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Zirkus Aeros gastiert bis Sonntag in Oschatz

Zirkus Aeros gastiert bis Sonntag in Oschatz

Wie aus dem Nichts wuchs über Nacht der Zirkus Aeros auf der Wiese neben dem Finanzamt aus dem Boden. Der Traditionszirkus gastiert bis Sonntag in Oschatz und feierte gestern seine Premiere.

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Tiere sind die Attraktion im Programm von Zirkus Aeros.

Oschatz. "Wir reisen mit 50 Tieren, 40 Arbeitern und 40 Fahrzeugen", verrät Freddy Brombach. Er leitet den Aufbau des riesigen Zirkuszeltes.

"Wir haben Platz für 1200 Zuschauer", zeigt er sich stolz über das Ungetüm aus Planen, Streben und Seilen. Es zu errichten, ist nicht zu vergleichen mit einem Pavillon im heimischen Garten. "Jeder unserer Arbeiter kennt seine Aufgaben und Handgriffe auswendig. Sollte trotzdem ein Fehler unterlaufen, dann sehe ich das sofort und weise darauf hin", erklärt der routinierte Bauleiter. Am schönsten ist es für die Zirkusmitglieder, wenn alles steht. Zelt, Wagen und Tiergehege werden immer im gleichen Muster errichtet. "Das Dorf bleibt immer gleich, nur Untergrund und Kulisse ändern sich für uns mit jedem Ort." Wo ihr Wohnwagen steht, da ist die Aeros-Familie zu Hause. Das ist bei Aeros keine hohle Phrase, sondern Realität.

Die ganze Familie reist mit, und jeder hat seine Aufgabe. "Unsere Kinder lernen mit Privatlehrern, die uns hinterher reisen", so Brombach. In seiner Jugend war es noch üblich, im Spielort die Schule zu besuchen. Aber das ist dank Internet und Computern nicht mehr nötig heutzutage. Sogar die 80-jährige Oma ist die ganze Tournee über dabei. Der Alltag ist fest geregelt. Tiere müssen versorgt werden, Proben stehen an - und die Manege muss glänzen für das Publikum. Immerhin hängt am Ruf des Zirkus eine traditionsreiche Geschichte.

Während des Zweiten Weltkrieges gründete 1941 Julius Jäher, der sich Artist Cliff Aeros nannte, den Ur-Aeros. Bekannt als Ruinenzirkus reiste er in den Nachkriegsjahren durch die Republik. Als einer der fünf Staatszirkusse der DDR verlor Aeros nach der Wende 1992 seine Existenzgrundlage und wurde von der Treuhand zerschlagen. "Für alle Mitglieder war das eine Tragödie. Der Zirkus gehört zum Kulturgut der DDR, und ohne ihn war die Zirkuslandschaft um einige Attraktionen ärmer."

Vor sieben Jahren erwachte die Legende dann aus ihrem Dornröschenschlaf. "Wir touren seit 2005 wieder und bauen Stück für Stück wieder auf, was vor 20 Jahren aufgelöst wurde", beschreibt Brombach die Wiedergeburt. Neben professionellen Artisten aus Deutschlands einziger Artistenschule in Berlin sind es besonders die Tiere, die den Zirkus Aeros ausmachen. Trotz der Bedenken vieler Tierschützer sind die Mitglieder von Aeros überzeugt, dass es ihren Exoten auch im kühlen Deutschland gut geht. Auf den Wiesen an der B 6 tummeln sich seit Wochenbeginn Kamele, Lamas, Pferde und Büffel. Und ab und zu kann man einen Blick auf die Zebras erhaschen. Auch der Nachwuchs der animalischen Akteure wird in das Zirkusleben hineingeboren. In Erfurt erblickte im März ein weißes Kamelfohlen das Licht der Welt und ist nun im Streichelzoo eine beliebte Attraktion bei Groß und Klein.

Vorstellungen sind heute und Freitag, 16 Uhr sowie am Sonnabend, 14 Uhr und 17.30 Uhr und am Sonntag, 14 Uhr. Das Zirkuszelt befindet sich nicht wie sonst am Festplatz an der Döllnitz, sondern auf dem Parkplatz am Finanzamt.

Janett Petermann

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