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Oschatz Zeichaer Straße in Mügeln wird von Ortsumgehung abgekoppelt
Region Oschatz Zeichaer Straße in Mügeln wird von Ortsumgehung abgekoppelt
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10:41 03.05.2016
Schwere Verkehrsunfälle ereignen sich seit Inbetriebnahme der Ortsumgehung Mügeln immer wieder. Quelle: Dirk Hunger
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Mügeln/Dresden

Die Zeichaer Straße in Mügeln soll doch keine Einbahnstraße werden, wie in unserer Montagsausgabe im Artikel „Unfallschwerpunkt Umgehungsstraße Mügeln soll Ende Mai entschärft werden“ angekündigt. Die Mitteilung des Landesamtes für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) in Dresden zur Umgehungsstraße Mügeln ha für Irritationen gesorgt und stößt auf Unverständnis bei Anwohnern und Nutzern der Straße.

Die Behörde hatte am Freitag informiert, dass die Zeichaer Straße als Zufahrt zur Ortsumgehung Mügeln, der S 31, „abgehangen“ werden soll und anschließend auf OAZ-Nachfrage von einer Einbahnstraßenregelung gesprochen. „Das ist falsch“, korrigierte am Montag Lasuv-Pressesprecherin Isabel Siebert die Aussage ihrer Kollegin und konkretisierte: „Die Verbindung Zeichaer Straße wird an der Kreuzung mit der Staatsstraße 31 in beide Fahrtrichtungen voll gesperrt.“ Verkehrsteilnehmer müssen dann die benachbarten Kreuzungen zum Ein- und Abbiegen nutzen. Diese neue Regelung trete Ende Mai in Kraft.

Schwetaer sind empört über Entscheidung des Stadtrats

Rosemarie Wandersee aus Schweta verschlug es die Sprache, als sie am Montag den OAZ-Bericht las. „Was hier entschieden wird, spottet wirklich jeder Beschreibung. Ich war 15 Jahre lang Stadträtin, habe einiges mitgemacht. Aber so etwas habe ich noch nie erlebt. Ich frage mich, ob einer der Verantwortlichen je vor Ort war, um sich ein Bild zu machen?“ Sie bezweifelt dies und wirft der Behörde vor, Entscheidungen zu treffen, ohne die Belange der Menschen vor Ort zu berücksichtigen. Die Schwetaerin macht nicht zum ersten Mal auf diesen Umstand aufmerksam.

Sowohl die Einbahnstraßenregelung als auch die Sperrung der Straße seien alles andere als zielführend und ein enormer Nachteil für die Bewohner der Orte Mahris, Zeicha, Gastewitz, Stennschütz und Hohenwussen. „Wenn diese künftig nach Mügeln wollen, müssen sie über Naundorf und Schweta oder die B 169 fahren“, verdeutlicht sie. Für die Schwetaerin, deren Sportfreundin bei einem Unfall auf der Umgehungsstraße zu Tode kam, kommt als Lösung nur ein Kreisverkehr oder wenigstens eine Ampelregelung an der Kreuzung infrage.

Planungen nur am Reißbrett entworfen

Wandersee moniert, dass bereits die Planung der Umgehung nur „von oben herab am Reißbrett“ angegangen worden sei, ohne sich mit den Gegebenheiten auseinander zu setzen. „Ich bin überzeugt, wenn auch nur einer der Behördenvertreter oder Planer an der Straße wohnen würde oder selbst einen Angehörigen verloren hätte, würden die Bauarbeiten für einen Kreisverkehr binnen weniger Wochen beginnen.“

Isabel Siebert äußert sich zu der Kritik wie folgt: „Diese Sorge von Einwohnern können wir entkräften. Lediglich die Zeichaer Straße ist von der Kreuzung mit der Ortsumgehung abgebunden. Die aus Hohenwussen kommende Kreisstraße bleibt zur Auffahrt auf die S 31 frei, allerdings kann sie die S 31 nicht mehr geradeaus in Richtung Stadt queren.“ Das sei aus Sicht der Unfallkommission der geringstmögliche Eingriff in die Verkehrsbeziehungen, um Unfälle aus beiden Fahrtrichtungen der S 31 auszuschließen.

Landesamt will keinen Kreisverkehr für die Kreuzung

Die Lösung entspreche auch der übergeordneten Verkehrsbedeutung der S 31, die im Zuge der Ortsumgehung einen sicheren und flüssigen Verkehr abzuwickeln habe. Bezüglich der geforderten Veränderungen ergänzt Siebert den Standpunkt des Landesamtes: „Eingriffe wie etwa eine Ampelregelung stellen dagegen einen schweren Eingriff in den überörtlichen Verkehr dar, den es möglichst zu vermeiden gilt, wenn andere wirksame Maßnahmen zur Verfügung stehen.“ Das Landesamt schließt außerdem einen Kreisverkehr für diese Kreuzung aus. Diese Variante sei im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens untersucht und wieder verworfen worden.

Kai Scheller aus Mügeln wirbt seit geraumer Zeit für Veränderungen an der Unfall-Straße im sozialen Netzwerk Facebook. „Es ist lobenswert, dass das Landesamt etwas unternimmt, eigene Fehler einräumt und korrigiert. Die angekündigten Änderungen begrüßt er und wartet ab: „Hoffen wir, dass es etwas bringt.“

Von Heinz Großnick und Christian Kunze

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