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Polizeiticker Chemnitz: Einstellung des Verfahrens gegen Yousif A. beantragt
Region Polizeiticker Chemnitz: Einstellung des Verfahrens gegen Yousif A. beantragt
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11:49 09.01.2019
Blumen und Kerzen am Tatort in der Chemnitzer Innenstadt. (Archivfoto) Quelle: dpa
Leipzig

Im Fall des gewaltsamen Todes von Daniel H. Ende August in Chemnitz hat die Verteidigung die Einstellung des Verfahrens gegen den bisher ebenfalls verdächtigen Yousif A. beantragt. Wie Rechtsanwalt Ulrich Dost-Roxin am Mittwoch erklärte, sei gegen seinen Mandaten bisher keine Anklage erhoben worden.

„Es wurde weiter ermittelt, viel unternommen, aber ohne jedes Ergebnis. Keiner der etwa 150 vernommenen Zeugen konnte eine Tatbeteiligung belegen. Objektive Beweismittel –DNA, Blutanhaftungen, Fingerabdrücke usw. - förderten nichts Belastendes ans Tageslicht, sondern entlasteten Yousif A. von Woche zu Woche mehr“, so Dost-Roxin. Ohne eine Anklagerhebung müsse das Verfahren laut Strafprozessordnung aber nun eingestellt werden, argumentiert der Jurist. Entsprechend sei ein Antrag an die Staatsanwaltschaft gestellt worden. Die Chemnitzer Staatsanwaltschaft hatte am Dienstag erklärt, dass über den Abschluss des Verfahrens gegen Yousif A. noch nicht entschieden sei.

Yousif A. war zusammen mit dem zweiten Verdächtigen Alaa S. noch in der Tatnacht von der Polizei festgenommen worden, kam aber bereits Mitte September auf Antrag seines Anwaltes aus der Untersuchungshaft frei. Das Amtsgericht sah keinen hinreichenden Tatverdacht in der Beweisen der Ermittler, der eine weitere Inhaftierung des Irakers rechtfertigen würde.

Im Gegensatz dazu blieb sein Mitgefangener Alaa S. weiter in Haft. Auch ein im Dezember gestellter Freilassungsantrag dessen Anwalts konnte daran nichts ändern. Am Dienstag hatte die Chemnitzer Staatsanwaltschaft erklärt, dass gegen den syrischen Staatsangehörigen wegen gemeinschaftlichen Totschlags in Tatmehrheit mit gemeinschaftlichem versuchten Totschlag und gefährlicher Körperverletzung Anklage erhoben werde.

Alaa S. soll nach Auffassung der Ermittler am 26. August zusammen mit einem Dritten, dem flüchtigen Farhad R. A., viermal in den Brustbereich und einmal in den Oberarm von Daniel H. und einmal in den Rückenbereich von Dimitri M. eingestochen zu haben. Dimitri M. überlebte die Attacke schwerverletzt, Daniel H. starb noch am Tatort.

Von Matthias Puppe

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