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Oschatz "academixer"-Gastspiel in Oschatz mit 400 Besuchern
Region Oschatz "academixer"-Gastspiel in Oschatz mit 400 Besuchern
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17:09 20.11.2011
Armin Zarbock, Katrin Hart und Natalie Hünig (vorn) auf der Bühne der Oschatzer Stadthalle. Quelle: Dirk Hunger

Oben genannter Widerspruch war da nicht der einzige, den Katrin Hart, Natalie Hünig und Armin Zarbock pointiert hinterfragten und gekonnt satirisch überspitzten.

Aktuell, bissig und kritisch näherten sie sich dem Thema V-Männer in der NPD. Für Katrin Hart sind das schlicht "getroffene Hunde, die nicht bellen". Auch der deutsche Arbeitgeberpräsident und andere "Schweinehund(t)e" bekamen vom Trio ihr Fett weg: Egal ob der lispelnde Holger Apfel (laut Natalie Hünig der erste "NDP-Vorsitzende mit SS-Fehler"), oder Kinder mit speziellen Essensvorlieben ("Spaghetti mit Ketchup, dreimal am Tag, gibt es heute, weil das Jochen so mag!"), niemand wurde da verschont.

Die Leipziger verloren nicht viele unnötige Worte. Jeder Witz aus "Delikatessen" traf ins Schwarze, wurde mit der richtigen Würze und Temperatur serviert. Kräftig, knackig und kurzweilig waren alle Nummern und damit vor allem eins: kabarettistisch wertvoll.

Leitfaden blieb über gut 90 Minuten die Politik, aufgelockert durch einzelne, nicht weniger prägnante und amüsante Ausflüge in die Alltagssatire, etwa dann, wenn Natalie Hünig als frustrierte Hausfrau schluchzend "Ich will doch nur spülen" als Parodie auf einen ähnlich klingenden Annett-Louisan-Titel anstimmte. Auch der absurde Perspektivwechsel im Lied "Du musst ein Mensch sein in dieser Welt" in Anlehnung an den Hit der Band "Die Prinzen" gelang grandios: Das einzig schweinische waren dabei die künstlichen Borstentier-Rüssel, welche die Künstler während des Singens trugen.

Komisch, anspruchsvoll und zotenfrei präsentierte sich das gesamte Programm. Allein der Blick hinter die Kulissen der Feldküche Kundus ("FKK") und die daraus resultierenden Spitzen auf Chaos bei der Bundeswehr fielen etwas aus der Reihe, da nicht mehr taufrisch. Ungekünstelt, ehrlich und wunderbar nostalgisch kam der Rückblick einer 100-Jährigen auf ihr Leben daher (eine der vielen Solo-Perlen von Katrin Hart). Originell waren auch die anschließenden Seitenhiebe aufs Gesundheitssystem: "Früher war der Besuch beim Friseur gut für einen kleinen Schwatz", stellte Natalie Hünig fest, "heute erledigt man das im Wartezimmer, denn die Praxisgebühr ist günstiger als eine Dauerwelle".

Nicht bei Arzt oder Friseur, sondern auf der Bühne, möchte man dem Trio darum gern wieder beim Spotten zuhören.

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