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Polizeiticker Auf dem Markt in Torgau – 43-Jähriger soll Syrer in die Brust geschossen haben
Region Polizeiticker Auf dem Markt in Torgau – 43-Jähriger soll Syrer in die Brust geschossen haben
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12:09 29.03.2018
Das Landgericht Leipzig soll die Hintergründe der Schüsse auf dem Torgauer Markt aufklären. Quelle: dpa-Zentralbild
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Leipzig - 

Wegen versuchten Mordes muss sich seit Donnerstag ein 43-Jähriger aus Torgau vor dem Landgericht Leipzig verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Deutschen vor, im Juli vergangenen Jahres auf dem Marktplatz der Elbestadt einen damals 21-jährigen Syrer aus etwa einem Meter Entfernung mit zwei Schüssen in die Brust niedergestreckt zu haben. Das Opfer überlebte nur dank einer Notoperation.

Der Tat vorausgegangen war ein lautstarker Streit zwischen einer Gruppe Deutscher und einer Gruppe Ausländer, an der der Beschuldigte jedoch nicht beteiligt war. Der 43-Jährige äußerte sich zu Prozessbeginn zunächst nicht zu den Vorwürfen.

Laut Staatsanwaltschaft hörte der Angeklagte den Lärm von der Straße, nahm die Waffe und ging vor das Haus. Er habe sich nicht einmal einen Eindruck darüber verschafft, was dort vorgegangen sei, hieß es in der Anklage. Der 43-Jährige habe sein Opfer verletzen wollen und dabei dessen möglichen Tod billigend in Kauf genommen. Der 21-Jährige habe nicht mit den Schüssen rechnen und sich dagegen wehren können.

Der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf machte deutlich, dass es in dem Verfahren auch darum gehen werde, ob der Beschuldigte aus Ausländerfeindlichkeit und Rache gehandelt habe. Dann kämen als Mordmerkmal zur Heimtücke - da das Opfer nicht mit einem derart massiven Angriff rechnen konnte - auch niedrige Beweggründe in Frage.

Hitler-Abbildungen deuten auf ausländerfeindliche Gesinnung

Jagenlauf sagte weiter, dass es Anhaltspunkte für eine rechte Einstellung des Angeklagten geben. So seien in seinem Besitz Gegenstände mit Abbildungen Adolf Hitlers gefunden worden. Es sei deshalb nicht auszuschließen, dass er aus Ausländerhass gehandelt haben könnte.

Der Verteidiger des 43-Jährigen, Rechtsanwalt Daniel Luderer, kündigte an, dass er oder sein Mandant zu einem späteren Zeitpunkt eine Erklärung abgeben wollten. Zeit dafür ist bis zum 6. Juni. Bis dahin sind acht Verhandlungstermine angesetzt.

Von LVZ

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