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Polizeiticker Babys in Tiefkühlschrank gesteckt - Lange Haftstrafe für Mutter
Region Polizeiticker Babys in Tiefkühlschrank gesteckt - Lange Haftstrafe für Mutter
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21:11 05.04.2018
Im Prozess um zwei tote Babys wurde am Landgericht Halle am Donnerstag das Urteil gefällt. (Archivbild) Quelle: dpa
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Halle

Eine Mutter tötet qualvoll ihre zwei Babys - die Leichen der Neugeborenen bewahrt sie bis zu 14 Jahre lang in einem Tiefkühlschrank auf. Das Landgericht Halle verurteilte die Frau am Donnerstag zu neuneinhalb Jahren Haft wegen Totschlags. Die Taten seien auf den ersten Blick nicht nachvollziehbar, sagte der Vorsitzende Richter Jan Stengel: „Sie haben das dunkle Geheimnis über Jahre hinweg für sich behalten.“ Andere Menschen wünschten sich jahrelang ein gemeinsames Kind. Die Frau habe den Kopf in den Sand gesteckt vor ihren familiären Problemen und Schulden.

Die 46-Jährige nahm das Urteil weitgehend regungslos auf. Sie sitzt seit Anfang des Jahres in Untersuchungshaft. Das Gericht folgte mit dem Urteil nahezu dem Antrag der Staatsanwaltschaft, die zehn Jahre Haft gefordert hatte. Die Angeklagte habe ihre eigenen Interessen über das Recht auf Leben der Kinder gestellt. Den Entschluss, sie zu töten, habe sie jeweils vor der Geburt gefasst, sagte Staatsanwalt Hendrik Weber.

Die Frau hatte gestanden, 2004 ein Mädchen und 2008 einen Jungen heimlich entbunden und getötet zu haben. Die Neugeborenen steckte sie jeweils in Plastiktüten und dann in den Tiefkühler. Laut Obduktion sind die Kinder erstickt. Das Mädchen und der Junge seien gesund zur Welt gekommen. Ein psychiatrischer Gutachter hatte der Frau eine volle Schuldfähigkeit attestiert. Anfang 2018 hatte die Polizei die beiden Leichen in der Wohnung der Frau in Benndorf (Landkreis Mansfeld-Südharz) im Tiefkühlschrank gefunden. Sie war zuvor von Helbra umgezogen.

Ex-Lebensgefährte informierte die Polizei

Die Verteidigung hatte für die Frau sechs Jahre Gefängnis und eine Verurteilung wegen Totschlags in minderschwerem Fall gefordert. Zur Begründung hieß es, die Frau habe für sich keine andere Lösung gesehen. Sie sei von ihrem damaligen Lebenspartner unter Druck gesetzt und erpresst worden. Er habe keine weiteren Kinder haben wollen. Das Paar hatte bereits zwei Kinder.

Gegen den Ex-Lebensgefährten der arbeitslosen Facharbeiterin ermittelt die Staatsanwaltschaft. Er soll den Angaben zufolge zumindest von einem toten Baby in dem Tiefkühlschrank seit längerer Zeit gewusst haben. Erst Anfang dieses Jahres informierte er die Polizei. Das Paar hatte sich 2017 getrennt.

Die Rechtsanwältin der Frau, Carolin Greiner Mai, ließ offen, ob sie gegen das Urteil in Revision gehen wird. Die Höchststrafe bei Totschlag eines Neugeborenen unmittelbar nach der Geburt beträgt laut Gerichtssprecher 15 Jahre Haft.

LVZ

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