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Polizeiticker Ausschreitungen am Magdeburger „Hassel“ - Oberbürgermeister fordert Konsequenzen
Region Polizeiticker Ausschreitungen am Magdeburger „Hassel“ - Oberbürgermeister fordert Konsequenzen
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17:21 25.06.2017
Oberbürgermeister Lutz Trümper fordert nach den Randalen am Samstag auf dem Hasselbachplatz in Magdeburg schärfere Maßnahmen. (Symbolfoto) Quelle: dpa
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Magdeburg

Nächtliche Ausschreitungen im Kneipenviertel: Bei Tumulten auf dem Magdeburger Hasselbachplatz ist ein Polizist schwer verletzt worden. 14 weitere Beamten erlitten in der Nacht zum Samstag nach Polizeiangaben leichte Verletzungen. Rund 150 teils stark betrunkene Jugendliche und junge Erwachsene waren demnach auf die Polizisten losgegangen, als diese eine Anzeige aufnehmen wollten. Steine und Flaschen flogen auf die Beamten, Verkehrsschilder wurden herausgerissen und Mülltonnen umgeworfen. Polizeisprecher Marc Becher nannte die Ausschreitungen eine „neue Qualität“.

Oberbürgermeister Lutz Trümper (SPD) zeigte sich schockiert. „Ich finde, so etwas geht gar nicht“, sagte er am Sonntag der Deutschen Presseagentur. Es gehöre sich nicht, sich auf offener Straße derart zu betrinken und dann auch noch Polizisten anzugreifen.

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In der Nacht zum Samstag haben sich Randalierer am Hasselbachplatz in Magdeburg Auseinandersetzungen mit der Polizei geliefert. 15 Beamte wurden verletzt.

Der Hasselbachplatz ist das Zentrum der Magdeburger Kneipenszene. „Natürlich kommt es hier immer wieder zu Schlägereien, es gibt Körperverletzungen, Sachbeschädigungen und Drogendelikte“, sagte Polizeisprecher Becher. Das sei für einen so zentralen Platz voller Kneipen aber gerade an Wochenenden nichts Ungewöhnliches. „Das ist die typische Szene eines Kneipenviertels.“

Hasselbachplatz schon länger im Fokus der Polizei

Ausschreitungen wie in der Nacht zum Samstag habe es bislang nicht gegeben. Das sei so nicht zu erwarten gewesen, sagte Becher. Wegen nächtlicher Ruhestörungen, Kneipenschlägereien und dergleichen steht der bei den Magdeburgern nur „Hassel“ genannte Platz allerdings schon länger im Fokus der Polizei. Seit einem halben Jahr gilt laut Becher ein verschärftes Präsenzkonzept. Beamte schauen häufiger als ohnehin schon bei ihren Streifen an dem Platz vorbei.

Die Nacht zu Samstag begann den Schilderungen der Polizei zufolge zunächst unspektakulär. Beamte waren vor Ort, um eine Anzeige aufzunehmen. Es gab kleinere Rangeleien, Sachbeschädigungen und Flaschenwürfe auf Polizeiautos. Als Beamte zu schlichten versuchten, sei die Situation eskaliert. Die Polizisten seien beleidigt, bedroht und angegriffen worden. Auch einige Fußball-Hooligans waren beteiligt.

Bis in die Morgenstunden kam es immer wieder zu Körperverletzungen der aufgebrachten Menge untereinander und Übergriffen auf Polizisten. Pflastersteine und Verkehrsschilder wurden herausgerissen, Blumenkübel und Mülltonnen umgeworfen. Ein Polizist erlitt eine Platzwunde am Kopf. Die Polizei war mit 110 Beamten im Einsatz, darunter auch Bundespolizisten.

OB Trümper fordert schärfere Maßnahmen

Sieben Randalierer wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen. Sie kamen später wieder frei. Es laufen Verfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung.

OB Trümper forderte ein härteres Vorgehen gegen nächtliche Randalierer. „Diese Leute wissen, dass wir ihnen nichts können, wenn sie aus der Gruppe heraus mit Flaschen werfen.“ Die Stadt sei in solchen Situationen auf die Unterstützung der Polizei angewiesen. Das städtische Ordnungsamt sei allein völlig chancenlos. „Dafür muss die Polizei ständig auf dem Platz präsent sein.“

Trümper kritisierte fehlende rechtliche Möglichkeiten für schärfere Maßnahmen. Ein von der Stadt erlassenes Alkoholverbot wurde 2010 gerichtlich gekippt. Auch solche Verbote zeigten aber nur Wirkung, wenn sie auch strikt kontrolliert würden, sagte Trümper. „Die Stadt allein kann das nicht.“

In der Nacht zum Sonntag blieb es Becher zufolge ruhig. Die Polizei werde auch in den kommenden Tagen im Rahmen des Möglichen verstärkt Präsenz zeigen. „Wir dürfen aber auch andere Aufgaben deshalb nicht vernachlässigen“, sagte Becher.

Von LVZ

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