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Akten zu mutmaßlichem NSU-Raubüberfall in Sachsen verschwunden - Ermittlungen

Akten zu mutmaßlichem NSU-Raubüberfall in Sachsen verschwunden - Ermittlungen

Die Staatsanwaltschaft Görlitz prüft, ob Ermittlungsakten zu einem den Neonazi-Terroristen Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos zugeschriebenen Raubüberfall vernichtet wurden.

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Die Fahndungsbilder von Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos (r) aus dem Jahr 1998.

Quelle: Frank Doebert/Ostthüringer Zeitung

Erfurt/Chemnitz. Beide Männer stehen im Verdacht, am 18. Dezember 1998 einen Supermarkt in Chemnitz überfallen und auf der Flucht geschossen zu haben. Die Akten zu dem Fall sollen vernichtet worden sein. Ein Rechtsanwalt erstattete Anzeige wegen möglicher Aktenvernichtung, wie die „Thüringer Allgemeine“ am Montag berichtete.

„Wir müssen prüfen, ob das der Fall ist und ob das strafrechtlich relevant ist“, sagte der Görlitzer Behördenleiter Martin Uebele am Montag der Nachrichtenagentur dpa. Der Fall sei Görlitz zugewiesen worden, weil die Kollegen in Chemnitz nun mal nicht gegen sich selbst ermitteln könnten.

Der Überfall auf einen Chemnitzer Supermarkt am 18. Dezember 1998 könnte der erste Raubüberfall von Mundlos und Böhnhardt gewesen sein. Nach dem damaligen Polizeibericht erbeuteten die unbekannten Täter mehrere tausend Mark. Die beiden Männer hatten die Kassiererin mit einer Waffe bedroht und ihr eine Tasche mit den Tageseinnahmen entrissen. Dabei schossen sie auch auf einen 16-Jährigen, der die Flüchtenden verfolgte. Allerdings trafen sie den Jugendlichen nicht.

Was genau die Ermittler damals herausfanden, sei zwar wegen der Aktenvernichtung nicht mehr nachvollziehbar, berichtete die „Thüringer Allgemeine“. Allerdings habe sich der Vorgang noch im Auskunftssystem der Polizeidirektion befunden, und zudem bewahre die Polizei drei am Tatort sichergestellte Patronenhülsen noch in ihrer Asservatenkammer auf. Diese sollen laut Gutachten des Bundeskriminalamtes aus der gleichen Waffe abgefeuert worden sein wie zwei weitere Hülsen, die Ende 2011 im mutmaßlich letzten NSU-Quartier in Zwickau gefunden wurden.

Wegen dieser Übereinstimmung und der damaligen Täterbeschreibung einer Zeugin gehe die Bundesanwaltschaft davon aus, dass Mundlos und Böhnhardt 1998 den Überfall begangen haben, heißt es in dem Zeitungsbericht weiter. Der Überfall wäre auch der erste Beleg dafür, dass sich das Trio bereits im Jahr 1998 Schusswaffen besorgt haben könnte.

Böhnhardt und Mundlos hatten zusammen mit Beate Zschäpe das Terror-Trio Nationalsozialistischer Untergrund (NSU) gegründet. Es wird für den Mord an neun Menschen mit ausländischen Wurzeln und einer deutschen Polizistin verantwortlich gemacht. Böhnhardt und Mundlos töteten sich im November 2011 mutmaßlich selbst. Ihre Komplizin Beate Zschäpe steht derzeit in München vor Gericht.

dpa

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