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Oschatz Zwei Oschatzer Firmen entwickeln Carbonbeton mit
Region Oschatz Zwei Oschatzer Firmen entwickeln Carbonbeton mit
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06:00 11.02.2019
Den Energy Globe World Award 2018 in der Sparte Erde gab es für das Carbonbeton-Projekt C³. Quelle: Foto: Stefan Minar
Oschatz.

Stabil wie Stahl und gleichzeitig leicht wie ein dicker Wollfaden: Diese beiden Eigenschaften vereint der Werkstoff Carbon – und macht ihn damit zum Beispiel für die Autoindustrie oder Baubranche interessant. Zwei Oschatzer Unternehmen sind bei der Forschung zum Werkstoff der Zukunft mit am Start. Das Betonwerk Oschatz und die Oschatzer PD Glasseiden GmbH arbeiten im Forschungskonsortium Carbon-Beton-Verbundwerkstoff unter Federführung der TU Dresden mit, das jetzt den renommierten Energy Globe World Award gewonnen hat.

Bauweise findet international Anklang

Als Geschäftsführer des Betonwerkes Oschatz war Matthias Schurig zwar nicht bei der Preisverleihung am 29. Januar in der iranischen Stadt Yazd dabei, ist aber trotzdem stolz auf die Auszeichnung. „Ich freue mich, dass diese Bauweise auch international Anklang findet“, sagt er. Der Oschatzer Betrieb ist zum Beispiel an der Konzeption von Betonrezepturen beteiligt oder hat Produkte in Zusammenarbeit mit der TU Dresden mitentwickelt, bei denen Carbonbeton zum Einsatz kommt. Der Carbonbeton wiegt nur ein Fünftel des herkömmlichen Stahlbetons.

Roboter kommt ins Betonwerk

Ende Februar/Anfang März wird im Betonwerk ein weiteres Kapitel im Rahmen des Forschungskonsortiums Carbon-Beton aufgeschlagen. „Dann stellt uns die TU Dresden für ein halbes Jahr einen drei-axialen Kuka-Roboter zur Verfügung“, so Schurig. Bei seinem Einsatz in Oschatz soll die Praxistauglichkeit des Roboters der Firma Kuka bei der Garnablage für Carbon-Gewebe getestet werden. Diese Gewebe werden für Bewehrungsmatten verwendet.

Carbon getestet

Die Glasseiden GmbH Oschatz hat sich während einer dreijährigen Phase bis zum Ende des vergangenen Jahres an dem Projekt Forschungskonsortium C³ beteiligt. Auch hier ging es um Leichtbau mit Beton. „Wir haben Carbon, aber auch ähnliche Materialien wie Basalt und Glasfasern getestet“, sagt Maik Peschel, Leiter Produkt- und Projektmanagement, im Glasseidenwerk. Schwerpunkt war nach seinen Angaben die Prüfung der Materialien für eine Normung. Eine einheitliche Normung für Beton-Carbon-Verbindungen existiert derzeit noch nicht. Für solche Betonbauteile müsse deshalb immer eine Sondergenehmigung beantragt werden. Peschel: „Wegen der Haftung haben Architekten deshalb noch Berührungsängste.“

Außerdem seien im Glasseidenwerk im Rahmen des Projektes Materialien getestet worden, die eine Verbindung zwischen Beton und Carbon herstellen.

Hersteller von Spezialfasern

Das Oschatzer Glasseidenwerk will sich zunehmend als Hersteller von Spezialfasern etablieren. Die vergleichsweise teuren Carbonfasern spielen dabei aktuell noch keine Rolle. „Wir warten auf die Marktgängigkeit solcher Produkte, um dann einzusteigen“, sagt der Entwicklungschef.

Nach Angaben der Technischen Universität Dresden, die ebenfalls in dem Forschungskonsortium mitarbeitet, haben sich im vergangenen Jahr mehr als 2300 Projekte aus 182 Ländern für den Preis beworben, der seit 1999 jährlich von der österreichischen Energy Globe Foundation ausgelobt wird. Mit der Preisverleihung soll das Bewusstsein für das Thema Nachhaltigkeit erhöht und Vorzeigelösungen aus vielen Ländern präsentiert werden. Das Carbon-Beton-Projekt hat den Preis in der Kategorie Erde – eine von fünf Kategorien – gewonnen. Als Jury-Vorsitzende unterstrich die indische Ministerin für Kinder- und Jugendentwicklung Maneka Gandhi die Vorteile des Bauens mit Carbonbeton in Bezug auf den Schutz von Ressourcen und die Langlebigkeit von Gebäuden.

Von frank hörügel

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