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Polizeiticker Fliegerbombe in Dresden-Altreick ist entschärft – Einsatz endet nach mehr als 14 Stunden
Region Polizeiticker Fliegerbombe in Dresden-Altreick ist entschärft – Einsatz endet nach mehr als 14 Stunden
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11:16 13.08.2014
Bei Bauarbeiten in Dresden-Altreick ist am Dienstag (12.08.2014) eine Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden worden. Quelle: Stephan Lohse
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Dresden

7.11 Uhr gab er Entwarnung. Zuvor hatte Klemig fast zwei Stunden gebraucht. Der Zünder habe sehr fest gesteckt, sagte er anschließend.

Dresden. Nach dem Fund einer Fliegerbombe bei Bauarbeiten in Altreick hat die Polizei am späten Abend mit der Evakuierung der Häuser begonnen. Davon sind Schätzungen zu Folge etwa 4000 Anwohner betroffen. Bis Mitternacht sollten die Wohnungen evakuiert sein, doch viele wollen ihr Zuhause nicht verlassen. Polizeisprecherin Jana Ulbrich sprach am Abend von einem Radius von rund 400 bis 600 Metern rund um die Fundstelle.

Vorausgegangen war eine mehr als acht Stunden dauernde Evakuierung von rund 5800 Anwohnern. Diese dauerte die ganze Nacht. Viele Anwohner erfuhren erst mit dem Beginn der Aktion, dass sie ihre Wohnungen verlassen mussten. Einige lagen da bereits im Bett. Zudem gingen viele nicht von allein. So mussten Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste in dem dicht bebauten Gebiet von Tür zu Tür gehen, während teilweise noch Anwohner gegenüber auf den Balkonen saßen und das „Schauspiel“ verfolgten. Erst nach 23 Uhr lief die Evakuierung wirklich an und dauerte Stunde um Stunde. 4.30 Uhr meldete die Polizei schließlich Vollzug. Im Einsatz waren rund 200 Beamte der Polizei und 311 Mitarbeiter der Stadt, darunter Feuerwehr, Rettungsdienste und Ordnungsamt.

[image:phpGu9b7u20140812224312.jpg]Dieses Viertel war von der Evakuierung betroffen (Umgebende Straßen):

Lohrmannstraße - Reicker Straße - Hülßestraße - Tornaer Straße - Am Anger - Prohliser Straße - Gubener Straße - Gamigstraße - Berzdorfer Straße - Trattendorfer Straße - Niedersedlitzer Straße - Mügelner Straße - Seidnitzer Weg

Im Gegensatz zu ähnlichen Einsätzen waren die Notunterkünfte in der Nacht voll. Die Turnhalle der 93. Grundschule am Dobritzer Weg musste bereits gegen Mitternacht geschlossen werden. Mit 111 Menschen war die Halle voll. Danach wurden die Obdach Suchenden zur Margon-Arena weitergeleitet, wo sich schnell Schlangen an den Einlässen bildeten. Mehr als 200 Betten konnten die Helfer hier bereit stellen. Nachdem sich abzeichnet, dass auch die Margon-Arena voll werden würde, wurde die Schule in der Boxberger Straße als dritte Notunterkunft eingerichtet, später musste mit der Grundschule in der Gamigstraße 30 sogar eine vierte Unterkunft her. Nach Angaben der Feuerwehr nutzten rund 1200 Dresdner das Angebot, deutlich mehr als bei anderen Bomben-Einsätzen. Betreut wurden sie vor Ort von Malteser Hilfsdienst, Rotem Kreuz Freital und der Heilsarmee.

[image:phppd0dXg20140812212553.jpg]

Die Betroffenen nahmen es größtenteils mit Humor. Viele wollten schlicht Verwandte oder Freunde am späten Abend nicht mehr wecken und gingen daher in die Notunterkünfte. Einige hatten sich in weiser Voraussicht gleich die Arbeitskleidung für den nächsten Morgen angezogen. „Hier erlebt man wenigstens mal was“, sagte ein Anwohner der Vetschauer Straße lachend.

Auch mehrere Bus- und Bahnlinien der Dresdner Verkehrsbetriebe waren von der Aktion betroffen. Umgeleitet oder verkürzt wurden die Linien 9, 13, 64, 65 und 87. Wie die Deutsche Bahn mitteilte, wurde der Streckenabschnitt Dresden Hbf - Heidenau für die Entschärfung komplett gesperrt. Die S-Bahnen im genannten Abschnitt fielen aus. Autofahrer kämpften in Reick am Morgen mit längeren Staus.

[image:phpxMhWPV20140812212646.jpg]

Bei Baggerarbeiten auf einem Baugrundstück an der Straße Altreick war gegen 16 Uhr eine Fliegerbombe gefunden worden. Laut den Experten des Kampfmittelbeseitigungsdienstes handelte es sich um eine amerikanische Fünf-Zentner-Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg. Die entschärfte Bombe wird jetzt zur Entsorgung in die zentrale Sammelstelle nach Zeithain gebracht.

sl

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