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Zwarte Pieten im Zwielicht

Zwarte Pieten im Zwielicht

Tiefschwarze Gesichtsfarbe, krauses Haar und knallrote Lippen: Die Zwarte Pieten aus der nordrhein-westfälischen Partnerstadt Blomberg sind in der Adventszeit seit Jahren die Hingucker zum Oschatzer Weihnachtsmarkt und besonders bei den Kindern beliebt.

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Der Blomberger Sint Nicolaas mit seinen Zwarte Pieten im Dezember 2013: Auch in diesem Jahr wollen sie wieder nach Oschatz kommen.

Quelle: Dirk Hunger

Oschatz/Blomberg. Doch jetzt sind sie ins Zwielicht geraten. Das Verwaltungsgericht im niederländischen Amsterdam hat die Darstellung der Schwarzen Peters, so die Übersetzung von Zwarte Pieten, als rassistisch eingestuft. Verboten hat das Amsterdamer Gericht die Zwarte Pieten jedoch nicht.

 

Das Gericht stützt sich mit seinem Urteil auch auf eine Einschätzung des UN-Rassismusausschusses. Der stuft den Piet als rassistische Karikatur ein. Die Figur stelle eine negative Stereotypisisierung des schwarzen Menschen dar. Ausschussvorsitzende Verene Shepherd sprach gar von einer "Rückkehr zur Sklaverei".

 

Wenn sich heute in Blomberg der Vorstand des Heimatvereines Sint Nicolaas trifft, wird das Amsterdamer Urteil sicher für Diskussionen sorgen. "Ich sehe das gelassen und halte das Ganze für eine ziemliche Farce. Wir haben nichts mit Rassismus zu tun", betont Vereinsvorsitzender Gerhard Brinkmann. Für den Blomberger steht fest: "Wir werden alles dafür tun, dass es so bleibt, wie es jetzt ist."

 

Das sieht auch der zweite Vereinsvorsitzende Charles Vlaanderen so, der selbst aus den Niederlanden stammt und 1976 als Soldat nach Deutschland gekommen ist. "Wir machen einfach weiter wie bisher", sagt Vlaanderen und verweist auf die jahrhundertealte Tradition. In Blomberg gebe es auch dunkelhäutige Mitbürger. Und die hätten sich noch nie über die Mohren beschwert. Für den 69-Jährigen steht fest: In der Adventszeit wird er mit weiteren Vereinsmitgliedern wieder nach Oschatz kommen.

 

Wie im Vorjahr wird dann auch die Oschatzerin Sabine Schöne den Blomberger Verein Sint Nicolaas unterstützen. Von dem Amsterdamer Urteil hält sie nichts. "Die Zwarte Pieten haben doch nichts mit Diskriminierung zu tun. Hier wird niemand lächerlich gemacht", sagt sie. Und in den Vorjahren habe es auch keine negative Stimmen gegeben, wenn Sint Nicolaas mit seinen Mohren in Oschatz unterwegs war.

 

Der niederländische Zwarte Pieten hatte ursprünglich eine ähnliche Funktion wie der Knecht Ruprecht in Deutschland - das Bestrafen böser Kinder. Er galt als ein wilder und unberechenbarer Mann. Das ist er aber heute längst nicht mehr. Stattdessen freuen sich die niederländischen Kinder jedes Jahr darauf, wenn die Mohren mit Pfeffernüssen und Spekulatius den Einzug von Sint Nicolaas am 5. Dezember begleiten. In diesem Jahr wird die Vorfreude durch das Amsterdamer Gerichtsurteil getrübt.

 

© Kommentar

Frank Hörügel

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