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Oschatz Zollstockfreunde fachsimpeln bei Börse in der Turnhalle Hof
Region Oschatz Zollstockfreunde fachsimpeln bei Börse in der Turnhalle Hof
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15:32 09.08.2016
Bernd Hollandt aus Meiersberg am Stettiner Haff zeigt eine Auswahl seiner Zollstöcke. Der 58-Jährige hat daheim knapp 12000 weitere Exemplare. Quelle: Foto: Dirk Hunger
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Oschatz

Wie viele Zollstöcke haben Sie zu Hause – zwei, zwölf, zwanzig? Das ist noch gar nichts gegen die Sammlung von Bernd Hollandt aus Meiersberg. Der Kommunalhandwerker aus Mecklenburg-Vorpommern hortet zu Hause 11 500 verschiedene Zollstöcke. „Da sind diejenigen, die ich doppelt und mehrfach habe, nicht mit eingerechnet“, so der leidenschaftliche Sammler. Ein eigenes Zimmer, ganze Wände, Vitrinen und den Keller hat er bereits in Beschlag genommen, um all seine Gliedermaßstäbe unterzubringen. Wenn es noch mehr werden, hat der Sammler bereits einen gereiften Plan: „Dann werden wir zu Hause wohl den Dachboden ausbauen müssen.“

Zur jüngsten Zollstockbörse in der Turnhalle der Grundschule Hof machte der 58-Jährige ein gutes Geschäft – schon nach wenigen Gesprächen mit den übrigen angereisten Sammlern hatte er fast alle seine mitgebrachten verkauft oder gegen andere eingetauscht. „Ein voller Erfolg“, meint er und möchte 2017 unbedingt wieder mit dabei sein. Seit drei Jahren gehört er zu denen, die der Einladung des Hofer Zollstocksammlers Volkmar Thürmer folgen. Aus der gesamten Bundesrepublik kommen dann die Liebhaber der „Schmiege“ zusammen.

Zollstockbörse im Oktober in Norddeutschland

Genau wie bei Volkmar Thürmer ist auch bei Bernd Hollandt die Frau immer mit dabei – zwar teilen beide das Hobby ihrer Männer nicht, sind aber unverzichtbar für dessen Organisation. Und Hilfe wird Bernd Hollandt auch brauchen, wenn er im Oktober erstmals selbst eine Zollstockbörse in seinem Wohnort ausrichten. Am 2. Oktober lädt er seinerseits Gleichgesinnte ein und wird dabei auch Gesichter wieder sehen, die ihm in Hof begegneten. „Im Norden Deutschlands gibt es nirgends eine Sammlerbörse. Damit sich das ändert, packe ich es einfach selbst an“, sagt er. Statt einer Turnhalle wird er den Saal einer Gaststätte nutzen.

Begonnen hat die Vorliebe für den Meterstab bei dem Meiersberger vor reichlich 20 Jahren. „Mein Schwager arbeitete in einem Baumarkt und brachte von da immer mal Zollstöcke mit. Damals war das noch nichts Besonderes für mich. Aber irgendwann packte mich die Sammelwut.“ Die Zahl der Firmenzollstöcke ist in den vergangenen geschrumpft, denn Unternehmer seien mit diese Art von Werbegeschenken nicht mehr so spendabel wie nach der Wende.

Inzwischen hat sich der 58-Jährige vor allem auf Motive von Feuerwehren, Stadtwerken und Sportveranstaltungen spezialisiert – so finden sich unter anderem Sonderauflagen zur Fußball-Europameisterschaft in Frankreich in seinem Koffer. Ein Exemplar des limitierten, knallroten Metermaßes zum diesjährigen Jubiläum „112 Jahre Freiwillige Feuerwehr Hof“ ist noch hinzu gekommen.

Sechs Meter lange Stöcke sind Raritäten

Neben herkömmlichen, zwei Meter langen Stäben zählt Hollandt auch Versionen der seltener vertriebenen – ein, drei und vier Meter lange Ausführungen – zu seinem Bestand. Echte Raritäten sind dagegen sechs Meter lange Stöcke – die passen allerdings in keine der handelsüblichen Taschen für diese Werkzeuge.

Damit nicht die Übersicht verloren geht, hat der Sammler jeden Stock fotografiert und die Sammlung in einer Excel-Tabelle digital erfasst. Für den Erwerb neuer Stücke nutzt er allerdings nur selten das Internet. Da kommt man zwar auch an Raritäten wie etwa einen Zollstock aus China. Aber das Gemeinschaftsgefühl, der Plausch mit anderen Sammlern und die Möglichkeit, Werbung für die eigene Veranstaltung zu machen, das geht nur auf Börsen wie in Hof.

Von Christian Kunze

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