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Polizeiticker Dschaber Al-Bakr sitzt in Leipziger U-Haft
Region Polizeiticker Dschaber Al-Bakr sitzt in Leipziger U-Haft
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14:30 12.10.2016
Dschaber Al-Bakr sitzt in Leipzig hinter Gittern. Quelle: Polizei Sachsen
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Leipzig

Der mutmaßliche Terrorist Dschaber Al-Bakr (22) soll bis auf Weiteres in Sachsen bleiben. Nach der Vernehmung durch die Polizei und der Anhörung durch eine Ermittlungsrichterin vor dem Amtsgericht Dresden befindet sich der Syrer in Leipzig in Untersuchungshaft, sagte Alexander Hübner, der Strafverteidiger von Al-Bakr, am Mittwoch gegenüber LVZ.de. Für das Verfahren sei es „nicht entscheidend“, wo der Verdächtige in U-Haft sitzt.

Laut Generalbundesanwaltschaft in Karlsruhe wird Al-Bakr bis zu einem möglichen Prozess in Sachsenhinter Gittern bleiben. Voraussetzung dafür ist, dass der Bundesgerichtshof den Haftbefehl bestätigt. Wann damit zu rechnen ist, steht noch nicht fest, heißt es in Karlsruhe, momentan bestehe „keine Eile“. Klar ist allerdings schon: Wenn es zu einem Prozess gegen den mutmaßlichen Terroristen kommt, findet dieser vor dem Oberlandesgericht Dresden statt – die Anklage würde die Generalbundesanwaltschaft vertreten.

Al-Bakr habe sich gegenüber der Polizei geäußert, vor der Ermittlungsrichterin aber zunächst auf sein Anraten hin geschwiegen, erklärte der Rechtsanwalt aus Dresden. „Ich habe die Akten noch nicht. Erst wenn ich Einblick in das Verfahren habe, könnte es sein, dass sich mein Mandant einlässt. Was Al-Bakr gegenüber der Polizei gesagt hat, müssten die Akten ergeben, so Hübner. Eine Prognose sei zu diesem frühen Verfahrenszeitpunkt schwierig, die Ermittlungen müssten in den nächsten Wochen zeigen, „ob sich der Tatverdacht erhärtet“. Ihm gehe es jetzt darum, dass sein Mandant eine angemessen gute Betreuung erhält und er sich einen Überblick zu den Ermittlungen verschaffen kann, machte der Pflichtverteidiger klar.

Das Amtsgericht Dresden hat gegen Al-Bakr einen Haftbefehl wegen Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat erlassen. Der Syrer soll in einer Chemnitzer Wohnung eine Bombenwerkstatt eingerichtet und einen Anschlag mit vielen Toten geplant haben. Nachdem er dem Sondereinsatzkommando (SEK) am Sonnabendmorgen in Chemnitz entkommen war, setzten ihn fast zwei Tage später drei Landsmänner in Leipzig-Paunsdorf fest und übergaben den mutmaßlichen Terroristen der Polizei. Die Generalbundesanwaltschaft und das Bundeskriminalamt haben das Verfahren übernommen.

Alexander Hübner gilt in Sachsen als ausgewiesener Strafverteidiger. Zu seinen Mandanten zählt unter anderem Denise G., die momentan in München vor Gericht steht: Sie soll Mitglied der mutmaßlichen rechtsterroristischen Vereinigung Old School Society aus Frohburg (Kreis Leipzig) sein.

Von Andreas Debski

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