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Oschatz Zwei Pyrenäenhunde schützen Schafherde von Lothar Lippert vor Wölfen
Region Oschatz Zwei Pyrenäenhunde schützen Schafherde von Lothar Lippert vor Wölfen
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16:23 23.03.2012

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Von Frank Hörügel

Friedliche Ruhe liegt am Donnerstagnachmittag über der Weide in Wellerswalde. Ein Mutterschaf geht mit den Hinterbeinen in die Hocke und presst ein winziges Lamm heraus. Das Neugeborene landet kopfüber im Gras, schüttelt die Reste der Fruchtblase ab und wird von seiner Mutter trocken geleckt. Wenige Minuten später hat sich das Lämmchen aufgerappelt und steht auf wackeligen Beinen - ein Leckerbissen für jeden Wolf.

Diesen Verlust will sich Lothar Lippert ersparen. "Kommt her, meine Guten", ruft der 56-Jährige. Conny und Ines rasen heran und bremsen erst kurz vor ihrem Herrchen ab. Conny und Ines sind große und kräftige Pyrenäenhunde mit weißem Fell und für den Schutz der 500 Nolana-Schafe und ihrer Lämmchen verantwortlich. Die Pyrenäenhunde stammen ursprünglich aus der Schweiz, wo sie die Schafe vor eingewanderten Wölfen aus Italien schützen sollten. Auch Conny und Ines haben diesen Schutztrieb geerbt.

Seit dem Juni vergangenen Jahres zählt der gesamte Landkreis Nordsachsen zur sogenannten Gebietskulisse zur Vermeidung von Wolfsschäden. Der Freistaat unterstützt Tierhalter im Fördergebiet bei Investitionen zum Schutz ihrer Herden vor Angriffen von Wölfen. Geld gibt es für den Kauf von Elektrozäunen oder Herdenschutzhunden. Lothar Lippert hat dieses Programm bisher nicht genutzt. "Wenn ich mir neue Zäune kaufen muss, werde ich das aber in Anspruch nehmen", sagt er.

Im vergangenen Jahr hatte der Schäfer eine kleinere Herde auf einer Wiese an den Schwedenschanzen in Altoschatz stehen. In einer Sommernacht wurde einem Schaf der Kehlkopf durchgebissen. "Das war ein exakter Kehlbiss, wie ich ihn noch nie gesehen habe", erinnert sich der Striesaer. Ob ein Wolf oder ein großer Hund seine Fangzähne in den Hals des Schafes gestoßen hatte, konnte nicht mit hundertprozentiger Sicherheit geklärt werden. "Ich glaube schon, dass hier Einzelgänger durchziehen. Die Wölfe kommen immer näher", sagt der Tierhalter. Der Region Oschatz am nächsten kam das graue Raubtier bisher im Herbst 2010. Ein Jäger hatte einen Wolf im Belgeraner Stadtwald gesichtet - reichlich 20 Kilometer Luftlinie von Oschatz entfernt.

Seit dem Jahr 2002 wurden in Sachsen 316 Schafe, Ziegen, Rinder und Gehegewild getötet - höchstwahrscheinlich von Wölfen. So steht es in der Schadensstatistik Sachsen, die vom Kontaktbüro Wolfsregion Lausitz veröffentlicht wird (Stand: 13. Februar 2012). "In Sachsen gibt es zurzeit sieben Wolfs-Rudel", weiß Helene Möslinger vom Kontaktbüro. Hauptsächlich leben die Raubtiere in der Lausitz. Aber auch in der Annaburger Heide bei Herzberg gibt es Hinweise auf einen Einzelgänger. Experten gehen davon aus, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis Wölfe auch in die Dahlener Heide vorrücken.

In Wellerswalde nähert sich ein harmloser Spaziergänger dem Elektrozaun, der den Weideplatz umschließt. Wie vom Blitz getroffen, stürmen die Herdenschutzhunde Conny und Ines los und bellen furchteinflößend. Der Spaziergänger vollzieht erschrocken eine Kehrtwende. Was würde passieren, wenn sich tatsächlich eines Nachts ein Wolf an die Schafe anpirschen würde? "Das Bellen meiner Hunde würde den Wolf vertreiben. Ich glaube nicht, dass es zu einem Kampf kommen würde", sagt Schäfer Lippert und hofft, dass es nicht zu diesem Szenario kommt.

Weitere Informationen im Internet unter: www.wolfsregion-lausitz.de

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