Samtfußrüblinge, die an Weidenstämmen unmittelbar neben der Döllnitz wachsen. Pilzberater Wolfgang Berger aus Schweta hat sie gleich hinter seinem Grundstück in Schweta geerntet.

Wolfgang Berger aus Schweta ist Pilzberater und steht Pilzsammlern mit Rat und Tat zur Seite.

Quelle: Dirk Hunger

Schweta. Wer gern frische Pilze isst, der muss selbst im Winter auf eine solche Mahlzeit nicht verzichten. Wolfgang Berger aus Schweta kennt sich bestens aus. Hinter seinem Grundstück in Schweta erntet der 83-Jährige schmackhafte Austernseitlinge und Samtfußrüblinge, die an Weidenstämmen unmittelbar neben der Döllnitz wachsen. „Im vergangenen Jahr ist die Ernte ergiebiger ausgefallen. Da konnten wir etliche Mahlzeiten genießen und hatten außerdem einige Portionen in unserer Tiefkühltruhe gelagert“, sagt der 83-Jährige. In diesem Jahr sei der Ertrag allerdings geringer ausgefallen. Das hängt laut Berger einerseits mit der Witterung zusammen – es hat viel weniger geregnet – und andererseits sind die Weiden, an denen die Pilze gedeihen, ausgelaugt. „Für eine Pilzmahlzeit hat es aber gereicht“, so der Schwetaer. Erntezeit sei zwei Wochen vor Weihnachten bis Ende Februar, auch wenn es draußen bitterkalt ist.

Nur drei Pilzberater in der Region

„Der Frost macht nichts aus“, weiß Berger, der bereits seit 1975 sein Wissen als Pilzberater weiter gibt. „Ich habe damals in der Kranichau sehr schöne große Austernseitlinge gesehen und bin mit Pilzberater Rolf Herbst aus Oschatz zusammengekommen. Er hat mich gefragt, ob ich nicht mitmachen möchte, da Leute als Pilzberater fehlten. Schließlich habe ich einen Lehrgang an der Volkshochschule besucht und bin seitdem als Berater tätig.“ Das Angebot werde rege in Anspruch genommen, denn immerhin gebe es im Raum Oschatz lediglich drei Experten. Im vergangenen Jahr konnte der Rentner insgesamt 85 Leuten fachgerechte Auskunft geben und von ihnen 195 Pilze bestimmen. Meistens muss er dann aus den Körben Giftpilze wie Karbolegerlinge aussortieren. Die wachsen in Gärten am Rande von gut gedüngten Wiesen und verursachen beim Genuss Unwohlsein, Probleme mit dem Herzen, Darmbeschwerden sowie Erbrechen. „Manche waren bei mir, die hatten diese Pilze sogar schon eingekocht“, schmunzelt Berger.

Die meisten Speisepilze, die im Wermsdorfer Wald aus dem Boden schießen, seien unter anderem Steinpilze und Rotkappen, aber auch der Perlpilz. Dieser könne aber leicht mit dem hochgiftigen Pantherpilz verwechselt werden. „Der Perlpilz sieht rötlich aus und am Hut scheinen die Lamellen nicht durch. Der Pantherpilz hat dagegen liederliche Manschetten“, nennt Experte Berger einen kleinen, aber wesentlichen Unterschied. Er selbst ist leidenschaftlicher Pilzesser und mag am liebsten Mischgerichte von Steinpilzen, Perlpilzen und Rotkappen, aber auch die echten Wiesenchampignons gehören zu seinen Lieblingsspeisen.

Vorsicht vor Bitterpilzen

Acht geben sollten Pilzsammler auf jeden Fall auf Bitterpilze, die es oft in Hülle und Fülle in den Wäldern gibt. Selbst ein Pilz sorge schon dafür, dass die gesamte Mahlzeit ungenießbar werde. „Gut beraten ist, wer vor der Verarbeitung mal ein kleines Stück kostet.“ Der Weg zum Pilzberater nach Schweta lohne sich auf alle Fälle, wenn man auf der sicheren Seite sein möchte. Wolfgang Berger wohnt in der Schlanzschwitzer Straße 20 und ist für Pilzsammler von 10 bis 18 Uhr zu sprechen. Hochbetrieb von beratungsbedürftigen Bürgern sei vor allem von Ende August bis Ende September.

Seinen ehrenamtlichen Job möchte er noch so lange es die Gesundheit zulässt ausüben. „Es macht Spaß zu helfen“, begründet der Schwetaer sein Engagement. Das Pilzjahr im vergangenen Jahr sei übrigens kein so gutes gewesen, da der Regen fehlte. Eine Prognose zum kommenden Jahr könne Berger aber nicht abgeben.

Von Heinz Großnick

Schweta 51.2425807 13.0816805
Schweta
Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oschatz
  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr