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Oschatz Zwischen Oschatz und Mügeln rollt der Grusel-Express
Region Oschatz Zwischen Oschatz und Mügeln rollt der Grusel-Express
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13:19 31.10.2016
Hauptsache gruselig: Bei der Kostümierung ließen die Passagiere ihre Fantasie spielen. Quelle: Foto: Janett Rohnstock
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Schnaufend pendelte die Döllnitzbahn am Sonntag, dem Vortag des Halloweenfestes, auf den schmalen Gleisen zwischen Oschatz und Mügeln. Die rußigen Schwaden aus dem Expresszug direkt nach Transsilvanien, dessen Fensterscheiben mit Spinnenweben verkleistert sind, hüllten die Landschaft dieses sonnigen Herbsttages in ein dunkles Grau und lockten die Untoten aus ihren Verstecken.

Der Geisterzug brachte seine gruselige Fracht dann direkt zum Mügelner Bahnhof, dem Mekka für Zombies, Geister, Hexen und Monster aller Art, die dort friedlich gemeinsam Kraft tankten für eine lange Gruselnacht.

Die Gaumenfreuden für die gierigen Gäste wurden direkt aus der Unterwelt herbei gezaubert. Zombies labten sich an eitrigen Fingern, die Hexen genossen Spinnenbeine und zum Aufwärmen half ein Schluck heißes Blut.

Man konnte nur raten, ob es sich um Gruselgestalten handelt, oder ein Kostüm hinter den Erscheinungen steckte, so ausgefeilt waren viele der Verkleidungen. Nur ein Horrorclown hatte sich unter die Halloween-Fans gemischt. Der 27-jährige Tobias Quosdorf kam allerdings nicht aus Überzeugung zu seinem Kostüm. „Ich habe einfach nur das genommen, was beim gemeinsamen Verkleiden übrig war.“ Erschrecken wollte er mit seinem blutverschmierten Gesicht allerdings maximal seine Freundin, wenn er nach der Fahrt wieder zurück nach Hause kommt.

Das beste Kostüm trug der „Wilde Robert“ selbst. Als die Schatten am späten Nachmittag länger wurden, und die Grenzen zwischen Kostüm und wahren Monstern zu verschwimmen schienen, glaubte man fast, man wäre wie Harry Potter auf Gleis 9 ¾ gelandet und hätte den legendären Hogwarts-Express vor sich.

Gemeinsam fieberten alle Passagiere dem ausgefallenen Abendprogramm entgegen. Zuerst nahm die Wahrsagerin ihren Dienst auf. Sie versprach den Geistern eine lebhafte Zukunft, Zombies beste Gesundheit und konnte auf Anhieb vorhersagen, dass Heiligabend auf den 24. Dezember fallen wird – eine echte Koryphäe auf ihrem Gebiet.

Was danach folgte, war selbst für die grausamsten Gestalten ein wahrer Nervenkitzel. Hexen wurden in zwei Teile gesägt, Flammen wirbelten wild durch die Luft und der Beweis, dass es Magie wirklich gibt, wurde auf der Bühne am Bahnhofsgebäude nicht nur einmal erbracht.

Kein Wunder, dass für die heim kehrenden Besucher am Sonntagabend die Schatten etwas dunkler waren als sonst und selbst ein kleines Rascheln im Gebüsch von magischen Wesen zu kommen schien – so machte Gruseln richtig Spaß.

Von Janett Rohnstock

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