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Polizeiticker Tödlicher Unfall in Bad Düben: Fahrer war betrunken
Region Polizeiticker Tödlicher Unfall in Bad Düben: Fahrer war betrunken
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17:31 08.01.2019
Ein Auto erfasste am Montag in der Schmiedeberger Straße in Bad Düben eine Fußgängerin. Die 47-Jährige starb, der Autofahrer wurde schwer verletzt. Quelle: Steffen Brost
Bad Düben

Schlimmer Unfall am Montagabend in der Kurstadt: In der Schmiedeberger Straße erfasste gegen 17.45 Uhr ein Opel Astra eine Fußgängerin, als sie die Straße in Höhe ehemals Aldi-Markt/ Brunnenstraße quert und sich mittig auf der Fahrbahn befindet. Die 47-Jährige wird schwerst verletzt und stirbt kurze Zeit später trotz intensiver Reanimationsmaßnahmen der Retter am Unfallort im Krankenwagen.

Unfallfahrer mit 1,22 Promille unterwegs

Auch der Autofahrer wird schwer verletzt und muss in eine Klinik gebracht werden. Bei der Unfallaufnahme stellt die Polizei fest, dass der 32-jährige Autofahrer alkoholisiert ist. Der Atemalkoholtest ergibt einen Wert von 1,22 Promille. Die Staatsanwaltschaft wird informiert. Der Opel Astra wird, ebenso wie der Führerschein des Mannes, sichergestellt. Gegen ihn wird nun wegen fahrlässiger Tötung ermittelt.

Bei einem schweren Unfall in Bad Düben ist am Montagabend eine Frau ums Leben gekommen.

Gegen 19.30 Uhr werden auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Düben alarmiert, sie leuchten die Unfallstelle für Ermittlungen des Unfalldienstes der Polizeidirektion Leipzig und der Dekra-Mitarbeiter aus. Auch ein Rechtsmediziner ist vor Ort. Die Vollsperrung der Schmiedeberger Straße dauert bis in die späten Abendstunden an.

Viele Kommentare in sozialen Netzwerken

Die Nachricht vom tragischen Geschehen machte an diesem Abend in den sozialen Netzwerken sehr schnell die Runde. Von Beileidsbekundungen bis zu Mutmaßungen über die mögliche Unfallursache und den -hergang war im Netz einiges zu lesen. Innerhalb weniger Stunden sammelten sich bei Facebook fast 60 Kommentare an. Dass Alkohol im Spiel war, war zu diesem Zeitpunkt offiziell noch nicht bekannt.

Debatte um Straßenbeleuchtung

Ein vermeintlich Mitschuldiger war dennoch schnell ausgemacht. So fragte ein Dübener auf Facebook ganz direkt: „Stimmt es, dass es heute den ersten Straßenlampen-Toten gegeben hat?“ und „dass es ja mal so kommen musste ... Die Autofahrer sehen die Fußgänger viel zu spät.“ In einem seiner Posts forderte er, dass für die wochenlange Dunkelheit in der Stadt und die Folgen jemand die Verantwortung zu übernehmen habe. Andere schlossen sich der Meinung an und posteten Beiträge wie diesen: „... Muss erst was passieren, dass morgen wieder alle Lampen leuchten ...“ Andere User kritisierten dagegen die Spekulationen: „Die ganzen Diskussionen und Mutmaßungen hier sind wirklich erbärmlich ...“

Bürgermeisterin weist Mutmaßungen zurück

Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) wurde noch am Montagabend informiert, reagierte betroffen auf die Nachricht vom tragischen Geschehen. Es habe sie sehr beschäftigt, zumal sie sowohl die Frau als auch deren Sohn kenne. Sie drückte den Angehörigen ihr tiefes Mitgefühl aus. Mutmaßungen, dass eine unzureichende Straßenbeleuchtung eine Unfallursache war, wies sie aber zurück. Sie habe dies sofort überprüfen lassen, sich unverzüglich mit der Feuerwehr dazu verständigt, die vor Ort war.

Auch seitens der Polizei gibt es keine entsprechenden Anhaltspunkte. Die Lampen in diesem Bereich, so Münster, hätten funktioniert, bis auf eine, diese sei aber vom Unfallort weit entfernt.

Hier hat sich Montagabend in Bad Düben ein schwerer Unfall ereignet. Auf der Schmiedeberger Straße wurde eine Frau von einem Auto erfasst. Sie starb noch an der Unfallstelle. Quelle: Steffen Brost

Beleuchtung funktioniert nicht überall

Dennoch räumt die Bürgermeisterin ein, dass es derzeit in puncto Straßenbeleuchtung in Bad Düben einige Probleme gibt. So war in der Gustav-Adolf-Straße über Tage ein Teil der Beleuchtung ausgefallen. Zwischen Friedhof und Parkstraße leuchtet es wieder. Ein Kabelfehler führt derzeit noch im Bereich Lutherstraße/Anger zu einigen dunklen Lampen. Ob Rattenfraß oder die feuchte Witterung oder Schäden durch Baggerarbeiten – Ursachen kann es einige geben.

Es sei aber nicht so einfach, die eigentlichen Schadstellen auszumachen, vor allem, wenn es mehrere gäbe. „Der Kabelmesswagen zeigt immer nur eine Stelle an“, sagt Astrid Seydewitz von der Stadtverwaltung. Die Stadt sei aber intensiv dran, damit die Schäden schnell behoben werden können.

Von Kathrin Kabelitz und Steffen Brost

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