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Oschatz Zschöllau wehrt sich weiter gegen Biogas
Region Oschatz Zschöllau wehrt sich weiter gegen Biogas
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17:34 20.01.2013
Kristen Zahrend (links) und gut 80 weitere Bürger trotzen der Kälte am Sonnabendmorgen und nehmen an der Mahnwache im Gewerbegebiet Liebschützberg teil. Quelle: Sven Bartsch
Terpitz/Berlin

Ein Aktionsbündnis aus Bauern, Verbrauchern und Naturschutzverbänden hatte dazu aufgerufen. Anlass war die Agrarministerkonferenz am Rande der "Grünen Woche" in der Bundeshauptstadt. Lutz Biedermann, FDP-Stadt- und Kreisrat aus Oschatz, unterstützte diesen Protest gegen Massentierhaltung, Futtermittelimporte und übermäßigen Maisanbau zur Beschickung von Biogasanlagen - mit einer Mahnwache gegen die, wie er und seine Mitstreiter sagen, "industrielle Großanlage", eine Biogas-Anlage, die am Rande von Terpitz geplant ist (wir berichteten).

Rund 80 Männer und Frauen aus dem Oschatzer Stadtteil Zschöllau und der Umgebung fanden sich am Sonnabendvormittag am Eingang des Gewerbegebiets Gaunitz-Liebschützberg zum stillen Protest ein. Ausgestattet mit Schal, Mütze und Handschuhen gegen die Kälte hatten sie außerdem Kerzen und Plakate dabei. "Es kann nicht sein, dass immer mehr Mais auf unseren Feldern angebaut wird, nur um diese riesigen Anlagen beschicken zu können", sagt Mahnwachen-Teilnehmerin Kirsten Zahrend. Sie freut sich, dass so viele Menschen verschiedenen Alters dem Aufruf gefolgt sind, sich an der Aktion zu beteiligen.

Auch der Zschöllauer Achim Mundil, ehemals Inhaber eines Bauplanungsbüros und Mitglied im Gutachterausschuss des Landratsamtes Nordsachsen, sieht das Vorhaben kritisch. "Der Bau wird durch Fördermittel und bei Betrieb mit Subventionen aus Steuergeldern und Strompreisumlagen sanktioniert. Dagegen wehre ich mich und lehne den Bau dieser Großanlage ab", sagt er. Mundil hat seine Bedenken auch der Gemeinde Liebschützberg im Rahmen der öffentlichen Beteiligung schriftlich mitgeteilt. Des Weiteren sei mit einem Wertverlust seines Grundstücks in Zschöllau zu rechnen, wenn die Anlage errichtet wird, meint er.

Lutz Biedermann hält an der Massenpetition gegen das Vorhaben der Pro Natur GmbH von Investor Olaf Kranen fest. "Wir haben bereits 2500 Unterschriften gesammelt", sagt er. Der Zschöllauer wertet die Aktion als Erfolg. "Dies war nur ein kleiner Beitrag zur Großdemo in Berlin, aber wichtig, um vor Ort auf den Subventionswahnsinn hinzuweisen, der mit diesen Anlagen einhergeht." Abzuwarten sei nun die erneute Abwägung der Stellungnahmen im Gemeinderat Liebschützberg. Diese findet statt am 24. Januar, ab 19 Uhr im Wirtshaus "Zur Einkehr" und ist öffentlich.

Christian Kunze

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