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Oschatz Zoff am Döllnitzsee: Motocrosser mit Schreckschusswaffe vertrieben
Region Oschatz Zoff am Döllnitzsee: Motocrosser mit Schreckschusswaffe vertrieben
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00:27 18.01.2016
Pierre Runde ist sauer über den zerstörten Zaun. Quelle: Dirk Hunger
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Göttwitz/Wermsdorf

Es gibt ein paar Bäume und Büsche, einen schönen Abhang, kleinere Steigungen und genügend Platz: Das Gelände am Feldrand zwischen Döllnitzsee und Göttwitz könnte für Motocross-Sportler wirklich reizvoll sein. Das dachten sich auch Pierre Runge und seine Mitstreiter. Der Oschatzer hat als Jugendlicher selbst schon auf dem Areal seine Runden gedreht und kennt genügend Leute, die sich dort mit ihren Crossmaschinen ausprobiert haben. „Man kann wirklich sagen, dass hier schon Generationen von Motorsportlern gefahren sind“, macht er deutlich. Runge und seine Kumpels wollten dort jetzt Nägeln mit Köpfen machen: Nach eigenen Aussagen haben sie das Grundstück von zwei Eigentümern gepachtet und mit dem Herrichten des Geländes begonnen. „Hier lag haufenweise Müll, den wir erst einmal entsorgt haben. Außerdem haben wir auf rund 100 Metern Länge einen Zaun aufgestellt, damit das Grundstück vom Weg her abgegrenzt wird“, erzählt er.

Als sie sich am 30. Dezember wieder vor Ort trafen, hätten sie vom Feld her plötzlich Schüsse gehört. „Jemand schrie zu uns herüber, dass wir hier verschwinden sollten. Später haben wir dann an dieser Stelle Patronen – offenbar von einer Schreckschusswaffe – gefunden, die wir der herbeigerufenen Polizei ausgehändigt haben“, beschreibt er. Als die Freunde nach dem Jahreswechsel erneut nach Göttwitz kamen, sei der Zaun an mehreren Stellen zerschnitten gewesen, außerdem waren Zaunspfähle herausgerissen und offenbar verbrannt worden. „Irgendwer will uns hier nicht haben“, vermuten die Motocrosser.

Sie hätten sich daraufhin ans Landratsamt Leipzig Land gewandt, um ein für allemal zu klären, was auf dem Gelände erlaubt sei und was nicht. Dort wird der Fall gerade geprüft. Die Behörde bestätigte, dass zwei Anzeigen dazu vorliegen, weil auf dem Grundstück ein Zaun errichtet worden ist. „Zunächst muss die untere Naturschutzbehörde klären, ob es sich bei dem Areal um Wald oder Feld handelt, damit klar ist, welche Rechtsvorschriften greifen“, erklärt Sprecherin Brigitte Laux, „die Einschätzung erfolgt über unsere Förster, die sich das Gelände vor Ort ansehen müssen.“ Das geschehe demnächst, und erst dann sei klar, welche Rechtsvorschriften gelten und ob die Pläne der Crossfreunde umgesetzt werden dürfen oder nicht. „Wir hatten darüber informiert und um Geduld gebeten“, so Laux zur Anfrage von Runge. Ein neuralgischer Punkt sei zum Beispiel das Vogelschutzgebiet am Döllnitzsee.

Mittlerweile ist den Oschatzern mitgeteilt worden, dass womöglich die Chance besteht, dort ein Crossgelände anzulegen. Dazu müssten allerdings verschiedene Prüfungen zur Verträglichkeit und Genehmigungen für den Zaunbau und das Anlegen von Erdwällen eingeholt werden, hat Pierre Runge erfahren. Für die Freunde hat sich das Thema damit erledigt – zumindest an diesem Ort. „Wir haben das mal kurz überschlagen. Wenn wir die Umweltverträglichkeitsprüfungen und Genehmigungen bezahlen müssen und noch die Kosten für die Arbeiten dazu rechnen, sind wir schnell bei 10.000 bis 20.000 Euro. Das ist für uns Freizeit-Motocrosser nicht drin“, rechnet er vor. Das sei schade, weil schon viel geschafft wurde und zum Beispiel umgestürzte Bäume und abgeknickte Äste von den letzten Stürmen aufgeräumt wurden. Außerdem habe man überlegt, bei entsprechender Resonanz, einen Verein zu gründen. Daraus wird nun nichts: „Wir ziehen uns zurück und suchen anderswo nach einem passenden Gelände“, kündigen die Oschatzer an.

Ganz abgehakt sei das Thema Döllnitzsee aber nicht. Immerhin habe man die Schüsse und Zerstörungen angezeigt und wolle die Verursacher zur Verantwortung ziehen.

Von Jana Brechlin

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