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Oschatz Zuckerkranker Oschatzer kämpft mit Disziplin gegen Diabetes
Region Oschatz Zuckerkranker Oschatzer kämpft mit Disziplin gegen Diabetes
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17:16 12.11.2014

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Von Christian kunze

Johannes Mühlberg gehört zur Zielgruppe, für die gestern in Oschatz der 8. Diabetestag veranstaltet wurde.

Als Vorsitzende im Berufsverband der niedergelassenen Diabetologen in Sachsen sprach Dr. Cornelia Woitek im Thomas-Müntzer-Haus. Die Fachärztin aus Wurzen war eine der Experten, die auf Initiative des Oschatzer Internisten Dr. Bernd Donaubauer eingeladen worden waren.

Cornelia Woitek sprach zu Diabetes im Straßenverkehr. Ein Thema, das auch Johannes Mühlberg interessiert. "Man kann mit Diabetes sehr gut leben", sagt der 92-Jährige. Der Oschatzer wurde schon früh in seinem Leben mit der Krankheit konfrontiert. "Meine Mutter ist daran erblindet. Ich half ihr beim Spritzen, unterstützte sie, und kannte dadurch die Symptome." Als vor mehr als einem halben Jahrhundert bei ihm Diabetes diagnostiziert wurde, war für Mühlberg klar: "Ich darf keine Spätfolgen davontragen."

Der Betroffene hat für jeden, bei dem die Zuckerkrankheit diagnostiziert wird, Regeln parat. "Erstens sollte man bereit sein, ein gesundes Leben zu führen. Zweitens braucht man die nötige Disziplin um das auch durchzuhalten. Denn Diabetes verursacht keine Schmerzen", sagt er. "Ich habe bis vor 25 Jahren geraucht. Das sollte man bleiben lassen. Aber ein Stück Schokolade oder Torte ist noch längst keine Sünde. Man muss nur wissen, wie viel Insulin nötig ist, um es auszugleichen." Ganz wichtig sei es, Übergewicht abzubauen und sich körperlich zu betätigen. Schließlich könne Diabetes nicht allein mit Diäten und Tabletten behandelt werden. Mühlberg selbst greift regelmäßig zu den Wanderstöcken und geht laufen. Neben der eigenen Disziplin sei der Hausarzt der wichtigste Partner für einen Diabetiker. "Jeder Organismus reagiert anders auf die Krankheit."

Diabetes wird im Schnitt ein Jahrzehnt nach dem Zeitpunkt erkannt, zu dem sich die ersten Symptome zeigen. Diese Verzögerung hat dem Diabetes Typ II fälschlicherweise den Beinamen "Altersdiabetes" eingebracht. "Dieser Irrtum kommt nur zu Stande, weil viele junge Menschen sich nicht öffentlich zu ihrer Krankheit bekennen, weil sie fürchten, es könnte sich nachteilig auf ihre Berufschancen auswirken", meint Johannes Mühlberg. Er hat andere Erfahrungen gemacht. "Ich achte nicht nur auf meinen Blutzuckerspiegel kurz bevor die Kontrolle beim Arzt ansteht. Mir ging es damit nie schlecht. Im Gegenteil: Mein Lebenswandel macht mich heute gesünder, als ich es früher war und als es andere in meinem Alter sind. Ohne die Diagnose Diabetes wäre ich mit Sicherheit nicht so alt geworden", gibt der Senior zu.

Vorgestellt wurden beim gestrigen Diabetestag außerdem moderne Methoden zum Speichern und Abrufen injizierter Insulin-Dosen sowie eine Weltneuheit zur kontinuierlichen Blutzuckermessung: Ein wenige Millimeter langer Graphit-Faden misst im Gewebe des Oberarms. Ein Sensor bestimmt jede Minute den Wert - auch über Nacht.

Christian Kunze

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