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Polizeiticker Baseballschläger-Angriff: Attacke auf Sohn von SPD-Chef Dulig
Region Polizeiticker Baseballschläger-Angriff: Attacke auf Sohn von SPD-Chef Dulig
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22:19 12.07.2015
Von Jürgen Kochinke
Symbolbild Quelle: Archiv
Dresden

Als Regierungschef Stanislaw Tillich (CDU) am vergangenen Donnerstag seine beachtliche Anti-Rassismus-Rede im sächsischen Landtag hielt, hörte einer ganz besonders aufmerksam zu: Martin Dulig, SPD-Landeschef, Wirtschaftsminister und stellvertretender Ministerpräsident. Und nicht nur das, am Ende gab der SPD-Mann Tillich sogar persönlich die Hand. Dafür dürfte Dulig gute Gründe gehabt haben – politische, vor allem aber auch ganz private.

Denn nach Informationen der Leipziger Volkszeitung wurde sein Sohn Johann vor rund zweieinhalb Wochen selbst Opfer einer offenbar rassistisch motivierten Attacke. Konkret: Dulig jun. war einer der Insassen jenes Autos, das von Asylgegnern aus Freital mit einem Baseballschläger angegriffen worden war. Diese Attacke hatte bundesweit für Schlagzeilen gesorgt, nicht nur wegen des direkten Angriffs, sondern weil es um das Reizthema Freital ging – rassistische Hasstiraden von Asyl-Gegnern inklusive.

Johann Dulig, der für die SPD im Meißener Kreistag sitzt, hatte damals über den Kurznachrichtendienst Twitter zu Gegenprotesten aufgerufen. „Heute wieder“, hatte er geschrieben, „wer Zeit hat, kommt und stellt sich den Rassisten entgegen“. Und natürlich war er auch selbst nach Freital gefahren. Am späten Abend passierte es dann auf der Rückfahrt nach Dresden. Zwei Autos hängten sich an den Pkw, in dem Dulig jun. saß. An einer Tankstelle bereits in der Landeshauptstadt folgte die Attacke der Asyl-Gegner. Ein Mann schlug mit dem Baseballschläger auf die Frontscheibe des Autos ein, ein Insasse wurde dabei leicht verletzt.

Mittlerweile hat das Operative Abwehrzentrum (OAZ) die Täter aus einem der beiden Autos ermittelt, sie müssen sich wegen gefährlicher Körperverletzung, Nötigung und Sachbeschädigung verantworten. Die Suche nach dem zweiten Täterfahrzeug läuft noch, die Chancen, die Verdächtigen dingfest zu machen, stehen aber nicht schlecht. Für Schlagzeilen hatte Johann Dulig auch schon in der Vergangenheit gesorgt.

Grund war, dass der politisch höchst aktive Minister-Sohn Mitte Februar via Facebook eine Fotomontage verbreitet hatte, die in der Dresdner Region keineswegs gut ankam. Denn dort war ein bombenabwerfendes Alliierten-Flugzeug zu sehen, garniert mit dem Text „Pyrotechnik ist kein Verbrechen“. Und darunter war das zerbombte Dresden abgebildet mit dem Satz „Deutsche Kurven abfackeln“. Damals hatte es Protestnoten gehagelt, mittlerweile ist das Foto aus dem Netz entfernt.

LVZ

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