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Zum zweiten Mal nach Afghanistan

Zum zweiten Mal nach Afghanistan

Wüstenähnliche Sandstürme, unwegsames Gelände, Temperaturunterschiede wie in der Sahara von maximal 50 Grad bis minus 20 Grad Celsius und die allgegenwärtige Angst "im Nacken".

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Stefan Quandt (l.) bei einer Begegnung mit dem Bundespräsidenten Joachim Gauck bei einem Besuch der Helmut-Schmidt-Universität, der Uni der Bundeswehr in Hamburg.

Quelle: privat

Torgau/Afghanistan. Keine Frage, es gibt zweifelsohne schönere Arbeitsplätze. Bundeswehroffizier Stefan Quandt wird demnächst seine zweite Dienstzeit in Afghanistan antreten und wird aufs Neue mit diesen extremen Arbeitsbedingungen konfrontiert.

 

Seit den schrecklichen Terroranschlägen vom 11. September 2001 in den USA sind Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr in Afghanistan stationiert. Ihr Auftrag ist zum einen die Eindämmung des Terrorismus - zum anderen vor allem aber die Stabilisierung der Region. Dabei spielt die Schaffung selbsttragender Strukturen eine entscheidende Rolle.

 

Für die nächsten Jahre lautet die geplante Marschroute "Abzug der Truppen" und "Ausbildung des afghanischen Militärs". Derzeit werden deshalb viele Feldlager der deutschen Einsatzkräfte zurückgebaut, Technik für den Rücktransport vorbereitet und abtransportiert. Für diese Aufgabe wird in den kommenden Monaten unter anderem die Erfahrung von Stefan Quandt benötigt. Der Bundeswehroffizier wird für die nächsten Monate in einem Feldlager in Nordafghanistan tätig sein. Zum bereits zweiten Mal tritt der 29-Jährige zum Dienst in der Region an.

 

2011 waren Stefan Quandt und die ihm unterstellte Truppe im Feldlager Faizabad für die Absicherung von Veranstaltungen sowie für Ermittlungen zuständig. Dabei wurden die Deutschen von mongolischen Soldaten unterstützt. "Die Kontrolle des Zentralgefängnisses von Faizabad gehörte auf der Patrouillenfahrt ebenso zum Auftrag wie auch die Absicherung von Besuchen deutscher Spitzenpolitiker und anderer Besucher", erklärt der Torgauer.

 

Die neue Mission und die damit verbundene Truppenreduzierung, der Rücktransport der Fahrzeuge und der Einrichtungsgegenstände erfordern einen hohen logistischen Aufwand für die Streitkräfte.

 

"Die Gefahr von Anschlägen durch die Taliban wird möglicherweise auch zukünftig bestehen bleiben", betont der Offizier. "Der Einsatz fordert den Soldatinnen und Soldaten daher alles ab." Vor allem die nicht kalkulierbaren Gefahren, mit denen ständig gerechnet werden müsse, seien nicht zu unterschätzen.

 

Auch für den neuen Einsatz wurde und hat sich der stellvertretende Vorsitzende der Jungen Union Nordsachsens wieder intensiv vorbereitet: "Vor meiner ersten Dienstzeit absolvierte ich bereits mehrere Lehrgänge, welche insgesamt dreizehn Wochen dauerten. Welche Bedingungen erwarten mich, welche Einsätze finden statt und worauf ist zu achten - all diese Informationen wurden vermittelt", erklärt der Hauptmann.

 

Zu seinen aktuellen Vorbereitungen gehörte auch eine "Abschiedsrunde": "Ich habe Freunde in Hamburg, Berlin und Dresden besucht und mich von Verwandten und Bekannten verabschiedet. Die nächsten Tage vor der Abreise stehen im Zeichen der Familie."

 

Mehr als 6000 Kilometer Luftlinie liegen dann zwischen seiner Heimatstadt Torgau und seinem Arbeitsplatz im Feldlager. Auf Kontakt aus der Heimat muss der Offizier dennoch nicht verzichten: "Die telefonische Verbindung nach Deutschland steht natürlich. Auch die Feldpost ist und bleibt ein Teil der Kommunikation zwischen den stationierten Soldatinnen und Soldaten und ihren Familien. Über diese Art der Post freut man sich am meisten", berichtet der 29-Jährige.

 

Einen schönen Abschied bereiteten dem Torgauer auch die Mitglieder der evangelischen Kirchengemeinde Torgau. Diese luden am gestrigen Freitagabend zu einer Andacht in die Schlosskirche Torgau ein. "Darüber habe ich mich sehr gefreut. Das zeigt, dass die Bundeswehr und unsere Soldatinnen und Soldaten feste Bestandteile der Gesellschaft sind", erklärt der Hauptmann.

Martin Klammt

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