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Dresdner "S-Bahn-Schubser" erhalten Freiheitsstrafe

Landgericht Dresden Dresdner "S-Bahn-Schubser" erhalten Freiheitsstrafe

Wegen der gewaltsamen Attacke auf einen Mann an einer Dresdner S-Bahn-Station sind zwei Asylbewerber zu Freiheitsstrafen wegen gefährlicher Körperverletzung und Nötigung verurteilt worden.

Bild vom Prozessauftakt im Oktober

Quelle: Monika Löffler

Dresden. Rund neun Monate nach der feigen und brutalen Attacke auf einen 41-jährigen Mann am S-Bahn-Hof Dresden Zschachwitz ist gestern das Urteil gesprochen worden. Die Schwurgerichtskammer des Dresdner Landgerichts sprach die beiden Angeklagten wegen gefährlicher Körperverletzung und des besonders schweren Falls der Nötigung schuldig. Den Tatvorwurf des versuchten Totschlags, wie er auch von der Staatsanwaltschaft erhoben worden war, sah die Kammer nicht. Der Marokkaner Chakir A. wurde zu einer Freiheitsstrafe von drei Jahren und zwei Monaten, der Libyer Radouan K. zu zwei Jahren und neun Monaten verurteilt.

Die Männer hatten am frühen Morgen des 17. März 2017 den 41-jährigen Rene J. am Haltpunkt Zschachwitz mit seinem Fahrrad auf die Gleise des Bahnsteigs gestoßen und ihn daran gehindert  zurück auf den Bahnsteig zu gelangen. Der Zugführer brachte die S-Bahn wenige Meter vor dem Mann zu Stehen.

Rene J. war gegen 4.40 Uhr aus dem Zug gestiegen und wollte auf Arbeit, als ihn die angetrunkenen Asylbewerber nach einer Zigarette oder Feuer fragten. Rene J. verstand sie nicht und sagte „nein“. Chakir A. trat daraufhin gegen sein Rad, das gegen das Bein des Opfers prallte. Der wehrte sich es gab eine Rangelei und danach eskalierte die Situation. Jetzt griff auch Radouan K. ein und schubste den Familienvater auf die Gleise. Rene J. gelang es zwar, sich hochzurappeln, sah sich jetzt aber zwei Angreifern gegenüber und wurde aber von Chakir A. wieder auf die Gleise zurückgestoßen. Die Angeklagten warfen sein Fahrrad auf ihn und hinderten ihn mit Tritten und Schlägen daran, auf den Bahnsteig zu klettern. Erst als der Zug in Sichtweite war, hörten sie auf und verschwanden. Dem Zugführer war zwar das Licht des Fahrrades im Gleisbett aufgefallen, von den Angriffen gegenüber Rene J. hatte er aber nichts bemerkt. Dies muss also vorher passiert sein. Zudem hatten sich die Asylbewerber dünne gemacht

Das Rektionsvermögen des Zugfahrers hatte Rene J. vor einem Zusammenstoß  gerettet, aber mit seinem Leben geriet er Mann unter die Räder. Nervlich ist der 41-Jährige am Ende, er erlitt einen Schock und befindet sich wegen einer posttraumatischen Belastungsstörung noch immer in Behandlung, verlor seinen Job und weiß nicht, ob es ihm je besser geht.

Die Angeklagten wiegelten ab. Radouan K. will mit der Sache gar nichts zu tun haben, er sei nur dabei gewesen. Chakir A. konnte sich an den „Vorfall“ kaum erinnern und begründete dies mit einem enormen Alkoholkonsum. Die Männer waren angetrunken, aber keineswegs so stark wie sie angaben, das zeigen Bilder der Überwachungskamera aus der S-Bahn. Ausfallerscheinungen sah man ihnen nicht an, aber vielleicht waren sie verärgert, weil der Schaffner sie ohne Fahrkarte aus dem Zug geschmissen hatte und waren deshalb auf Krawall aus.

Da waren viele Aussagen nicht ganz stimmig, was es der Kammer nicht einfach machte. Ein Tötungsvorsatz habe sich aber nicht nachweisen lassen.  Oberstaatsanwalt Christian Avenarius, der sechs Jahre für Chakir A. und fünf Jahre für Radouan K. geforderte hatte, kündigte Revision an.

Von Monika Löffler

 

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