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Oschatz Zimmerer-Gesellin Nora arbeitet für Schmannewitzer Firma in Mügeln
Region Oschatz Zimmerer-Gesellin Nora arbeitet für Schmannewitzer Firma in Mügeln
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06:00 07.12.2016
Seit September 2015 ist Nora auf der Walz. Derzeit arbeitet sie mit einer Schmannewitzer Firma am Dachstuhl des Mügelner Bahnhofes. Quelle: Fotos: Dirk Hunger
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Schmannewitz/ Mügeln

Nora arbeitet viele Kilometer von ihrer Heimat in Hamburg und ihren Lehrbetrieb bei Jena entfernt in der Schmannewitzer Tischlerei und Zimmerei Engel und Breitfeld. Dennoch hat die 28-Jährige den kürzesten Arbeitsweg. Was etwas konfus klingt, lässt sich leicht erklären.

Die Zimmermanns-Gesellin ist seit September vorigen Jahres auf der Walz – und ist deshalb nach alter Tradition nur mit ihrem Vornamen unterwegs. Zur Tradition gehört auch, dass sie selbst kein Geld für Unterkunft oder Fortkommen ausgeben darf. Und so hat ihr Chef ihr eine Ferienwohnung in Schmannewitz besorgt, gleich neben der Firma, in der sie jetzt seit knapp drei Wochen arbeitet. „Ein schönes warmes Dach“, betont sie – wichtig für einen Handwerker auf der Walz, besonders in der kühlen Jahreszeit.

Einsatz am Empfangsgebäude des Mügelner Bhanhofs

Mit den Schmannewitzern arbeitet die junge Frau derzeit am Empfangsgebäude des Mügelner Bahnhofes, das zu einem Geoportal umgebaut wird. Bis sich in der Ausstellung Besucher über das Kaolin, den Bergbau und den Transport auf der Schmalspurbahn informieren können, wird noch einige Zeit vergehen. „Hier gibt es noch viel Arbeit“, stellt die Gesellin fest. Zwar führt sie in ihrer Tracht Zollstock, Hammer, Handsäge und eine ganze Reihe weiterer Werkzeuge mit sich, ist aber auch mit dem Besen zugange. „Wer abreißt, muss auch den Dreck wegmachen“, kommentiert sie das Geschehen. Gerade habe sie mit ihrem Kollegen die Balken des Dachstuhles freigelegt, um zu sehen, wie viel Arbeit es an ihnen gibt. „Es sieht hier aus wie in vielen alten Häusern, ist aber auf jeden Fall noch zu retten“, stellt die Gesellin fest. Von Mügeln habe sie früher noch nie gehört. Jetzt sei es der Ort, an dem es für sie noch eine Menge Arbeit gibt.

Für Joachim Thomas ist die Arbeit mit Nora etwas Besonderes. Nicht, dass man ihr viel erklären müsste. „Sie ist eine echte Verstärkung“, stellt der Zimmermann fest. Und sie sei die erste Kollegin, die er je in seinem Berufsleben gehabt habe.

Ausbildung als Jahrgangsbeste ihres Faches abgeschlossen

Im Sommer 2015 hat Nora ihre Ausbildung als Jahrgangsbeste ihres Faches in der Kreishandwerkerschaft Weimar-Sömmerda abgelegt. Ihr Gesellenstück war das Modell eines ungleichmäßig geneigten Walmdaches mit schiefwinkligen Traufen und schrägen Stücksparren.

Seit jener Prüfung ist die junge Frau schon weit herumgekommen in Deutschland und auch in Europa. Gut sei es, im Winter eine Arbeit und ein ordentliches Quartier zu haben. Vor einem Jahr habe sie in der kalten Jahreszeit erst in der Schweiz und dann in Rumänien gearbeitet. Dort war schon Frühling, als sie wieder in Richtung Norden aufbrach. Auch in Ungarn, Italien und Österreich habe sie inzwischen gearbeitet. Und wie ist es im Vergleich dazu so in der Dahlener Heide? „Da sind die Leute nett und freundlich – da kann man es aushalten“, hat Nora festgestellt.

Von Axel Kaminski

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