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Zum Anbeißen: Im ersten Collmer Café serviert Evelyn Sperl Frankfurter Kranz

Zum Anbeißen: Im ersten Collmer Café serviert Evelyn Sperl Frankfurter Kranz

Es ruft der Berg, es lockt der Wald, und einen schönen Spielplatz gibt es auch. Collm hat so ziemlich alles, was ein Ausflugsziel braucht. Fast jedenfalls.

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Evelyn Sperl in ihrem kleinen Café. In der Einrichtung hat sie Altes und Neues zusammengefügt. Hier serviert sie einen Frankfurter Kranz mit Erdbeeren.

Quelle: Dirk Hunger

Collm. Von Jana Brechlin

 

Denn zuletzt blieben die Türen des Gasthofes geschlossen, und eine Alternative gab es nicht. Bis jetzt, denn Evelyn Sperl wagt den Schritt und eröffnet morgen in Collm ihr eigenes Café.

 

Damit erfüllt sich die 49-Jährige einen Traum. 20 Jahre hat sie als Köchin im Schullandheim Lampersdorf gearbeitet, bis der Landkreis als Träger die Einrichtung aufgab. Seitdem befand sich die Collmerin auf einer beruflichen Odyssee. "Mir hat es immer großen Spaß gemacht, für andere in der Küche etwas zu zaubern und Gäste zu versorgen. Das wollte ich gern wieder tun", erzählt sie.

 

Im Erdgeschoss im Wohnhaus in der Lampersdorfer Straße 26 standen Räume leer, Evelyn Sperl war auf Jobsuche - da entstand die Idee, genau hier ein Café einzurichten. "Von der ersten Idee bis zur Verwirklichung hat es fast zwei Jahre gedauert. Ich hab mich anderswo umgesehen, alles durchgerechnet und mich beraten lassen. Der große Vorteil ist, dass wir hier vieles in Eigenleistung herrichten konnten und ich für die Räume keine Miete zahlen muss. Das macht das Risiko überschaubar", sagt sie. Mut habe ihr der Zuspruch von Familie und Freunden gemacht - und Spaziergänger, denen sie auf ihren Runden mit Hund Frieda immer wieder im Wald begegnet war: "Dabei wurde ich regelmäßig von Leuten gefragt, ob man hier irgendwo einkehren kann."

 

Das einstige Wohnzimmer ist nun mit viel Liebe zum Detail zum Gastraum geworden. Alte Ofenkacheln sind wieder verwendet worden, unter dem Putz sichtbar gewordene Sandsteinelemente freigelegt, frische Blumen schmücken Tische und Fenster, es gibt Zeitschriften zum Schmökern und einen Wickelplatz für die jüngsten Gäste. Gegessen wird zum Teil an alten Werkbänken. "Die habe ich bei einem Trödler gekauft, weil sie mir so gefallen haben. Damals wusste ich allerdings gar nicht, wofür ich die mal brauchen könnte", gesteht Evelyn Sperl. Jetzt wurden die Fundstücke abgeschliffen und aufgearbeitet.

 

Ihre Familie ("die musste während des Aufbaus viel aushalten") teilt die Leidenschaft für alte Schönheiten ebenso wie für frische Köstlichkeiten aus der sperlschen Küche. Bloß gut, denn nahezu täglich tischte die Collmerin Kuchen und Torten auf. "Ich habe viel ausprobiert und getestet, wie viel Zeit ich dafür brauche, Rezepte abgewandelt und wieder verworfen, und immer mussten Familie und Nachbarn zum Kosten ran", beschreibt sie. Künftig mittwochs bis sonntags von 13 bis 18 Uhr geöffnet, soll im "Kleinen Café am Collm" vor allem Kaffee und Kuchen sowie Bauernhofeis aus Mahlis und ein kleiner herzhafter Imbiss serviert werden. Im Sommer ist die Erweiterung um einen Freisitz geplant. Evelyn Sperl ist dann Inhaberin, Bäckerin und Kellnerin in Personalunion: "Ich mache alles selbst."

 

In der Gemeinde Wermsdorf ist man froh über die Entscheidung der gelernten Köchin. "Der Collm mit Albertturm ist ein bliebtes Ausflugsziel", weiß Bürgermeister Matthias Müller (CDU). Die Kommune habe mit dem Parkplatz am Trifft die Bedingungen für Besucher verbessert. "Was jetzt fehlte, war ein schöner Platz zum Einkehren, deshalb freue ich mich sehr, dass eine Einwohnerin die Initiative ergriffen hat." © Kommentar

 

Eröffnung morgen um 13 Uhr, Parken auf öffentlichen Flächen. www.cafeamcollm.de

Jana Brechlin

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