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Oschatz Zum Treffen der Großfamilie Schmorl wird in Mügeln Schmorlzimmer eingeweiht
Region Oschatz Zum Treffen der Großfamilie Schmorl wird in Mügeln Schmorlzimmer eingeweiht
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00:22 08.09.2017
Peter Schmorl (l.) übergibt dem Mügelner Museumsleiter Andreas Lobe ein Reise-Nesessaire (kleines Behältnis für Sachen, die man für die tägliche Hygiene braucht) seines Vorfahren Prof. Georg Schmorl. Quelle: Bärbel Schumann
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Mügeln/Oschatz

An Persönlichkeiten vergangener Zeiten, die in der Region Oschatz geboren wurden oder hier viele Jahre lang lebten, erinnern nicht nur Straßennamen oder Plätze. Auch in Museen kann man auf deren Spurensuche gehen. Eine Großfamilie, die in der Oschatz-Mügelner Region Spuren hinterließ, ist die Familie Schmorl. Am kommenden Wochenende vom 8. bis 10. September wird sie in der Region ihr Familientreffen abhalten.

Berühmter Pathologe

Eines ihrer bekanntesten Familienmitglieder war der Pathologe Professor Georg Schmorl, der am 2. Mai 1861 in Mügeln geboren wurde. Der Arzt wurde 1894 zum Leiter des pathologisch-anatomischen Instituts des Stadtkrankenhauses in Dresden-Friedrichstadt ernannt, das er vier Jahrzehnte leitete und dabei herausragende wissenschaftliche Leistungen vollbrachte. Schmorl erweiterte die dort bereits seit 1849 bestehende Sammlung anatomisch-pathologischer Präparate und baute diese zu einer der größten naturwissenschaftlichen Sammlungen im Königreich Sachsen aus. Kernstück der Sammlung sind Präparate der Knochenpathologie aus den 1920er Jahren sowie über 20 000 von Schmorl angefertigte Röntgenbilder und Fotos von Fehlbildungen der menschlichen Wirbelsäule.

Tödliche Vergiftung

Seine geliebte Tätigkeit wurde ihm schließlich tragischerweise zum Schicksal. Bei der Arbeit an einer menschlichen Wirbelsäule zog sich der Wissenschaftler eine Vergiftung zu, die nach 14 Tagen, am 14. August 1932, zu seinem Tode führte. Mit seinem Ableben verlor die Medizin einen hervorragenden Arzt und Wissenschaftler, der mit seinen Leistungen noch bis in unsere Zeit wirkt.

Beim Weißeritzhochwasser 2002 wurden Teile der Sammlung von Prof. Georg Schmorl schwer beschädigt, konnten jedoch bis 2011 gerettet werden. Das Pathologische Institut des Friedrichstädter Krankenhauses trägt ihm zu Ehren seinen Namen. Eine Ehre wird ihm auch in seiner Geburtsstadt Mügeln zu teil. Am 10. September wird dort das Schmorl-Zimmer im Heimatmuseum anlässlich des Tages des offenen Denkmals eingeweiht werden.

Leihgaben für Schmorlzimmer

Das Zimmer entstand mit Leihgaben der Familie wie eine Stehlampe und ein Tisch aus Holz und gibt einen Einblick in das Leben und Schaffen vor allem vom Professor Georg Schmorl. „Deshalb findet die Einweihung auch im Rahmen des Familientreffens der Schmorls in Mügeln statt“, berichtet Andreas Lobe, ehrenamtlicher Leiter des Mügelner Heimatmuseums.

Die Familie Schmorl wird aber auch noch auf eine andere Weise das Engagement zur Bewahrung des Andenkens an ihr berühmtes Familienmitglied unterstützen. Am Sonnabend, dem 9. September, um 17 Uhr gestalten Mitglieder der Großfamilie Schmorl in der Stadtkirche St. Johannis ein Benefizkonzert zu Gunsten des Heimatmuseums und des Mügelner Kirchspiels.

Sopranistin Anette Dasch singt

Zu den Mitwirkenden gehört die bekannte Sopranistin Anette Dasch, die beispielweise schon in Tokio oder New York gefeiert wurde. „Das wird ein hochkarätiger Kunstgenuss werden und ich würde mich freuen, wenn viele Mügelner die Einladung zum Konzert annehmen würden“, sagt Andreas Lobe.

Das Heimatmuseum Mügeln am Schulplatz 4 hat an jedem Sonnabend von 10 bis 11.30 Uhr und nach telefonischer Absprache geöffnet. Der Eintritt für Erwachsene beträgt ein Euro, Kinder von 6 bis 16 Jahre zahlen 50 Cent. Kontakt: Tel. 034362 31457

Von Bärbel Schumann

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