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Polizeiticker Angreifer nach Krawallen von Sicherheitsfirma entlassen
Region Polizeiticker Angreifer nach Krawallen von Sicherheitsfirma entlassen
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23:08 11.09.2018
Der entlassene Mitarbeiter soll an den rechtsextremen Ausschreitungen Ende August in Chemnitz beteiligt gewesen sein. (Symbolfoto) Quelle: Jan Woitas/dpa
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Chemnitz/Mainz

Einer der Angreifer auf dem bundesweit bekanntgewordenen Video aus Chemnitz ist nach einem ZDF-Bericht Mitarbeiter der Wachschutzfirma Securitas gewesen. Das Sicherheitsdienst-Unternehmen habe sich Ende August nach einer Anhörung des Mitarbeiters und unter Einbeziehung des Betriebsrats „mit sofortiger Wirkung von dem Mitarbeiter getrennt“, zitiert das ZDF-Magazin „Frontal 21“ den Sprecher von Securitas, Bernd Weiler. Das sei „weniger als zwölf Stunden, nachdem uns das Video bekannt wurde“, geschehen. Der „Frontal 21“-Bericht sollte am Dienstagabend gesendet werden.

Auf dem im Internet kursierenden Video ist zu sehen, wie der entlassene Securitas-Mitarbeiter gemeinsam mit einem anderen Mann auf zwei Menschen zurennt, die sie offenbar für Ausländer halten. Zu hören sind Parolen wie „Haut ab“, „Kanaken“ und „Nicht willkommen“. Mehrere Asylsuchende, darunter einer der Angegriffenen, erklärten laut dem „Frontal 21“-Bericht, dass einer der Beteiligten als Sicherheitsmann in einem Chemnitzer Flüchtlingsheim gearbeitet habe.

Weiler begründete die Entscheidung des bundesweit tätigen Sicherheitsunternehmens mit den Worten: „Securitas Deutschland hat gegenüber rechtsradikaler oder fremdenfeindlicher Gesinnung eine Null-Toleranz-Politik.“ Dies sei auch in den „Werten und ethischen Grundsätzen von Securitas festgeschrieben“. Diesen Grundsätzen müssten sich alle Securitas-Beschäftigten bei ihrer Einstellung verpflichten, hieß es.

Laut Staatsanwaltschaft Dresden dauert die Auswertung der Videos an. Ein mutmaßlich Geschädigter habe in diesem Zusammenhang Anzeige erstattet, wegen Körperverletzung und Sachbeschädigung.

Um die Interpretation des Videos, das am 26. August am Johannisplatz in Chemnitz entstanden sein soll, wird politisch heftig gestritten. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wertete die Übergriffe von Chemnitz als „Hetzjagden“. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, sprach in der „Bild“-Zeitung davon, dass es keine Anhaltspunkte für rechtsextremistische Hetzjagden gebe. Bei dem Video handele es sich möglicherweise um eine „gezielte Falschinformation“. Dass Maaßen dafür keine Belege vorlegte, sorgte für Empörung.

Von LVZ

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