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Aufräumarbeiten nach Güterzug-Unfall bei Senftenberg gestalten sich schwierig

Aufräumarbeiten nach Güterzug-Unfall bei Senftenberg gestalten sich schwierig

Senftenberg. Die Aufräumarbeiten nach einem schweren Güterzugunfall mit einem Toten in Brandenburg gestalten sich schwierig. „Es geht nicht so schnell voran wie ursprünglich erhofft“, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Sonntag.

Die Waggons seien stark ineinander verkeilt und zum Teil noch mit bis zu 80 Tonnen Schotter beladen. „Das macht die Sache sehr instabil“, erklärte der Sprecher. Die Bahnstrecke in der Lausitz wird für unbestimmte Zeit gesperrt bleiben. Auch die Ursache für das Unglück blieb zunächst unklar. Menschliches Versagen wird nicht ausgeschlossen.

Infolge des Zusammenstoßes zweier Güterzüge war ein 54 Jahre alter Eisenbahner in einem Stellwerkgebäude gestorben. Die Strecke am Bahnhof Hosena bei Senftenberg gleicht einem Trümmerfeld: Waggons türmen sich ineinander verkeilt auf den Gleisen; daneben liegen die Überreste des Stellwerkgebäudes, unter denen der 54-Jährige begraben wurde.

Rund um die Uhr haben etwa 80 Helfer am Wochenende gearbeitet, um die Strecke frei zu räumen. Das Technische Hilfswerk unterstützt die Arbeiten. Drei Kräne sollen die Waggons zum Abtransport aufrichten. Zehn ineinander verkeilte Wagen konnten nach Angaben der Bahn bis Samstagabend weggeräumt werden, weitere 15 blockierten noch die Gleise. Bagger trugen außerdem neben der Strecke die Trümmer des Stellwerkgebäudes ab.

Nach Angaben der Bahn ist derzeit nicht abzusehen, wie lange die Strecke zwischen Ruhland, Hosena und Hoyerswerda gesperrt bleibt. Als Ersatz fahren Busse.

Die Bundespolizei prüft unterdessen, ob menschliches Versagen Auslöser des Unglücks unweit der brandenburgisch-sächsischen Grenze gewesen ist. „Wir ermitteln wegen des Verdachts eines gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr“, sagte Sprecher Meik Gauer. Die Ermittlungen vor Ort seien am Freitag abgeschlossen worden. Gemeinsam mit Spezialisten des Eisenbahnbundesamtes würden nun die sichergestellten Daten ausgewertet. Bis der zuständigen Staatsanwaltschaft in Cottbus Ergebnisse vorlägen, werde es aber wahrscheinlich noch etwas dauern.

Ein mit fast 3000 Tonnen Schotter beladener Zug der ITL Eisenbahngesellschaft, ein Unternehmen der Captrain Deutschland GmbH, war am Donnerstag einen leeren ITL-Güterzug aufgefahren. Die Wucht war so groß, dass mehrere Waggons entgleisten. Das Stellwerkgebäude wurde zerstört und der 54-Jährige unter den Trümmern begraben.

Die beiden Lokführer überlebten das Unglück: Der Fahrer des auffahrendes Zuges hatte sich geistesgegenwärtig mit einem Sprung aus dem Führerstand gerettet. Er brach sie die Beine und liegt nach Angaben seines Arbeitgebers in Dresden im Krankenhaus. Sein Kollege erlitt einen Schock, wurde aber schon aus der Klinik entlassen.

Captrain Deutschland sprach den Angehörigen des getöteten Stellwerkers Mitgefühl aus. „Wir setzen alles daran, die Behörden bei der Aufklärung des Unfalls zu unterstützen“, sagte eine Sprecherin der Nachrichtenagentur dpa. Weitere Angaben zu den Lokführern machte sie nicht.

Marion van der Kraats, dpa

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