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Oschatz Zwei Drittel sind genug – oder eben nicht
Region Oschatz Zwei Drittel sind genug – oder eben nicht
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15:01 29.04.2018
Christian Kunze Quelle: ALL
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Nordsachsen/Berlin.

Vier Wochen nach Ostern sucht mancher noch immer seine Eier. Anders Rüdiger Kleinke. Der Delitzscher hat Eier – er trat vier Stunden nach der Wahl zum Kreisvorsitzenden der SPD in Nordsachsen wieder zurück. Er bekam 66 Prozent der Stimmen. Logisch, denn als studierter Mathematiklehrer weiß er: Zwei Drittel, das ist nichts Halbes und nichts Ganzes.

Andrea Nahles bekam als Kandidatin für den Bundesvorsitz der SPD ebenfalls 66 Prozent der Stimmen – und macht den Job. Kein Wunder, mit Zahlen kennt sich die Literaturwissenschaftlerin nicht aus. In ihrer Abi-Zeitung gab sie als Berufswunsch „Hausfrau oder Bundeskanzlerin“ an. Heute wissen wir: Am Herd hätte diese Frau weniger Schaden angerichtet als im Bundestag. Wer am Rednerpult Kinderlieder singt („Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt“) und dem politischen Gegner „auf die Fresse“ geben will, der kommt ganz hoch im politischen Berlin.

Rüdiger Kleinke beschränkt sich auf die Arbeit im Stadtrat. Für diese Entscheidung möchte man ihm eine der Weinflaschen überreichen, die er über einen Online-Handel selbst vertreibt. Bei einem Glas Wein lassen sich die Probleme des kleinen Mannes angemessen diskutieren. „Weder die Welt noch die SPD gehen von meinem Rücktritt unter“, sagte Kleinke. Dieser Satz ist mehr wert als so manches Nahles-Zitat und belegt einmal mehr die Tatsache, dass in den Regionen des menschlichen Körpers keine Haare wachsen, die am meisten beansprucht werden. Weshalb sonst wohl hat Kleinke eine Glatze und die Nahles keinen Schnurrbart?

Wie lange Andrea Nahles, die neue Trümmerfrau der SPD, Bundesvorsitzende bleibt, wissen wir nicht. Sicher ist dagegen: Rüdiger Kleinke trat nach nur vier Stunden wieder vom Kreisvorsitz zurück, weil er erkannt hat, dass die Glaubwürdigkeit in einem politischen Spitzenamt immer weiter sinkt, je länger man dieses Amt inne hat. Als Präsident des Delitzscher Carnevalsvereins hat er da Erfahrungen gesammelt. Der Komiker tritt von der Bühne ab und hält den Mund, wenn er merkt, dass seine Zuhörer sich veralbert fühlen.

Von Christian Kunze

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