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Fahnder: Drogenring schmuggelt Rekordmenge Marihuana in Betonquadern

Fahnder: Drogenring schmuggelt Rekordmenge Marihuana in Betonquadern

Sie verpackten die Drogen in Betonquader und tarnten die tonnenschwere Blöcke später als Natursteine: Fahnder in Bayern und Sachsen-Anhalt haben nach rund sechsmonatigen Ermittlungen einen raffiniert arbeitenden internationalen Drogenring zerschlagen.

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Ein Drogenring hat die Rekordmenge von rund 5,6 Tonnen Marihuana in Betonquadern geschmuggelt.

Quelle: Polizei

Nürnberg/Magdeburg. Die acht festgenommenen mutmaßlichen Bandenmitglieder im Alter zwischen 30 und 49 Jahren stehen im Verdacht, in den vergangenen Jahren auf diese Weise die Rekordmenge von rund 5,6 Tonnen Marihuana geschmuggelt zu haben, berichteten die Fahnder am Freitag in Nürnberg.

Sieben der Festgenommenen seien inzwischen in Untersuchungshaft. Alle schwiegen zu den Vorwürfen. Ein neunter Verdächtiger ging der österreichischen Polizei ins Netz.

Der Leiter der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Rauschgift beim Zollfahndungsamt München, Jürgen Thiel, sprach vom größten Drogenfund der vergangenen 20 Jahre in Bayern. Die von der Bande aus Albanien nach Deutschland, den Niederlanden und Italien geschmuggelte Menge entspreche etwa der Menge Marihuana, die im vergangenen Jahr bundesweit bei Razzien in illegalen Marihuana-Plantagen sichergestellt worden sei, ergänzte Rauschgiftfahnder Hans Schmidt vom bayerischen Landeskriminalamt. Den Schwarzmarktwert der geschmuggelten Menge bezifferten die Fahnder mit rund 50 Millionen Euro.

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Magdeburg. Sie verpackten die Drogen in Betonquader und tarnten die tonnenschwere Blöcke später als Natursteine: Fahnder in Bayern und Sachsen-Anhalt haben einen raffiniert arbeitenden internationalen Drogenring zerschlagen. Die acht Festgenommenen stehen im Verdacht, auf diese Weise die Rekordmenge von rund 5,6 Tonnen Marihuana geschmuggelt zu haben.

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Nach Erkenntnissen der Ermittler ging die Bande unter Federführung eines in Schleswig-Holstein lebenden albanischen Brüderpaars mit konspirativer Wohnung in Halle immer auf die gleiche Weise vor: Komplizen in Albanien hätten das dort im Freiland angebaute Marihuana in speziell präparierten Betonblöcken versteckt. Die hohlen Betonklötze seien eigens für den Zweck gegossen und später mit  Beton verschlossen worden. Schließlich seien die Blöcke so bearbeitet worden, dass sie wie rohe Granitsteine wirkten, berichtete Thiel.

Die jahrelangen kriminellen Machenschaften der Bande flogen auf, als Fahnder nach monatelanger Beschattung und Telefonüberwachung bei einem Treffen auf einem Fabrikgelände südlich von Halle zuschlugen. Dabei seien neben den beiden mutmaßlichen Köpfen der Bande, dem 44 und 49 Jahre alten Brüderpaar, weitere fünf mutmaßliche Komplizen festgenommen worden. Die Verdächtigen seien dabei erwischt worden, als sie 150 Kilogramm Marihuana aus einem Schmuggelversteck in einem Lastwagen ausbauten und in dem Fabrikgelände deponieren wollten. Im Zuge der Ermittlungen seien die weiteren Verdächtigen festgenommen worden.

Auslöser für die Fahndung war ein Zufallsfund bei einer Routinekontrolle am 30. Oktober 2013 auf einem Autobahnrastplatz bei Erlangen. Den Beamten sei dabei ein albanischer Lastwagen aufgefallen. Als ein Drogenspürhund bei der Untersuchung der Fracht, ein laut Papieren 17 Tonnen schwerer Granitblock, anschlug, hätten die Beamten eine Untersuchung des Blocks angeordnet. Als Experten den Block später aufbrachen, entdeckten sie das geheime Verstecke mit 374 Paketen Marihuana mit einem Gewicht von 645 Kilogramm.

Nach Angaben des Leiters des Rauschgiftkommissariats bei der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt, Sven Caroli, hatten Fahnder das albanische Brüderpaar schon seit Jahren im Visier. Stets habe es jedoch an Beweisen für die von der Kripo vermuteten groß angelegten kriminellen Aktionen gefehlt. Trotz einer zweijährigen Bewährungsstrafe hätten die beiden weiterhin die Fäden in den Händen behalten, wie sich inzwischen herausgestellt habe, berichtete Caroli.

Klaus Tscharnke, dpa

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