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Berufsfeuerwehr probt den Ernstfall in Dresdner Tunnel am Wiener Platz

Berufsfeuerwehr probt den Ernstfall in Dresdner Tunnel am Wiener Platz

Alarm im Tunnel am Wiener Platz: Ein Laster ist ins Schleudern gekommen und hat in der Südröhre einen Pkw gegen die Wand geschoben. Der Fahrer ist im Auto eingeklemmt.

Dresden. Wie lange wird es dauern, bis die Feuerwehr ihn rettet? Dieses anspruchsvolle Unfallszenario exerzierten am Dienstag, spät abends, rund 40 Kameraden der Dresdner Berufsfeuerwehr in der Straßenunterführung am Hauptbahnhof durch.

Mit der Übung sollten Strategien getestet werden, die die Landeshauptstadt speziell für Katastrophen in Tunnelanlagen erarbeitet hat. Für den Einsatz, bei der zum ersten Mal ein Autounfall im Wiener Platz-Tunnel nachgestellt wurde, sperrte die Polizei die Durchfahrt zwischen 22 Uhr und 23.30 Uhr ab. Ein Schrottauto mit verschweißten Türen diente als Unfallwagen, den verletzten Insassen mimte ein Feuerwehrmann und als Laster musste ein Feuerwehrauto herhalten. Dann wurde der Knopf einer der drei Brandmeldeanlagen im Tunnel gedrückt und es folgte gespanntes Warten auf die ersten Löschzüge.

„Wir müssen regelmäßig in Tunnelanlagen üben", erklärte Thomas Mende, Sprecher des Brand- und Katastrophenschutzamtes. Wegen der Enge in den Unterführungen komme es dort eher zu kritischen Situationen. Deshalb sei es wichtig, dass die Einsatzplanung stimmig ist und die Alarmierungswege funktionieren. Erst vor einem Jahr fuhr sich ein Rentner mit seinem Toyota im Wiener Platz-Tunnel zu Tode. Sein Wagen prallte gegen eine Betonmauer. Die Feuerwehrleute konnten den Mann zwar schnell bergen, auf Grund schwerer Verletzungen verstarb er jedoch noch im Rettungswagen.

Bei der Einsatzübung am Dienstag traf wenige Minuten nach der Alarmierung nicht die Feuerwehr, sondern der Krankenwagen ein. Der musste wieder abdrehen, denn diesmal waren die Kollegen der Feuerwehr gefragt. Nach ungefähr zehn Minuten kam der erste Löschzug der Feuerwehr Löbtau. Schnell liefen einige Männer zum eingequetschten Wagen, während andere Technik ausluden und Scheinwerfer installierten. Über die gesplitterte Heckscheibe stiegen die Retter in das Auto ein. Noch im Wagen wurde das Unfallopfer stabilisiert, dann auf eine Trage gehievt und aus dem Auto gezogen. Auch die Erstversorgung klappte. Wenige Minuten später, nachdem das Opfer abgehört und der Blutdruck gemessen wurde, durfte es wieder aufstehen und den restlichen Teil der Übung verfolgen.

In der Zwischenzeit war auch die Neustädter Feuerwehr eingetroffen. Einige Kameraden schleppten eine Hydraulikmaschine heran, mit der sich Fahrzeugteile schneiden und auseinander drücken lassen. Ein Kranwagen fuhr heran, um das Autowrack zwischen Lkw und Tunnelwand zu bergen. Damit war der Einsatz geglückt und nach und nach zogen die insgesamt elf Feuerwehrfahrzeuge wieder ab.

„Für die Gemeinheiten, die wir eingebaut haben, ist es ordentlich gelaufen", fasste Mende das Geschehen zusammen. Schließlich ging die Leitstelle zunächst durch das Auslösen der Brandmeldeanlage von einem Feuer und von keinem Unfall aus, weshalb der Kranwagen nachalarmiert werden musste. Auch die medizinische Erstversorgung ohne Rettungssanitäter war eine zusätzliche Hürde. So eine Situation kommt laut Mende aber selten vor. Dennoch sei jeder Feuerwehrmann in der Lage, erste Hilfe zu leisten und es gibt in allen Feuerwehrautos eine Trage und einen Rettungsrucksack, der sogar mit einem Defibrillator zur Wiederbelebung bestückt ist.

In der Zwischenzeit hatte das allerletzte Feuerwehrauto den Unfallwagen wieder aufgeladen. Der Tunnel konnte wieder für den Verkehr freigegeben werden. In den nächsten Tagen folgt in den Revieren eine gründliche Auswertung der Rettungsaktion.

Madeleine Arndt

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