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Polizeiticker Faktencheck zu Chemnitzer Todesfall: Täter handelten nicht in Notwehr
Region Polizeiticker Faktencheck zu Chemnitzer Todesfall: Täter handelten nicht in Notwehr
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15:40 28.08.2018
Kerzen in der Chemnitzer Innenstadt: Ein 35-Jähriger starb nach einer Messerstecherei beim Stadtfest. Quelle: dpa
Chemnitz / Leipzig

Bei einer Auseinandersetzung mit etwa zehn Beteiligten am Sonntagmorgen am Rand des Chemnitzer Stadtfestes sind drei Männer niedergestochen worden. Ein 35-Jähriger erlag später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen. Seit Bekanntwerden der Tragödie kursieren viele Gerüchte und Fakenews im Netz. LVZ.da gibt einen Überblick über die tatsächlichen Fakten, die bisher zum Fall bekannt sind. Die Übersicht wird fortlaufend aktualisiert. 

Was wir bisher tatsächlich bekannt ist:

  • Die Tat: Drei 33, 35 und 38 Jahre alte Männer wurden am Sonntag gegen 3.15 Uhr bei einer Messerstecherei in Chemnitz schwer verletzt, einer von ihnen starb später im Krankenhaus. An der Brückenstraße kam es zuvor laut Polizei zu einem Streit zwischen bis zu zehn Personen unterschiedlicher Nationalitäten. Einen zweiten Todesfall gibt es bisher trotz anderslautender Meldungen nicht.

  • Die mutmaßlichen Täter: Ein 23 Jahre alter Syrer und ein 22 Jahre alter Iraker wurden noch in der Nacht zum Sonntag festgenommen. Am Montag erließ die Staatsanwaltschaft Chemnitz Haftbefehle gegen die beiden Männer wegen gemeinschaftlichen Totschlags und teilte auch ihre Nationalitäten mit. Ein Handeln der Tatverdächtigen zum Selbstschutz wird derzeit ausgeschlossen. „Nach dem bisherigen Erkenntnisstand bestand keine Notwehrlage für die beiden Täter“, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Dienstag schriftlich mit.

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  • Das Opfer: Daniel H., ein 35-jähriger Deutsch-Kubaner, starb im Krankenhaus an seinen Stichverletzungen. Nach LVZ-Informationen hatten auch die beiden anderen Verletzten Migrationshintergrund. Bei dem 33- und 38-Jährigen handele es sich um Russlanddeutsche, so Polizeisprecherin Jana Ulbricht am Montag.
  • Der Verstorbene hatte in Chemnitz gewohnt und Tischler gelernt. Die VBFA e.V. Ausbildungsstätte Chemnitz trauert bei Facebook mit einem Foto öffentlich um ihren ehemaligen Lehrling.

Mit Bestürzung und Fassungslosigkeit haben wir vom gewaltsamen Tod unseres ehemaligen Tischlerlehrlings erfahren. Daniel...

Gepostet von VBFA e.V. Ausbildungsstätte Chemnitz am Sonntag, 26. August 2018
  • Die Tatwaffe: Das Messer, soll nach einem Bericht der Freien Presse weggeworfen worden und im Bereich einer Stadtfest-Bühne sichergestellt worden sein.
  • Die mutmaßlichen Täter sollen bei der Auseinandersetzung "ohne rechtfertigenden Grund" mehrfach mit einem Messer auf Daniel H. eingestochen haben, so Ingrid Burghart, Sprecherin der Staatsanwaltschaft Chemnitz.

Was wir nicht wissen:

  • Die Hintergründe der Tat sind bisher ebenso unklar wie der Auslöser für den Streit. Die Behörden äußerten sich dazu noch nicht.
  • Informationen, wonach die drei Angegriffenen wegen einer sexuellen Belästigung eingeschritten sein sollen, dementierte die Polizei.

  • Der Ablauf der Tat und das Tatmotiv bleiben auch nach der Mitteilung der Staatsanwaltschaft unklar. 

nöß/mpu/the/jps

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