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Oschatz Zähne putzen in Mügelns Kindertagesstätte „Sonnenblume“ abgeschafft
Region Oschatz Zähne putzen in Mügelns Kindertagesstätte „Sonnenblume“ abgeschafft
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14:09 13.11.2017
Es besteht Gefahr, dass die Zahnbürsten versehentlich vertauscht werden. Deshalb werden in der Kita Sonnenblume keine Zähne mehr geputzt. Quelle: Foto: dpa
Mügeln

Zähne putzen ist in der Kindertagesstätte „Sonnenblume“ in Mügeln Vergangenheit. Das tägliche Ritual für gesunde Mundhygiene der Mädchen und Jungen wurde dort abgeschafft. Das bringt die Eltern auf. Unverständlich für sie, dass die jahrelange Praxis einfach über den Haufen geworfen wird. „Die Anweisung ist von der Leitung der Einrichtung gekommen. Es gab Vorfälle, dass mit den Zahnbürsten zum Beispiel die Bäder geputzt worden sind“, erklärte Mügelns Hauptamtsleiterin Dörte Eberhardt dazu.

Zweimal Zähneputzen am Tag reicht völlig aus

Uta Gradl, Leiterin der Kindertagesstätte, rechtfertigt ihre Entscheidung. „Natürlich ist das Zähne putzen in den Einrichtungen über viele Jahre hinweg gewachsen. Doch bei Fortbildungen wird erklärt, dass dies in Kindereinrichtungen nicht üblich ist. Ich habe außerdem mit drei Zahnärzten gesprochen, die gesagt haben, dass zweimal Zähneputzen am Tag völlig ausreicht.“

Außerdem stehe die praktische Mundhygiene in keinem Bildungsplan. Die Abschaffung sei vor allem aus hygienischen Gründen erfolgt. Es kam vor, dass zum Beispiel Zahnputzbecher herunter fallen, die Bürsten liegen auf dem Fußboden und würden dann einfach in einen anderen Becher gesteckt „Wenn mit 16 Kindern an drei Becken gleichzeitig Zähne geputzt werden, ist der Lerneffekt überhaupt nicht gegeben“, verdeutlicht die Kita-Chefin. Sie weiß aber auch von einigen sozial schwachen Familien, dass zu Hause überhaupt keine Zähne geputzt werden. „Wir haben Zettel mit Hinweisen zum richtigen Zähneputzen ausgegeben und auch entsprechende Aushänge gemacht“, so Gradl. Es liege in der Verantwortung der Eltern, ihre Kinder diesbezüglich zu erziehen. „Das können wir nicht übernehmen.“ Eltern hätten mittlerweile auch die angegebenen hygienischen Gründe eingesehen, wenn sie hörten, dass andere Kinder mit den Zahnbürsten sogar die Toilette putzten.

Einheitliche Regelung für Mügelner Kitas fehlt

Eine einheitliche Regelung – Zähne putzen oder nicht – gibt es in den Kindereinrichtungen der Stadt Mügeln nicht. Das soll sich aber bald ändern. „Wir wollen uns bezüglich dieser Problematik zusammensetzen“, kündigt Gradl gegenüber der Oschatzer Allgemeinen an.

In der Kindertagesstätte „Grashüpfer“ in Schweta werden derzeit noch fleißig die Zähne geputzt. „Ich bin auch glücklich darüber, dass das beibehalten wird“, versichert Leiterin Stefanie Unger. In ihrer Einrichtung funktioniere es tadellos, versichert sie. „Wir haben ein gutes System und kleinere Bäder. Da strömen nicht alle Kinder auf einmal hinein. Es geht nacheinander, strukturiert und geordnet ab. Jedes Kind nimmt seine Zahnbürste und die Erzieherin steht daneben. Es wurde noch nicht beobachtet, dass die Zahnbürsten vertauscht worden sind.“

Unger betrachtet die Mundhygiene nach dem Essen auch als unverzichtbaren Erziehungseffekt und sagt dazu: „Zu Hause stehen die Zahnbürsten ja auch nebeneinander. Mir als Mutti ist es ebenso wichtig, dass die Zähne der Kinder regelmäßig und gründlich geputzt werden.“

Von Heinz Großnick

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