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Busbrand auf der B 95 bei Leipzig fordert Todesopfer – 78-Jähriger stirbt in Klinik

Busbrand auf der B 95 bei Leipzig fordert Todesopfer – 78-Jähriger stirbt in Klinik

Der verheerende Brand eines Doppelstockbusses auf der Bundesstraße 95 südlich von Leipzig hat ein Todesopfer gefordert.

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Tragisches Ende eines Ausflugsfahrt: Der Busbrand auf der B95 südlich von Leipzig hat ein Todesopfer gefordert.

Quelle: Thomas Kube

Leipzig. Wie Recherchen von LVZ-Online ergaben, verstarb ein 78-Jähriger im Krankenhaus aufgrund der bei dem Unglück vor gut drei Wochen erlittenen Verletzungen. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun gegen die Stadtrundfahrt-Firma aus Leipzig wegen fahrlässiger Tötung.

26 der 29 Insassen des Doppelstockbusses waren am 22. November mit Verletzungen in Kliniken eingeliefert worden, nachdem das Fahrzeug auf der B 95 bei Rötha (Kreis Leipzig) völlig ausbrannte. Einige von ihnen mussten intensivmedizinisch in Zwenkau, Borna und Leipzig behandelt werden. Darunter war auch der 78-jährige Mann, der zusammen mit Freunden an dem Geburtstagsauflug teilnahm.

Schwere Vorwürfe gegen Busunternehmen

Polizeisprecherin Maria Braunsdorf bestätigte am Dienstag den Tod des Mannes auf Anfrage von LVZ-Online. Er sei seinen schweren inneren Verletzungen erlegen. Woher der 78-Jährige stammte, konnte die Sprecherin nicht sagen. Ihren Angaben zufolge starb er bereits wenige Tage nach dem Unglück. Für die ermittelnde Leipziger Staatsanwaltschaft erhält der Fall dadurch neue Brisanz. Es wird nunmehr wegen eines Tötungsdelikts ermittelt, zusätzlich wegen fahrlässiger Körperverletzung.

Bereits nach dem Brand waren schwere Vorwürfe gegen das Busunternehmen Royal London Bus aus Leipzig laut geworden. Erst in letzter Minute hatten sich die Insassen, unter denen sich auch ein Baby und zwei weitere Kinder befanden, aus dem brennenden Fahrzeug retten können. Eine klemmende Tür im hinteren Bereich des Busses verhinderte Augenzeugen zufolge, dass dieser rechtzeitig evakuiert werden konnte. Der 54-jährige Fahrer habe den Doppeldecker zwar auf den Standstreifen zum Stehen gebracht, die Insassen hätten die Tür jedoch selbst mit Gewalt aufdrücken müssen und erlitten deshalb teilweise Rauchgasvergiftungen.

Laut Polizei soll ein technischer Defekt an dem roten Doppeldecker, Baujahr 1989, zu dem Unglück geführt haben. Die genaue Ursache des Brandes sei bislang jedoch noch immer nicht abschließend geklärt, so Braunsdorf. Das Fahrzeugwrack sei von einem unabhängigen Gutachter auf Mängel untersucht worden. „Ein abschließender Bericht dazu liegt aber noch nicht vor“, so die Polizeisprecherin.

Firma erfüllt laut Ordnungsamt alle Vorschriften

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Stadtrundfahrt mit einem Doppeldecker von Royal London Bus: Laut Ordnungsamt erfüllt das Unternehmen alle Vorschriften.

Quelle: Volkmar Heinz

Michael Strauch, Inhaber von Royal London Bus, wies die Anschuldigungen gegenüber LVZ-Online zurück. Alle Busse seiner Flotte würden regelmäßig gewartet und vom TÜV geprüft. „Ein Bus mit klemmender Tür fährt bei uns nicht los“, betonte er. Ein solches Unglück sei nicht vorherzusehen gewesen. Der Busfahrer blieb seinen Angaben zufolge unverletzt, ist derzeit aber krankgeschrieben.

Erst am Wochenende sorgte die Firma erneut für Schlagzeilen, als ein Bus aufgrund eines Defekts eine kilometerlange Dieselspur in Leipzig hinterlassen hatte. Das Ordnungsamt, welches die Genehmigung für Stadtrundfahrt-Busse erteilt, hat jedoch keine Sicherheitsbedenken. An den Fahrzeugen würden mindestens einmal jährlich technische Untersuchungen durchgeführt und der Nachweis der Behörde vorgelegt. Die Firma werde wie jede andere regelmäßig überprüft, sagte Ordnungsamtsleiter Helmut Loris. „Bisher gab es keinen Grund, dem Unternehmen die beantragte Genehmigung zu versagen.“

Robert Nößler

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