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Polizeiticker 54-Jähriger aus Schneeberg im Erzgebirge wegen versuchten Mordes in 21 Fällen vor Gericht
Region Polizeiticker 54-Jähriger aus Schneeberg im Erzgebirge wegen versuchten Mordes in 21 Fällen vor Gericht
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11:24 12.03.2012
Ein 54-jähriger Mann aus Schneeberg muss sich seit Montag wegen versuchten Mordes vor dem Landgericht Chemnitz verantworten. Quelle: Inge Engelhardt
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Chemnitz

Aus dem Haus war der Angeklagte gemeinsam mit Frau und zwei Kindern wenige Tage zuvor ausgezogen. Mit den Nachbarn soll es monatelang immer wieder zu Streit gekommen sein: über im Weg stehende Schnapsflaschen etwa oder über Bohrmaschinengeräusche. An die angeblich beim Auszug ausgesprochene Drohung von Uwe H., es dem Haus heimzahlen zu wollen, konnte sich am Montag im Zeugenstand allerdings keiner der Ex-Nachbarn erinnern.

Nur einem Zufall war es möglicherweise zu verdanken, dass es am Abend des 12. September 2011 nicht zur Katastrophe kam: Ein 33-jähriger Mieter sagte vor Gericht aus, dass er später als sonst von der Spätschicht nach Hause gekommen sei - und dort etwa gegen 22.45 Uhr dem Ex-Mieter begegnet sei. Er habe Verdacht geschöpft, Brandgeruch festgestellt, seiner Frau Bescheid gegeben und andere Nachbarn wachgeklingelt. Um 23.18 Uhr, so steht es im verlesenen Protokoll, ging sein Notruf bei der Polizei ein. Als die Feuerwehr um 23.27 Uhr eintraf, war die Gefahr bereits gebannt: Eine weitere Nachbarin hatte beim Stochern im zugemüllten Keller von H. eine Pappkiste mit brennendem Teelicht und darüber drapierter Daunenjacke entdeckt - und die Kerze ausgeblasen.

„Die Frauen sind alle wie aufgescheuchte Hühner durchs Haus gerannt“, erinnert sich ein 39-jähriger Bewohner des Hauses. Er selbst habe eher vermutet, dass der Ex-Mieter H. durch das Zündeln im Keller seinen Müll loswerden wollte. Die Staatsanwaltschaft geht indes davon aus, dass das Feuer über andere brennbare Materialien in dem mit einer Styropordecke versehenen Keller auf die Bausubstanz hätte übergreifen können - mit unabsehbaren Folgen für das vor allem von jungen Familien bewohnte Haus.

Der Angeklagte, den die Nachbarn als unnahbar und aufbrausend beschrieben, verweigerte vor Gericht Angaben zur Tat und zur Person. Einige Zeugenaussagen quittierte der Arbeitslose mit Kopfschütteln. Er war bereits am Tag nach der Brandstiftung festgenommen worden und sitzt seitdem in Zwickau in Untersuchungshaft. Das sind inzwischen sechs Monate. 

dpa

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