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Polizeiticker Entwarnung in Erfurt: "Wurfgranate" in DHL-Paket entpuppt sich als Katalogrolle
Region Polizeiticker Entwarnung in Erfurt: "Wurfgranate" in DHL-Paket entpuppt sich als Katalogrolle
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14:34 04.12.2017
In der Thüringer Staatskanzlei ist ein verdächtiges DHL-Paket eingegangen (Symbolfoto). Quelle: dpa
Erfurt

Ein DHL-Paket mit mutmaßlich explosivem Inhalt hat am Montag in der Thüringer Staatskanzlei in Erfurt für Aufregung gesorgt. Mitarbeiter seien auf das Paket aufmerksam geworden, es sei von der Polizei sichergestellt worden, sagte Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) am Montagvormittag in Erfurt. Nach einer ersten Vorprüfung habe die Polizei von einer möglichen Wurfgranate gesprochen. Ob sie scharf sei, sollten die weiteren Untersuchungen ergeben.

Die in Erfurt mit dem Fall betraute Staatsanwaltschaft gab am Nachmittag Entwarnung. Es handle sich keineswegs, wie am Morgen zunächst vermutet, um eine Ramelow zugesandte Handgranate, sondern um zusammengerollte Kataloge. „Diese hatten beim Durchleuchten des Päckchens bei den zuständigen Mitarbeitern den Anschein eines Wurfgeschosses erregt“, sagte Oberstaatsanwalt Hannes Grünseisen der Leipziger Volkszeitung. „Da die Sensibilität derzeit besonders hoch ist und das an den Ministerpräsidenten adressierte Paket keinen Absender trug, wurde umgehend die Polizei alarmiert“, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Das Paket war am Freitagnachmittag zugestellt worden und hatte bis Montag in einem Regal gelegen. Ramelow sprach am Morgen von einem ernst zunehmenden Vorfall. „Die Situation ist unerträglich.“ Der Ministerpräsident lobte seine Mitarbeiter ausdrücklich: „Alle haben perfekt reagiert.“ Die Untersuchungen des Fundes übernahm nach Angaben des Innenministeriums das Landeskriminalamt.

Alarm auch in Sondershausen

Das Hauptgebäude des Landratsamtes in Sondershausen wurde am Montagvormittag nach dem Eingang des verdächtigen Briefes vorsorglich geschlossen. Eine Mitarbeiterin der Verwaltung des Kyffhäuserkreises alarmierte die Polizei, nachdem sie am Morgen in einem dicken Briefumschlag ohne Absender Pulver und „etwas Technisches“ erfühlt hatte, wie die Verwaltung mitteilte. Mitarbeiter, die in direkten Kontakt mit dem Brief kamen, wurden in einem separaten Raum untergebracht.

Spezialkräfte der Bundespolizei fuhren nach Sondershausen, um zu überprüfen, ob es sich um einen Sprengsatz handelt. Der Brief sei an die Landrätin Antje Hochwind (SPD) adressiert gewesen, hieß es bei der Polizei.

Unterdessen hat die Potsdamer Polizei bei der Fahndung nach dem DHL-Erpresser etwa zwei Dutzend Hinweise erhalten. Eine heiße Spur sei aber noch nicht darunter, teilte ein Polizeisprecher mit. An dem Fall arbeitet eine Sonderkommission. Die Paketbombe war in den vergangenen Tagen an eine Potsdamer Apotheke geliefert worden.

wim/LVZ

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