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Polizeiticker Ausschreitungen bei Neonazi-Aufmarsch in Chemnitz
Region Polizeiticker Ausschreitungen bei Neonazi-Aufmarsch in Chemnitz
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15:39 28.08.2018
Bei den Demonstrationen am Montag in Chemnitz musste die Polizei beide Lager trennen. Quelle: dpa
Chemnitz/Leipzig

Nach dem Tod eines 35-Jährigen hat es in Chemnitz den zweiten Tag in Folge Ausschreitungen gegeben. Tausende Rechte zogen zum Teil ungehindert durch die Stadt, es mehrere Menschen wurden verletzt. Dabei äußerten zahlreiche Demoteilnehmer Kritik am Einsatz der Polizei. Augenzeugen beschrieben die Beamten als „überfordert“.

Am Abend waren rechte und linke Demonstranten teilweise nur durch wenige Meter voneinander getrennt gewesen. Laut Polizei wurden aus beiden Lagern heraus Gegenstände und Feuerwerkskörper geworfen, auch Journalisten wurden mit Flaschen attackiert. Einsatzkräfte fuhren mit Wasserwerfern vor, versuchten die Lager zu trennen. Auch Verstöße gegen das Versammlungsgesetz wurden registriert: Rechte vermummten sich, Hitlergrüße wurden gezeigt.

Nach der tödlichen Messerattacke auf einen 35-Jährigen haben in Chemnitz die ersten angemeldeten Kundgebungen begonnen.

Zudem sollen vier Teilnehmer von "Pro Chemnitz" bei der Abreise von etwa 15 bis 20 Menschen angegriffen und verletzt worden sein. Laut Polizei wurden zwei Menschen im Krankenhaus behandelt.

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Zu wenig Polizei

Zunächst hatten im Stadthallenpark am späten Nachmittag mehr als tausend Menschen unter dem Motto „Nein zu Rassismus und Gewalt“ für Demokratie protestiert. Ihnen gegenüber direkt am Karl-Marx-Monument mobilisierte die rechte Szene ihre Anhänger. Insgesamt spricht die Polizei von mehreren Tausend Teilnehmern. Genaue Zahlen gab es am Abend nicht. Die meisten Demonstranten hätten sich aber friedlich verhalten, teilten die Beamten mit.

Laut „Freie Presse“ räumte die Behörde am Abend ein, von der Menge der Teilnehmer überrascht worden zu sein. Die Einsatzstärke sei zu gering gewesen. Diese Vorwürfe wies das Sächsische Innenministerium auf Twitter hingegen zurück. Es seien „ausreichend Beamte“ in Chemnitz im Einsatz, hieß es. „Genaue Zahlen werden aber aus einsatztaktischen Gründen nicht genannt.“

Tödlicher Streit

Hintergründe für die Ausschreitungen war eine tödliche Auseinandersetzung zwischen Menschen verschiedener Nationalitäten. Ein Deutsch-Kubaner wurde dabei so schwer verletzt, dass er später im Krankenhaus starb. Gegen einen Syrer und einen Iraker war am Montag Haftbefehl erlassen worden. Sie werden des gemeinschaftlichen Totschlags beschuldigt.

Nach dem Vorfall hatte am Sonntag die laut sächsischem Verfassungsschutz rechtsextremistische Hooligangruppierung „Kaotic“ aus dem Umfeld des Fußball-Regionalligisten Chemnitzer FC zu einer Spontandemo aufgerufen. Rund 1000 Menschen, darunter erkennbar zahlreiche Rechte, zogen durch die Innenstadt. Aus der Masse heraus wurden Ausländer attackiert sowie ausländerfeindliche und rechte Parolen gerufen. Die "Zentralstelle Extremismus Sachsen" übernimmt die Ermittlungen zu den Ausschreitungen, wie das Justizministerium am Montag mitteilte.

Alle Infos zum Abend zum Nachlesen im Live-Ticker

th/mpu/jhz

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